05.02.2012 · Schön kalt da draußen. Und jetzt? Sport? Ist das nicht zu gefährlich? Wir haben alle Ratgeberseite gelesen und den ultimativen Tipp: Machen Sie’s wie damals Günter Netzer.
Von Michael EderEs ist klirrebibberkalt, und da stellt sich die Frage: Sport oder nicht Sport in diesen Tagen? Zuallererst: Man sollte in Eiszeiten das Haus nicht ohne Expertenrat verlassen, wer weiß, ob man sonst wieder zurückkommt ohne winterfesten Bergungshund.
Das Schönste an der Eiseskälte ist nicht die Bewegung im Kalten, das Schönste an der Eiseskälte ist das Studium von Ratgeberseiten im Warmen. In den Redaktionen sind nämlich die Telefone zu den Experten heiß gelaufen, überall wurden lebenswichtige Tipps eingeholt, was ganz toll und super ist, weil man auf manche Dinge selbst gar nicht gekommen wäre.
Zum Beispiel hat unser Lieblingsfitnessmagazin einen Uniklinikumsprofessor im Süddeutschen befragen können, und er hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass es gar nicht so schlimm ist mit Sport bei Kälte, weil sich die Muskeln in der Bewegung ja selbst erhitzten, dass dies aber zum Beispiel im kalten Wasser nicht funktioniere. Und schon weiß man: Bei minus zehn Grad sollte man im Freibad auch dann nicht seine Bahnen ziehen, wenn zwischen den Eisschollen noch ein wenig Wasser zu finden ist.
Stattdessen lieber ruhige Ausdauerbelastungen an Land, da atmet der Sportler, eingepackt in wollige Unterwäsche oder Funktionsgedöns, weniger schnell und weniger tief, und außerdem kann sich der Muskel schön selbst erwärmen. Der Experte empfiehlt deshalb Wandern, Walking, gemütliches Joggen, so was in der Art, wie Günter Netzer früher Fußball spielte.