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Winterspiele 2014 in Sotschi Abrutschende Neubauten

Die Kosten für die Olympischen Winterspiele in Sotschi im kommenden Jahr haben sich vervielfacht. Was die Stadt davon haben wird, ist zweifelhaft. Nur offiziell ist die Veranstaltung immer noch ein Gewinngeschäft.

© AFP Vergrößern Auferstanden aus Feldern und Wiesen: die olympischen Wettkampfstätten in Sotschi

Der russische Präsident Wladimir Putin hat in diesem Jahr zwar keinen runden Geburtstag, aber die Feier wird dennoch etwas ganz Besonderes werden. Auf dem Roten Platz vor dem Kreml in Moskau wird an diesem Tag, dem 7. Oktober, der olympische Fackellauf für die Winterspiele in Sotschi im Februar 2014 starten.

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Diese Spiele sind Chefsache - schließlich hat Putin selbst mit seinem Auftritt vor der entscheidenden Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Juli 2007 in Guatemala den Ausschlag für die Stadt im Süden Russlands gegeben, die zwischen dem Schwarzen Meer und den steil aufragenden Bergen des Kaukasus liegt und bis dahin vor allem als Badeort mit subtropischem Klima bekannt war.

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Ein Jahr vor der Eröffnung der Spiele hat Putin Anfang Februar den Gang der Vorbereitungen in Sotschi persönlich inspiziert. Was er dort sah, hat ihn nicht erfreut: Auf den Baustellen wurden Fristen nicht eingehalten, die Kosten sind astronomisch gestiegen. Der stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) Achmed Bilalow musste nach Putins Reise sein Amt aufgeben - ihm wurde zur Last gelegt, dass die Skisprungschanzen erst im kommenden Sommer fertig werden statt wie vorgesehen im Juli 2011, und dass die Kosten gegenüber der ursprünglichen Planung um fast das Siebenfache auf umgerechnet 200 Millionen Euro gestiegen sind.

Im Verhältnis zu den Gesamtkosten handelt es sich dabei indes um eine kleine Summe. In russischen Medien werden sie auf 37,5 Milliarden Euro beziffert - gegenüber etwa neun Milliarden, die ursprünglich veranschlagt waren. Auch das wären schon die mit Abstand teuersten Winterspiele der Geschichte geworden.

„Zurückhaltender Optimismus“

Dass die Kosten von Anfang an so hoch geschätzt wurden, hat einen einfachen Grund: In Sotschi gab es vor der IOC-Entscheidung außer einem kleinen Skigebiet überhaupt keine Wintersportstätten. Wo nun direkt am Schwarzen Meer die Eisstadien stehen, waren noch im Frühjahr 2009 nur Felder und Wiesen. Und wo nun der architektonisch irgendwie an Italien erinnernde Wintersportort Rosa Chutor liegt, in dem die alpinen Wettbewerbe ausgetragen werden sollen, befand sich vor vier Jahren nur die nicht ganz fertige Talstation einer Seilbahn an einem schlammigen Weg im sonst fast unberührten Bergwald.

Hinzu kommt, dass nicht nur die sportliche Infrastruktur erst geschaffen werden musste. So gehören Unterbrechungen in der Stromversorgung für große Teile Sotschis bis jetzt zum Alltag. Das soll kommendes Jahr dank des Neubaus von drei Wärmekraftwerken Vergangenheit sein. Das größte davon aber gehört zu den Objekten, über die der für die Spiele verantwortliche stellvertretende Ministerpräsident Dmitrij Kosak Mitte März bei einer Inspektionsreise des IOC sagte, dass sie noch Sorgen bereiteten. Insgesamt, sagte Kosak, gebe es aber Grund für „zurückhaltenden Optimismus“, denn „85 Prozent des Wegs zur Olympiade sind zurückgelegt“.

Schockwelle in Sotschi

Große Zweifel an der rechtzeitigen Beendigung der Bauarbeiten hegt in Russland tatsächlich kaum jemand, weil im Zweifel alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert werden. Die Frage ist nur, wer die Mittel dafür aufbringt. Über die Kosten für die Spiele wird ohnehin schon gestritten. Nachdem die von der staatlichen Kommission für die Vorbereitung der Spiele stammende Summe von 37,5 Milliarden Euro Anfang Februar eine Schockwelle hervorgerufen hatte, versuchte Kosak die Debatte mit der Aussage zu beenden, die Ausgaben für Olympia beliefen sich höchstens auf fünf Milliarden Euro.

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