26.11.2004 · Der am Freitag abend geplante Weltcup-Auftakt der Skispringer im finnischen Kuusamo ist wegen zu starken Windes abgesagt worden. Die Springen am Wochenende sollen wie geplant stattfinden.
Ein stürmischer Polarwind hat das Programm beim Weltcup-Auftakt der Skispringer und Nordischen Kombinierer in Kuusamo ordentlich durcheinander gewirbelt. Wegen Windgeschwindigkeiten von 10 m/s mußte das für Freitag abend geplante Springen abgesagt und auf Sonntag (14.00 Uhr) verschoben werden. „Dies ist kein Wetter, bei dem man auf die Schanze geht“, begründete FIS-Renndirektor Walter Hofer die Entscheidung der Jury des Internationalen Skiverbandes.
Auch der am Samstag morgen geplante Weltcup-Auftakt der Kombinierer droht vom Sturm hinweggefegt zu werden. Die Meteorologen haben eine Besserung der Wetterverhältnisse erst für den Nachmittag, wenn das erste Spezialspringen (16.15 Uhr) stattfinden soll, vorausgesagt. „Realistisch erscheint derzeit, daß wir den Wettkampf um eine Woche verschieben und in Trondheim an Stelle des dort vorgesehenen Team-Wettbewerbs austragen“, sagte der für die Disziplin verantwortliche FIS-Renndirektor Ulrich Wehling.
Gespräche, Videoanalysen und leichtes Krafttraining
Skisprung-Bundestrainer Peter Rohwein nahm die Absage gelassen auf. „Man muß sich zwar immer wieder neu vorbereiten, aber das sind wir ja gewöhnt. Uns macht das nichts aus“, kommentierte er die Verschiebung. Mit Gesprächen, Videoanalysen und leichtem Krafttraining überbrückten die DSV-Adler die Zeit. Die Durchführung des Samstag-Wettkampfes steht allerdings weiterhin in den Sternen. „Der Wind darf nicht stärker als mit 5 m/s wehen, damit wir springen können“, erklärte Hofer.
Im Vorjahr war der Österreicher Thomas Morgenstern bei heftigem Wind schwer gestürzt und hatte damit eine Sicherheitsdiskussion ausgelöst. Zwar spannten die Veranstalter in diesem Jahr erstmals ein Windnetz auf, die Sturmböen waren dadurch jedoch nicht zu stoppen. „Daß wir nicht gesprungen sind, hat aber mit Sicherheit nichts zu tun. Unter diesen Bedingungen stellt sich gar nicht die Frage nach einer Wettkampfdurchführung“, sagte Hofer.
Nach dem Wind kommt die Kälte
Die deutschen Kombinierer nutzten den Trainingsausfall am Freitag zum Faulenzen. „Uns trifft das am wenigsten, denn wir haben hier viel trainiert. Einige Athleten sind daher etwas müde“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Die Winter-Zweikämpfer um Ronny Ackermann zittern ohnehin viel mehr vor der angekündigten Kälte. Aus diesem Grund hat sich das Team mit einer speziellen Wärme-Creme eingedeckt. „Es besteht aber auch Gefahr für Lunge und Bronchien“, warnte Weinbuch.
Am Samstag werden Temperaturen von minus 16 Grad erwartet, was bei Ackermann ungute Erinnerungen wachruft. „Vor zwei Jahren habe ich mir hier einige Körperteile abgefroren“, sagte der Thüringer, der seither bei starker Kälte ein Kribbeln in Händen und Füßen verspürt. Ein freiwilliger Startverzicht kommt für ihn aber nicht in Frage: „Dafür ist mir der Wettkampf zu wichtig.“