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Wintersport-Glosse : Tunnelblick im Eiskanal

Die Skeleton-Fraktion startet früh und ist dennoch nicht live im Fernsehen zu sehen Bild: REUTERS

In einem offenen Brief an die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten schreiben verdiente Athleten des Eiskanals wie ungerecht die Welt ist. Es ist wichtig, dass Sportler ihre Meinung sagen. Aber sie sollten das ganze Bild überblicken.

          Wir Sportfreunde sind alle nicht im Bilde! Das erklären uns jetzt verdiente Athleten des Eiskanals. In einem offenen Brief an die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten schreiben Hochdekorierte von einst und heute, wie ungerecht die Welt ist: Biathlon ständig und live, Bob- und Rodeln samstags nur als Füller. Sauerei!

          Denn die Argumente liegen auf der Hand: Gold zuhauf. Beim Schlittenfahren, hurra, scheint die internationale Konkurrenz nur noch Staffage. Ob das auch ein Grund für die Menschen außerhalb der Spitzensportblase sein könnte, lieber auf die Abwechslung beim Schießen und Weglaufen zu schauen? Dass die Skeleton-Fraktion in die Röhre schaut, ist allerdings ärgerlich, weil die Steuerzahler-Glotze Startzeiten am frühen Morgen diktiert und doch nichts sendet.

          Aber deshalb gleich auf Ski Alpin schießen? Realisten im Bob- und Schlittenverband haben vergeblich versucht, Athleten und deren Hintermänner vor ihrem Feuerstoß zu warnen. Jetzt zischen den Klägern Querschläger um die Ohren.

          Weil Aufgeweckte Fragen stellen: Ist ein Bobfahrer mit Bundeswehrsold so arm dran wie angedeutet? Sind vier vom Bürger unterstützte Bobbahnen im Lande kein Luxus? Sollte das Gros der Eiskanalartisten angesichts bedeutender Sportarten ohne Präsenz im Hauptprogramm von ARD und ZDF nicht zufrieden sein, samstags eine Rolle zu spielen? Es ist wichtig, dass Sportler ihre Meinung sagen. Aber sie sollten das ganze Bild überblicken. Sonst schalten sie sich selbst aus.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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