13.09.2001 · Die OK der WM 2002 in Japan und Südkorea ziehen die Konsequenzen aus den Terroranschlägen: Die Sicherheitsstandards sollen verstärkt werden.
Die barbarischen Terror-Akte von New York und Washington haben auch die Organisationskomitees der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Alarmbereitschaft versetzt. Die bestehenden Sicherheitskonzepte in Südkorea und Japan stehen auf dem Prüfstand.
Die Südkoreaner wurden bereits tätig und gehen auf Anti-Terror-Kurs. „Wir sind übereingekommen, dass einige Aspekte unseres Sicherheitsplans überarbeitet werden müssen. Die Sicherheits- und Kontroll-Hauptquartiere werden in ein anschlagsicheres Gebäude verlegt“, teilte das südkoreanische WM-OK KOWOC mit.
Schon jetzt höherer Sicherheitsstatus
Am Donnerstag fand im WM-Stadion von Daejeon wie geplant das Länderspiel zwischen dem WM-Gastgeber und Nigeria statt. Für diese Begegnung wurden mehr Sicherheitskräfte als sonst üblich abgestellt. „Dieser Standard soll für alle Begegnungen und natürlich die WM-Spiele vom 31. Mai bis 30. Juni 2002 beibehalten werden. „Der Sicherheitsstatus ist hochgefahren worden“, sagte OK-Sprecher Lin Byung-taik. Am Sonntag treffen beide WM-Teilnehmer in Busan erneut aufeinander.
Japan will abwarten - Südkorea handeln
Japan glaubt, dass die bereits bestehenden Sicherheitskonzepte zunächst ausreichend seien und wartet die weiteren Ermittlungen in den USA ab. „Terrorakten zu widerstehen, ist ein bedeutender Bestandteil unserer gesamten Sicherheitspolitik. Aber solange wir nicht wissen, wer hinter den Anschlägen steckt und welche Motive dahinter verborgen sind, werden wir keine Entscheidung treffen. Wir werden weiterhin eng mit der Polizei zusammenarbeiten und alles tun, damit die Weltmeisterschaft für jedermann sicher ist“, teilte das japanische WM-OK JAWOC mit.
Weiter ist der Co-Gastgeber. Nach den Anschlägen in den USA wollen die Südkoreaner sogar Flugverbots-Zonen über den zehn WM-Stadien einführen. Die beiden Tower des World Trade Center in New York waren von zwei entführten Linienmaschinen zum Einsturz gebracht worden. Dabei haben wahrscheinlich mehrere tausend Menschen den Tod gefunden. Ein ebenfalls gekidnapptes Flugzeug war zudem auf das Pentagon gestürzt, auch dieser Terror-Akt hatte zahlreiche Todesopfer gefordert.
Der Luftraum über Südkorea soll auf jeden Fall verstärkt kontrolliert werden, die Sicherheitsmaßnahmen werden generell forciert. Dabei stehen auch die Industrie- und Chemie-Anlage in der Nähe der WM-Stadion unter größerem Schutz. Die Gepäckkontrollen sollen zudem intensiviert werden. Außerdem werden die südkoreanischen Sicherheitsbehörden engen Kontakt zu den US-amerikanischen, britischen und weiteren internationalen Geheimdiensten aufnehmen.
JAWOC: Flugverbot nur in Absprache mit Politik
Bislang galt die größte Sorge in Südkorea und Japan der Hooligan-Problematik, seit Dienstag und den Anschlägen in den USA haben sich die Gewichte deutlich verschoben. JAWOC-Generalsekretär Yasuhiko Endo trifft in der nächsten Woche seinen KOWOC-Kollegen Moon Dong-hoo in Chonju. Allerdings wurde betont, es handele sich nicht um ein Dringlichkeitsmeeting.
Vielmehr sei das Treffen schon seit längerem vereinbart. Die Vorkommnisse in den USA seien kein offizieller Tagesordnungspunkt, würden aber auf jeden Fall diskutiert, sagte JAWOC-PR-Manager Hisao Shuto. Dieser verweist bei allen Sicherheitsmaßnahmen darauf, dass beispielsweise eine Flugverbots-Zone über WM-Stadien in Japan „nur auf Regierungsebene“ verabschiedet werden könne: „JAWOC wird keine Entscheidung treffen, bevor wir nicht mit den politischen Stellen gesprochen haben.“