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Mittwoch, 19. Juni 2013
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WM-Achtelfinale 2:1 gegen Italien: Südkoreas Fußballmärchen geht weiter

 ·  Mit seinem Golden Goal in der 116. Minute gegen Italien sorgte Jung-Hwan Ahn für den Einzug Südkoreas ins Viertelfinale. Mit Bilderstrecke.

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Südkorea versinkt im kollektiven Jubelrausch, Italien erlebt dagegen sein zweites „Korea-Trauma“: Ein Kopfballtor von Italien-Gastarbeiter Jung Hwan Ahn vom AC Perugia in der 116. Minute sorgte für den 2:1 (1:1, 0:1)-Sensationssieg der WM-Gastgeber in der Verlängerung gegen den dreimaligen WM-Champion Italien.

Damit zogen die Schützlinge von Trainer Guus Hiddink erstmals überhaupt ins Viertelfinale einer Weltmeisterschaft ein und machten es den Nordkoreanern gleich, die 1966 ebenfalls die Runde der letzten 8 erreicht hatten. Ihnen galang damals ein 1:0 gegen Italien, das für die erfolgsverwöhnte „Squadra Azzurra“ das Vorrunden-Aus bedeutete.

Ahn erst Versager, dann gefeierter Torschütze

Die Hausherren bestachen im Duell gegen den favorisierten Vize-Europameister durch unglaubliche Physis. Und ließen sich auch von einigen Rückschlägen im Spiel nicht demoralisierren.

Vor 38.588 euphorischen Zuschauern in Daejeon begann die Partie mit einem Paukenschlag. Nach einem Foul des italienischen Außenverteidigers Christian Panucci an Seol Ki-Hyeon erkannte Schiedsrichter Byron Moreno (Ekuador) auf Strafstoß für die Gastgeber. Ahn scheiterte allerdings am großartig reagierenden Torwart Gianluigi Buffon (5.). Christian Vieri (18.) traf dann für die Italiener zum zwischenzeitlichen 1:0.

Nach dem Rückstand erspielten sich die Südkoreaner die größeren Feldanteile. Die besten Möglichkeiten vor der Pause vergaben Ahn für die Gastgeber (36., 45.) und Damiano Tomassi (38.) für die Italiener. Mit großem Willen erzwangen die Südkoreaner in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung die Wende. Seol Ki Hyeon vom RSC Anderlecht hatte erst in der 88. Minute den 1:1-Ausgleich erzielt.

In der 103. Minute hatten die Italiener Starspieler Francesco Totti durch Gelb-Rote Karte wegen angeblicher „Schwalbe“ verloren.

„Jetzt wird gefeiert und gefeiert“

„Wir haben mit dem verschossenen Elfmeter einen sehr enttäuschenden Start erwischt. Aber alle zusammen haben wir das Spiel noch umgebogen, die Spieler auf dem Rasen und die auf der Bank. Jetzt wird gefeiert und gefeiert, wir als Mannschaft und alle südkoreanischen Fußball-Fans“, kommentierte Hiddink die Sensation, „ich freue mich für das koreanische Volk. Was diese Spieler in den letzten Monaten gelernt haben, ist unglaublich. Am Ende haben wir gegen eine der weltbesten Mannschaft dominiert und verdient gewonnen.“ Die Hiddink-Elf trifft am Samstag in Gwangju auf Spanien: „Spanien ist in meinem Herzen, weil ich dort gearbeitet habe“, meinte der niederländische Fußball-Lehrer.

Der Triumph gegen die Italiener führte zu ekstatischem Jubel im ganzen Land. Allein in der Hauptstadt Seoul hatten mehr als eine Million Menschen die Live-Übertragung des Spiels auf Großbildschirmen auf öffentlichen Plätzen verfolgt.

„Italien ist Opfer eines internationalen Komplotts geworden“

„Wir hatten viel mehr Chancen, aber es gab einige Situationen, die jeder gesehen hat. Es war ein wunderbares Spiel mit vielen Emotionen, der Sieger hätte Italien heißen müssen“, meinte Trainer Giovanni Trapattoni.

Raffaele Ranucci, der Delegationsleiter der „Squadra Azzurra“, giftete gegen den Schiedsrichter: „Es ist nicht richtig, dass ein Land wie Italien so gedemütigt wird. Italien ist Opfer eines internationalen Komplotts geworden. Die Rote Karte war erfunden. So eine skandalöse Schiedsrichter-Leistung habe ich in 40 Jahren nicht gesehen.“

„Die Italiener haben es sich selbst zuzuschreiben. Vieri hat drei hundertprozentige Chancen nicht genutzt. Natürlich kann man über einige Schiedsrichter-Entscheidungen schimpfen, aber der Sieg für Südkorea war verdient“, sagte Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund.

Südkorea - Italien 2:1 Golden Goal (1:1, 0:1)
Südkorea:
Jae-Woon Lee - Jin-Cheul Choi, Hong (83. Cha), Tae-Young Kim (62. Hwang) - Song, Nam-Il Kim (68. Chun-Soo Lee), Young-Pyo Lee, Yoo -Park, Ahn, Seol
Italien: Buffon - Panucci, Iuliano, Maldini, Coco - Zambrotta (di Livio), Zanetti, Tommasi - Totti, Del Piero (61. Gattuso) - Vieri
Schiedsrichter: Moreno (Ecuador)
Zuschauer: 38.588
Tore: 0:1 Vieri (18.), 1:1 Seol (88.), 2:1 Ahn (116./Golden Goal)
Gelbe Karten:
Tae-Young Kim, Song, Chun-Soo Lee, Jin-Cheul Choi / Coco, Tommasi, Zanetti
Gelb-Rote Karten: Totti (103./Unsportlichkeit)
Besonderes Vorkommnis: Ahn scheitert mit Foulelfmeter an Buffon (5.)

Quelle: sid
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