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WM-Doppelsieg für Langläufer Demonstration der Stärke von Teichmann und Angerer

 ·  Die Langläufer Axel Teichmann und Tobias Angerer haben mit einer starken Leistung in der Doppelverfolgung die ersten beiden WM-Medaillen für das deutsche Team geholt. Teichmann, der seine Rolle als Pechvogel erst mal los ist, siegte hauchdünn vor Angerer.

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Ein Foto noch, dann nichts wie weg: Axel Teichmann konnte gar nicht schnell genug das Podest verlassen, auf dem er gerade die Goldmedaille um den Hals gehängt bekommen und das rote Leibchen für den aktuellen Weltmeister in der Doppelverfolgung übergestreift hatte. Ohne äußerliche Regung hatte er die Nationalhymne mitgesungen. Die beiden links und rechts eine und zwei Stufen unter ihm Stehenden überragte der Thüringer leicht - er ist einer der längsten in der Langlauf-Weltklasse. In diesem Moment war er der Größte.

Doch gegen eisige Kälte in der japanischen Großstadt Sapporo hilft auch ein Weltmeistertitel nicht, und „Axel zieht Erkältungskrankheiten ja regelrecht an“, wie sein Heimtrainer Cuno Schreyl sagte. Hinein also in die warme Stube, für die ein Container-Provisorium herhalten muss. „Es kommen ja noch ein paar Rennen“, sagte Teichmann trocken. Was für eines hatte er da hinter sich: Von Anfang an hatten auf der 30 Kilometer langen Strecke, die mit einem Skiwechsel jeweils 15 Kilometer in klassischer und in Skating-Technik gelaufen wird, vier deutsche Langläufer Selbstbewusstsein und Stärke demonstriert. Tobias Angerer (Vachendorf), der Favorit, Jens Filbrich (Frankenhain), Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal) und Teichmann (Lobenstein) hatten das Tempo bestimmt, das Rennen nach ihrem Geschmack laufen lassen.

„Axel war einfach stärker“

Sie entgingen den Stürzen in einer Abfahrt, denen reihenweise Favoriten zum Opfer fielen. Erst am letzten Anstieg, als ihm ein Schwede auf die Ski gestiegen war, stolperte und fiel Sommerfeldt, am Ende wurde er Dreizehnter. Vorne machte Angerer das Rennen, sprintstarke Läufer wie den Italiener Pietro Piller Cottrer, den ebenfalls gestürzten Norweger Petter Northug, den Russen Alexander Legkow sowie seine Trainingspartner und Freunde Teichmann und Filbrich hinter sich. Gegen sich hatte er den Wind, „und der hat mich auf der Zielgeraden zu viel Kraft gekostet“. Und außerdem wurde schnell klar: „Axel war einfach stärker“ - eine halbe Sekunde eher hatte er seinen Fuß über die Ziellinie geschoben.

Gold und Silber für die deutschen Langläufer, Platz vier hinter Piller Cottrer für Jens Filbrich: Was für ein Feiertag im Langlaufstadion von Shirahatayama. „Und es gibt nicht einen einzigen hier im Feld, der Axel diesen Titel nicht gönnt“, sagte Angerer. Sie sind nicht nur Trainingspartner in Oberhof bei Cuno Schreyl, sie sind Freunde. Anfang Januar hatte Teichmann bei der Tour de Ski in Oberstdorf den gestürzten Angerer zum Sieg geführt, so etwas tun erbitterte Konkurrenten nicht. Sie haben sich unterstützt in kritischen Phasen im Lauf ihrer Karriere.

Teichmann dachte 2002 ans Aufhören

Teichmann hat solche Zeiten zur Genüge erlebt, dachte zwischendurch sogar ans Aufhören. Als Bundestrainer Jochen Behle ihn bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City nicht in der Staffel laufen ließ, wollte er lieber ein Studium beginnen. Er überlegte es sich anders, wurde 2003 zum ersten Mal Weltmeister (über 15 Kilometer klassisch). Geschwächt durch eine Grippe kurz vor dem ersten Rennen in Oberstdorf 2005 wurde die Heim-Weltmeisterschaft für ihn zur Enttäuschung. Ein Jahr später hinderte ihn eine Haarwurzelentzündung im Oberschenkel am Start bei den Olympischen Spielen in Turin.

Diese Niederlagen, diese Tiefs überwunden zu haben, hat Axel Teichmann stark gemacht. Dass er in Jubelstürme über den neuerlichen Titelgewinn ausbrechen würde, durfte niemand erwarten, der ihn kennt. „Ja, es war ein guter Tag für mich“, sagte er kurz und knapp, nachdem er an seinen kranken Vater gedacht hatte. Seinen Erfolg begründete er, wie auch die anderen, mit dem gut funktionierenden Team. Und so kann es für ihn folgerichtig in Sapporo noch eine Steigerung geben: „Eine Staffelgoldmedaille wäre für mich noch mehr wert.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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