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Vierschanzentournee Deutsche nur Außenseiter

27.12.2006 ·  Ein Schüler, ein ehemaliger Klempner und der „Harry Potter“ aus der Schweiz: Die Vierschanzentournee verspricht einen heißen Dreikampf um den Sieg. Für die deutschen Skispringer ist alleine das Dabeisein wohl alles.

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Ein Schüler, ein ehemaliger Klempner und der „Harry Potter“ aus der Schweiz: Die 55. Internationale Vierschanzentournee verspricht einen heißen Dreikampf um den Sieg. Gregor Schlierenzauer und Anders Jacobsen sowie der wieder erstarkte Weltcup-Spitzenreiter Simon Ammann gelten beim ersten Saisonhöhepunkt der Skispringer als aussichtsreichste Kandidaten auf den Gewinn eines Geländewagens, der für den Gewinner bereit steht.

„Sie haben im Weltcup überzeugt. Ob sie aber die Tournee gewinnen, muß man abwarten. Mal sehen, wie sie mit dem Streß und dem Druck umgehen können“, sagte Bundestrainer Peter Rohwein. Dessen Team geht bei den Springen in Oberstdorf (30. Dezember), Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (7. Januar) als krasser Außenseiter an den Start (Siehe auch: Jens Weißflog: „Der Skisprungboom ist nicht genutzt worden“).

„Wir können derzeit keine Siegspringer präsentieren. Daran haben wir zu knabbern. Wir dürfen nicht glauben, daß ein Typ wie Schlierenzauer in Deutschland auftaucht“, dämpfte Rohwein die deutschen Erwartungen. Der 16 Jahre alte Schlierenzauer eroberte den Weltcup mit zwei Siegen im Sturm und gilt bei seiner ersten Tournee-Teilnahme bereits als Sieganwärter.

Erfüllter Traum

„Für mich ist jetzt schon ein Traum in Erfüllung gegangen. Die Erwartungen sind natürlich gestiegen, aber ich schaue nur von Wettkampf zu Wettkampf. Ich will immer zwei gute Sprünge machen. Was dann herauskommt, wird man sehen“, sagte der Neffe des ehemaligen Weltklasse-Rodlers Markus Prock. 1999 war Schlierenzauer, der von einem Fernsehauftritt bei Star-Koch Tim Mälzer träumt, durch einen Freund zum Skispringen gekommen. Seit zwei Jahren trainiert der Juniorenweltmeister am Ski-Gymnasium in Stams. Als Vorbilder bezeichnet der unbekümmerte Weitenjäger seinen österreichischen Landsmann Thomas Morgenstern, den Finnen Janne Ahonen und Adam Malysz aus Polen - alle drei zählen ebenfalls zum Favoritenkreis.

In diesen hat sich überraschend auch der Norweger Jacobsen gesprungen. „Ich freue mich sehr, denn ich habe die Vierschanzentournee bisher nur am Fernseher erlebt. Ich werde bestimmt viel Spaß haben“, sagte der 21jährige. Bis Mai dieses Jahres hatte Jacobsen neben dem Skispringen als Klempner gearbeitet, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Bei einer Sichtung des norwegischen Verbandes in Lillehammer wurde er dann doch noch für eine Auswahlkarriere entdeckt. „Die Tournee sehe ich als Herausforderung an, Druck empfinde ich nicht“, sagte Jacobsen.

Der liegt eher bei Simon Ammann. Knapp fünf Jahre nach seinem Doppel-Triumph bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City hat sich der Schweizer eindrucksvoll in der Weltspitze zurückgemeldet. „Ich freue mich, daß ich als Weltcup-Spitzenreiter zur Tournee fahre und will dort angreifen“, erklärte der 25jährige. Die Ursachen für seine Leistungssteigerung sieht er im psychischen und technischen Bereich. „Mental bin ich im Sommer vorwärts gekommen. Ich bin jetzt viel geduldiger. Und ich habe viel am Material gewerkelt. Alles zusammen hat mich stärker gemacht“, sagte Ammann, der in diesem Jahr ein Studium der Elektrotechnik begonnen hat. „Es macht mir enormen Spaß, wieder zu lernen“, meinte Ammann. Bei der Vierschanzentournee will er nun in die Rolle des Lehrmeisters schlüpfen.

Die 55. Internationale Vierschanzentournee

Freitag, 29. Dezember: Oberstdorf: 16.30 Uhr Qualifikation 1. Springen
Samstag, 30. Dezember 2006: Oberstdorf: 15.30 Uhr 1. Springen
Sonntag, 31. Dezember 2006: Garmisch-Partenkirchen: 13.45 Uhr Qualifikation 2. Springen
Montag, 1. Januar 2007: Garmisch-Partenkirchen: 13.45 Uhr 2. Springen
Mittwoch, 3. Januar 2007: Innsbruck: 13.45 Uhr Qualifikation 3. Springen
Donnerstag, 4. Januar 2007: Innsbruck: 13.45 Uhr 3. Springen
Samstag, 6. Januar 2007: Bischofshofen: 16.30 Uhr Qualifikation 4. Springen
Sonntag, 7. Januar 2007: Bischofshofen: 16.30 Uhr 4. Springen

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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