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Winterspiele 2018 Millionen für Olympia

09.01.2010 ·  Willy Bogner erledigt seinen Job für einen Euro. Wesentlich kostspieliger als der Lohn für den Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft München 2018 ist ihr Werben um die Winterspiele in acht Jahren: Es geht um fast 30 Millionen Euro. Zum Glück gibt es Sponsoren.

Von Henning Peitsmeier, München
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Das geschwungene „M“ ist dem Münchner noch nicht vertraut. Kaum jemand kennt das Olympia-Logo, das der bayerischen Bergsilhouette und dem Zeltdach des Olympiastadions entlehnt ist und mit dem die Landeshauptstadt für die Winterspiele 2018 wirbt. Doch das soll sich rasch ändern. Schon bald wird das blaue „M“ an vielen U-Bahnstationen, Bushaltestellen und Litfasssäulen kleben. Und wenn Ende Februar die 21. Olympischen Winterspiele in Vancouver vorüber sind, sollen die deutschen Olympioniken in einem Autokorso durch München fahren – in BMW-Fahrzeugen, versteht sich, denn der Autohersteller ist Sponsor der ersten Stunde.

Münchens Olympia-Bewerbung kann Fahrt aufnehmen, weil eine wichtige Voraussetzung gegeben ist. Die Finanzierung des Millionenvorhabens scheint gesichert, denn in dieser Woche hat sich auch der Sportartikelkonzern Adidas entschieden, die Bewerbung um die Winterspiele 2018 finanziell zu unterstützen. Zudem laufen nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Gespräche mit dem Siemens-Konzern und der Allianz sehr vielversprechend. Siemens wollte die Verhandlungen offiziell nicht kommentieren. Ein Allianz-Sprecher bestätigte konkrete Gespräche: „Seit vielen Jahren unterstützen wir die Paralympics und wollen nun auch die Olympia-Bewerbung Münchens fördern.“ Die großen Münchener Unternehmen stehen, so sieht es aus, geschlossen hinter der olympischen Idee.

Das Geld soll ausschließlich von privaten Investoren kommen

Für Willy Bogner, den Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft München 2018, wäre dies ein erster Erfolg. Mitte 2011 entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) über den Schauplatz der Winterspiele. Neben München stehen das französische Annecy und Pyeongchang in Südkorea zur Wahl. Bogner hat die Bewerbungskosten auf 29,7 Millionen Euro veranschlagt. Das Geld soll ausschließlich von privaten Sponsoren kommen. BMW etwa lässt sich das Engagement rund 3 Millionen Euro kosten.

Durch die neuen Förderer dürften Beträge in ähnlicher Höhe in die Kasse der Münchner Olympia-Bewerbung fließen. Mehr als zwei Drittel des Gesamtbetrags wären dann frühzeitig gesichert. Lange sah es so aus, als komme die Finanzierung der Bewerbung doch nicht ohne öffentliche Zuschüsse aus. Im Oktober vergangenen Jahres brauchte Bogners Bewerbungsgesellschaft einen Überbrückungskredit von 1,5 Millionen Euro durch Stadt und Land. Dann sprang mit der IHK für München und Oberbayern ein neuer Sponsor ein: 50 kleine und mittelständische Unternehmen spendeten jeweils 50.000 Euro.

Kritiker erinnerten an die vergangenen drei deutschen Olympia-Bewerbungen von Berchtesgaden (Winter 1992), Berlin (Sommer 2000) und Leipzig (Sommer 2012), die allesamt mehr Steuergelder verschlungen haben, als vorher von den Bewerbern angenommen wurde. Rechnungsprüfer monierten später erhebliche Versäumnisse im Umgang mit öffentlichen Geldern. Zu einem handfesten Skandal hat sich gar die gescheiterte österreichische Bewerbung für die Winterspiele von 2014 ausgewachsen. In der einstigen Bewerberstadt Salzburg, nur 150 Kilometer von München entfernt, wurde kürzlich ein Untersuchungsausschuss des Landtags eingesetzt, der die dubiosen Vorgänge, merkwürdigen Geldflüsse und üppigen Honorare klären soll. Salzburgs Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen mehrere Beteiligte. Für Münchens Bewerbung sollte dies Warnung genug sein. Immerhin haben die Verantwortlichen so viel Transparenz versprochen, dass die Bilanz der Prüfung durch den bayerischen Rechnungshof standhält. Olympia-Botschafter Bogner arbeitet übrigens für budgetfreundliche 1 Euro, wie zu seiner Ernennung mitgeteilt wurde.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent in München.

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