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WM-Bronze für Höfl-Riesch : Strahlendes Kreuzband-Podium

Schnell in Schladming: Maria Höfl-Riesch rast in der Abfahrt auf Platz drei Bild: dpa

Die Abfahrerinnen müssen bei der Ski-WM leiden - am Ende stehen drei Frauen oben, die schwere Zeiten hinter sich haben. Eine von ihnen ist Maria Höfl-Riesch. Die Deutsche freut sich über ihre zweite Medaille in Schladming.

          Maria Höfl-Riesch wusste erst nicht recht, was sie davon halten sollte. Als sie im Zielraum abschwang, las sie auf der Anzeigetafel: Zweite, 0,54 Sekunden Rückstand auf die Italienerin Nadia Fanchini. Und ihr Blick schien zu fragen: War das nun gut genug für eine Medaille? Oder doch nur eine Momentaufnahme? Die kurzzeitige Verwirrung war verständlich.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          „Es war ein verrücktes Rennen“, sagte Maria Höfl-Riesch nach der Frauen-Abfahrt bei der WM in Schladming. Denn an der Zeit der mit Nummer zwei gestarteten Nadia Fanchini scheiterten danach überraschend sämtliche Favoritinnen auf Abfahrts-Gold mehr oder weniger deutlich - erst die französische Goldmedaillengewinnerin Marion Rolland unterbot sie, zu einem Zeitpunkt, als das schon kaum mehr jemand erwartet hatte.

          So wurde es denn auch ein Rennen, in dem Maria Höfl-Riesch ihr zweites Ausrufezeichen setzte bei dieser Ski-WM. Nach Gold in der Super-Kombination gewann sie diesmal Bronze. Und wie das einzuschätzen war, darüber herrschte keine Verwirrung. „Ich bin super happy“, sagte Maria Höfl-Riesch.

          Es war das beste Abfahrtsresultat der Doppel-Olympiasiegerin in dieser Saison, zusammen mit dem dritten Platz im Weltcup von Lake Louise Ende November. Vier Hundertstelsekunden nur lag sie am Ende vor der viertplazierten Schweizerin Nadja Kamer, Glückssache, natürlich. Aber: „Ich habe heuer auch schon oft Pech gehabt“ - fünfmal war sie im Weltcup auf Platz vier gelandet. „Es war wie erhofft: Zur WM ist das Glück zurückgekommen.“

          Im Ziel hatte die Partenkirchenerin einen Rückstand von 0,70 Sekunden auf die Siegerin
          Im Ziel hatte die Partenkirchenerin einen Rückstand von 0,70 Sekunden auf die Siegerin : Bild: AP

          Mit Glück allein jedoch war auf der WM-Abfahrt auf der Planai nichts zu gewinnen. „Es war sehr schwierig zu fahren, es war eine prügelharte Piste mit sehr vielen Unebenheiten und kleinen Wellen“, sagte Maria Höfl-Riesch. Ihre Teamkollegin Veronique Hronek war eine von einer ganzen Reihe von Fahrerinnen, die stürzten, sie selbst klagte nach dem wilden Ritt über die pickelharten Eisplatten über Schmerzen im rechten Knie, Folge einer alten Knorpelverletzung.

          „Kein Drama“, gab sie später vorerst Entwarnung, „das geht nach ein paar Tagen normal wieder weg“. Im Teamwettbewerb am Dienstag jedenfalls will die 28 Jahre alte Partenkirchnerin auf jeden Fall wieder am Start sein. In Sachen Verletzungs-Vergangenheit war es ohnehin ein ganz spezielles Trio, das sich nach der Abfahrt auf dem Podest zusammengefunden hatte. „Das ist ein echtes Kreuzband-Podium“, sagte Maria Höfl-Riesch.

          Das strahlende Podium: Marion Rolland (Mitte), Nadia Fanchini (links) und Maria Höfl-Riesch
          Das strahlende Podium: Marion Rolland (Mitte), Nadia Fanchini (links) und Maria Höfl-Riesch : Bild: AFP

          Sie selbst hat zwei Kreuzbandrisse hinter sich, beide im Jahr 2005, die Italienerin Nadia Fanchini gar drei, und die neue Weltmeisterin Marion Rolland ist vielen bei den Olympischen Spielen in Vancouver im Gedächtnis geblieben, als sie wenige Meter nach dem Start unglücklich stürzte und dabei einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitt. „Es ist schön zu sehen, wenn sich Fahrerinnen nach so schweren Verletzungen wieder zurückkämpfen“, sagte Maria Höfl-Riesch. Um so überraschender war es für sie, dass Rolland und Fanchini „so gnadenlos und brutal gefahren sind, dass sie sich auf dieser Strecke so überwinden konnten“.

          Doch die Franzosen sind sowieso das Überraschungs-Team der Ski-WM: Da war der Silbermedaillengewinner Gauthier de Tessières im Super-G, da ist nun die Abfahrts-Weltmeisterin Marion Rolland, bisher im Weltcup einmal Zweite und einmal Dritte, die ebenfalls nicht jeder auf der Rechnung gehabt hatte - und da war am Samstag David Poisson, Bronzemedaillengewinner in der Abfahrt der Männer.

          Marion Rolland gewann nie ein Weltcup-Rennen - und ist nun Weltmeisterin
          Marion Rolland gewann nie ein Weltcup-Rennen - und ist nun Weltmeisterin : Bild: AFP

          Poisson hat noch nie im Weltcup auf dem Podium gestanden, nun erregte der „Würfel“, wie der kompakte Franzose wegen seiner 1,72 Meter Größe und der 88 Kilo Gewicht genannt wird, Aufsehen in der WM-Abfahrt. Gegen den besten Speedfahrer der Weltcup-Saison kam aber auch Poisson nicht an. Der Norweger Aksel Lund Svindal krönte sich in Schladming zum König der Abfahrer. Damit ist der 30 Jahre alte Svindal nun auch der erste Skirennfahrer, der bei vier Weltmeisterschaften nacheinander jeweils eine Goldmedaille gewonnen hat.

          Mindestens eine, muss man wohl sagen - an diesem Montag geht Svindal in der Super-Kombination als Titelverteidiger an den Start. In der Abfahrt lag er fast eine Sekunde vor Poisson, einzig der italienische Silbermedaillengewinner Dominik Paris, Sieger in Bormio und Kitzbühel, rückte ihm noch bis auf knapp eine halbe Sekunde nahe.

          Bilderstrecke
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          Der einzige deutsche Starter, der 30 Jahre alte Stephan Keppler, erregte mit einer artistischen Einlage auf halber Strecke Aufsehen - er erwischte eine Welle, wurde seitlich ausgehoben und konnte sich nur mit höherer Skiakrobatik vor einem Sturz retten. Die Chancen auf eine gute Zeit waren damit dahin - am Ende blieb nur Platz 24. Und die Erkenntnis, dass die WM in Schladming für ihn nach Platz 33 im Super-G ein Schlag ins Wasser war.

          Da passte es ins Bild, dass Keppler nach seinem Beinahe-Sturz Schmerzen im rechten Knie zu schaffen machten. Die erste Untersuchung ergab, dass er sich eine Kreuzbandzerrung und eine Knorpelverletzung zugezogen hatte. Ob er bei der Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen am 23. Februar starten kann, ist noch offen.

          Maria Höfl-Riesch und Großereignisse

          Auf Maria Höfl-Riesch war bei den vergangenen Großereignissen Verlass - auch bei der Alpin-WM in Schladming. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert die Medaillen der Skirennfahrerin.

          WM 2009, Val d’Isère: Gold im Slalom
          Olympia 2010, Vancouver: Gold in der Super-Kombination Gold im Slalom
          WM 2011, Garmisch-Partenkirchen: Bronze im Super-G und Bronze in der Abfahrt
          WM 2013, Schladming: Gold in Super-Kombination und Bronze in der Abfahrt

          Quelle: F.A.Z.

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