http://www.faz.net/-gtl-75hg2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 03.01.2013, 16:10 Uhr

Vierschanzentournee Freund springt auch in Innsbruck zu kurz

Severin Freund hat nach seinem 15. Rang beim Neujahrsspringen in Garmisch auch in Innsbruck Schwierigkeiten. In der Qualifikation für das dritte Springen der Vierschanzentournee landet er nur auf dem 21. Platz.

© dpa Severin Freund in Innsbruck

Richard Freitag meldete sich zaghaft in der Weltspitze zurück, dafür tauchte Severin Freund endgültig im Mittelmaß ab. Deutschlands Skispringer haben in der Qualifikation für den dritten Wettbewerb der Vierschanzentournee an diesem Freitag in Innsbruck (13.45 Uhr im FAZ.NET-Liveticker) kaum Hoffnung auf Top-Plazierungen wecken können. Lediglich Freitag konnte mit einem Satz auf 124 Meter und Rang sieben überzeugen.

Dagegen schwächelten neben Freund, der nur 21. wurde, auch Andreas Wellinger und Oldie Martin Schmitt. Immerhin sind alle sechs DSV-Springer am Bergisel dabei, weil Michael Neumayer und Andreas Wank die Qualifikation ebenfalls schadlos überstanden. „Wir hatten heute einen kollektiven Fehler im Radius. Den gilt es abzustellen, denn er hat ein paar Meter gekostet. Es müssen alle Kleinigkeiten passen, damit wir einen guten Wettkampf springen können“, sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Freund hat sein Schanzengefühl verloren

Der hatte seinen beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen arg gerupften DSV-Adlern am Ruhetag viel Freizeit verordnet, um die Köpfe für die zweite Tour-Hälfte wieder freizubekommen. Doch in der Ausscheidung am Donnerstag war davon nichts zu spüren. „Jetzt gilt es, nach den turbulenten Tagen die Ruhe zu bewahren“, mahnte Schuster.

Vor allem Freund hat sein Schanzengefühl offenbar völlig verloren. Nach seiner Landung bei nur 117,5 Meter stapfte der Gesamtfünfte missmutig davon. „Er muss wieder besser springen. Severin bringt derzeit überhaupt keinen Druck an, daher kommt er nicht auf Höhe und damit auch nicht auf Weite“, analysierte Schuster. Schon im Vorjahr hatte Freund in Innsbruck gepatzt und deshalb vor der Tournee erklärt: „Es ist an der Zeit, dass ich das packe.“

Mehr zum Thema

Doch in der Ausscheidung gaben andere den Ton an. Allen voran Gregor Schlierenzauer aus Österreich und der Norweger Anders Jacobsen, die sich bei ihrem Zweikampf um die Tournee-Krone auch in der Qualifikation nichts schenkten. Am Ende lag Schlierenzauer nach einem Sprung auf 123,5 Meter um 1,8 Punkte vor dem Gesamtspitzenreiter, der auf 125,5 Meter kam. „Ich freue mich auf das Duell mit Gregor und würde gerne gewinnen“, sagte Jacobsen.

Schmitt nur auf Platz 38

Dem Norweger gelingt derzeit alles, was man von den Deutschen nicht behaupten kann. Neumayer wies zumindest Konstanz nach und belegte mit 121,5 Meter den 15. Rang. Der bislang überzeugende Wellinger wurde mit 116 Metern nur 40., Wank war mit 116,5 Meter als 41. noch schlechter.

Viel Luft nach oben hat auch Schmitt, der in den ersten beiden Wettbewerben überraschend stark aufgetrumpft hatte. Mit 116,5 Metern landete der 34 Jahre alte Routinier lediglich auf Platz 38. „Über dem Vorbau war eine kleine Ecke drin. Da habe ich mir den Ski nach unten gedrückt. Dadurch bin ich nicht so schön ins Gleiten gekommen und konnte meine Qualitäten beim Flug nicht ausspielen. Das hat Meter gekostet“, analysierte Schmitt.

3. Springen in Innsbruck, erster Durchgang, K.o.-Modus:

Severin Freund (Rastbüchl) - Dawid Kubacki (Polen)
Andreas Wellinger (Ruhpolding) - Thomas Morgenstern (Österreich)
Richard Freitag (Aue) - Stefan Hula (Polen)
Michael Neumayer (Berchtesgaden) - Roman Koudelka (Tschechien)
Andreas Wank (Oberhof) - Anders Bardal (Norwegen)
Martin Schmitt (Furtwangen) - Vladimir Zografski (Bulgarien)

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Solar Impulse 2 gelandet Mit der Sonne einmal um den Globus

40.000 Kilometer ohne einen Tropfen Sprit. Die Reise zweier Schweizer Abenteurer endet, wo sie begann: Nach seiner Weltumrundung setzt ihr Solarflieger in Abu Dhabi auf. Mehr

26.07.2016, 04:01 Uhr | Aktuell
Im Heißluftballon In elf Tagen um die Welt

Fjodor Konjuchow hat es geschafft. In nur 11 Tagen ist der russische Abenteurer mit einem Ballon um die Erde geflogen. Damit stellte der Konjuchow einen neuen Weltrekord auf. Am Wochenende landete der 65-Jährige in Australien – fast genau dort, wo er seine Reise begann. Mehr

26.07.2016, 16:10 Uhr | Gesellschaft
Bilanz Schweinfurt löst Cottbus als Blitz-Hauptstadt ab

Neue Zahlen des Blitz-Informationsdienstes von Siemens bestätigen langfristige Trends. Im bergigen Süden blitzt es häufiger als im flachen Norden. Mehr Von Christoph Strauch

26.07.2016, 17:07 Uhr | Gesellschaft
Ermittlungsfortschritte Amokläufer von München zu Freund: Hass auf Menschen

Der Todesschütze von München hat sich laut Polizei vor seiner Tat eng mit einem Freund ausgetauscht. Gemeinsam hielten sich die Jugendlichen, die sich in einer Psychatrie kennen gelernt hatten, etwa in der Nähe zum späteren Tatort auf. Mehr

25.07.2016, 17:26 Uhr | Gesellschaft
Amoktäter von München Was trieb Ali David S. zu seiner Tat?

Ali David S. war ein unbeschriebenes Blatt - strafrechtlich. Weiterhin rätselt man über seine Motive. Mehr Von Karin Truscheit, München

26.07.2016, 11:45 Uhr | Gesellschaft

Spiele des Zynismus

Von Evi Simeoni

Der IOC-Präsident hat die Chance zu einem machtvollen Statement gegen Doping vertan. Die Entscheidung, Russland zu den Spielen zuzulassen, nimmt den Spielen den tieferen Sinn. Mehr 27 28