Home
http://www.faz.net/-gtl-p7c7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

WM-Quartier 2006 Klinsmann kontra DFB: Mayer-Vorfelder will schlichten

21.09.2004 ·  Im Streit um das passende WM-Quartier der Nationalmannschaft hält DFB-Schatzmeister Zwanziger an den bisherigen Plänen fest. In einem Schlichtungsgespräch will nun der Präsident den Konflikt entschärfen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Der Deutsche Fußball-Bund steht in der Diskussion um Leverkusen als WM-Trainingsort der Nationalmannschaft zu seinem Wort.

Theo Zwanziger, designierter Geschäftsführender DFB-Präsident, machte abermals deutlich, daß sich Bundestrainer Jürgen Klinsmann und die Spieler an die Absprachen des Verbandes halten und die BayArena als Vorbereitungsstätte akzeptieren müßten. „Sollten wir in dem vorliegenden Fall nicht zu einer einvernehmlichen Lösung kommen, muß am Ende das Präsidium entscheiden“, sagte Zwanziger.

Vorgeschichte wichtig

Er betonte, daß Klinsmann „in seinem Vertrag ganz klar die Verantwortung für den sportlichen Teil der Nationalmannschaft“ habe, dem DFB obliege jedoch die für Budget und Sportpolitik. Zwanziger forderte Klinsmann auf, die Vorgeschichte der Quartier-Planungen nicht außer acht zu lassen. „Vielleicht hätten wir die WM gar nicht bekommen, wenn es Bayer nicht gegeben hätte“, erinnerte Zwanziger an das große - auch finanzielle - Engagement des Chemie-Riesen bei der Bewerbung um die Endrunde 2006. Da Leverkusen kein WM-Spielort wird, soll die DFB-Auswahl als Entschädigung ihr Trainingsquartier in der BayArena aufschlagen. Logieren sollten die Spieler im „Schloß Lerbach“ im benachbarten Bergisch-Gladbach.

Dieses Paket erscheint dem neuen Führungstrio der Nationalelf mit Klinsmann, Team-Manager Oliver Bierhoff und Assistenztrainer Joachim Löw als nicht optimal. Einige Führungsspieler votieren ebenfalls gegen die bisherigen Planungen. Klinsmann will - ohne Zeitdruck - unbedingt „optimale Voraussetzungen“ für die Mannschaft schaffen.

„MV“ will Schlichtungsgespräch

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder will den Konflikt um das Quartier der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 möglichst schnell entschärfen. Der Chef des Deutschen Fußball-Bundes kündigte schon für die „nahe Zukunft“ ein Schlichtungsgespräch mit den Verantwortlichen in Leverkusen und Bundestrainer Jürgen Klinsmann an, bei dem mit den Konfliktparteien ein für alle Seiten tragfähiger Konsens erzielt werden soll. „Bei diesem Gespräch kommen alle Fakten auf den Tisch - danach werden wir entscheiden“, erklärte Mayer-Vorfelder am Dienstag.

Fifa entscheidet über Eröffnungsspiel

In der Diskussion um das Eröffnungsspiel machte Zwanziger einmal mehr deutlich, daß der Weltverband Fifa zu entscheiden habe, wer daran teilnehme. Klinsmann hatte die Vermutung geäußert, für die deutsche Mannschaft sei womöglich der Druck zu groß, wenn sie gleich die erste WM-Partie bestreiten müsse. „Fakt ist: Das Eröffnungsspiel ist in München“, sagte Zwanziger, „bestreiten werden es entweder Deutschland oder Brasilien als Weltmeister.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Stürmer in der Defensive

Von Michael Ashelm

Die Anforderungen an Angreifer haben sich stark verändert – und damit die Auswahl des Personals. Der Stürmertyp, der vorne wartet, bis er bedient wird, stirbt aus. Mehr 1