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Vierschanzentournee Altmeister Ahonen steht vor dem Gesamterfolg

 ·  Mit einem Sieg beim dritten Springen übernahm Janne Ahonen die Gesamtführung der Vierschanzentournee. Nun steht der Altmeister aus Finnland vor dem letzten Springen am Sonntag vor einem ganz speziellen Triumph.

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Die gute Nachricht des Nachmittags kam vom Fahrer des Shuttlebusses auf dem Weg zur Schanze. Bischofshofen, so erklärte er den Ortsunkundigen, sei so von Bergen eingekesselt, dass so ein Föhnsturm den Springern so schnell nichts anhaben werde. Das dritte Tourneespringen, in Innsbruck am Freitag wegen zu starken Windes abgesagt, fand nun also in Bischofshofen statt.

Die aus österreichischer Sicht weit schlechtere Nachricht folgte dann beim abendlichen Springen unter Flutlicht: Janne Ahonen hat die Dominanz der Österreicher bei dieser Vierschanzentournee durchbrochen. Er hat das dritte Springen überlegen gewonnen und führt vor dem Schlusstag in der Gesamtwertung mit elf Punkten Vorsprung. Verteidigt er die Führung, wäre Ahonen im Geschichtsbuch des Skispringens gelandet. Mit dem fünften Triumph würde er Jens Weißflog in der ewigen Bestenliste überflügeln und zum alleinigen Rekordhalter avancieren.

„Janne hat einen tollen psychologischen Akzent gesetzt“

Im rot-weiß-roten Skisprung-Freudentaumel spielte der schweigsame Finne den Spielverderber: 139,5 Meter weit flog er im ersten Durchgang, zeigte sich völlig unbeeindruckt vom Österreicher Gregor Schlierenzauer, der in der Qualifikation noch 145 Meter weit gesegelt war und damit den weitesten Satz der Tourneegeschichte markiert hatte. Schlierenzauer konnte nicht kontern, Morgenstern nur annähernd so gut wie Ahonen springen. „Janne hat einen tollen psychologischen Akzent gesetzt“, sagte Toni Innauer, österreichischer Skisprung-Chef.

Die Führung sollte Ahonen nicht mehr aus der Hand geben, er siegte vor Morgenstern und dem Schweizer Simon Ammann. „Es fühlt sich perfekt an“, gab er zu Protokoll. Ihm seien „zwei gute Sprünge“ gelungen. Und Bischofshofen sei ohnehin eine Schanze, die er gerne mag. Wie gut, dass an diesem Sonntag in Bischofshofen entschieden wird über den Sieger der 56. Tournee. „Ich habe gute Chancen“, sagte Ahonen, „aber es wird ein großer Kampf mit Morgenstern und Schlierenzauer.“

„Es ist noch alles drin. Noch ist nichts vorbei“

Die beiden Österreicher haben sich nämlich noch nicht geschlagen gegeben. „Es ist noch alles drin. Noch ist nichts vorbei“, sagte Morgenstern, der Ahonen im Schanzenauslauf so heftig umarmt hatte, als seien sie keine Konkurrenten um den Tourneesieg, sondern durch innige Freundschaft verbunden. „Es hat mich halt gefreut, dass er in seiner vielleicht letzten Saison noch so einen schönen Sieg hat“, meinte Morgenstern beinahe gütig. Was natürlich nicht heißt, dass er den Gesamtsieg freiwillig abgibt an den 30 Jahre alten Finnen.

„Es stehen noch zwei Sprünge aus. Da kann der Vorsprung ganz schnell schmelzen. Das weiß auch Janne“, sagte Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner. Schlierenzauer kündigte in jugendlicher Unbeschwertheit schon einmal an: „Ich brauche dann halt im Wettkampf einen Sprung auf 145 Meter.“ Jedoch: Es war ein unerwartet deutlicher Dämpfer, den der kühle Finne den jugendlichen Österreichern zugefügt hatte. „Das ist seine Routine“, sagte Pointner. Und musste doch erst einmal schlucken.

Auf Michael Neumayer können sich die Deutschen verlassen

Sie hatten ihn ja stark geredet in den vergangenen Tagen, hatten seine Routine, seine Gelassenheit, seine Nervenstärke gelobt. Aber nun hat Ahonen, bislang Dritter im Klassement hinter Schlierenzauer und Morgenstern, diese Fähigkeiten und Eigenschaften tatsächlich umgesetzt. Sogar der leichte Rückenwind im Finalsprung hatte ihn nicht gehemmt. Er springe ja im heimischen Finnland oft bei widrigen Bedingungen, hat er schon oft gesagt.

Die deutschen Springer haben sich wieder auf Michael Neumayer verlassen können. Wie von ihm selbst angekündigt und befürchtet, war der dritte Platz von Garmisch-Partenkirchen kein Auftakt zu einer Serie von Podestplätzen, sondern eher ein positiver Ausreißer eines Springers, der sich um Platz zehn eingruppieren kann. Platz sieben ist es in Bischofshofen nun geworden.

„Wenn es so schwer geht, macht es keinen Spaß“

„Das ist super. Vor allem da ich innerlich in den vergangenen Tagen nicht mehr ganz so ruhig war“, sagte Neumayer. „Er ist doch etwas angespannter inzwischen“, assistierte Bundestrainer Peter Rohwein. Martin Schmitt belegte Rang elf und will für das Dreikönigsspringen „aus beiden Sprüngen heute das Positive rausziehen“.

Michael Uhrmann schaffte es auch im dritten Tourneespringen nicht bis ins Finale. Aus dem besten deutschen Springer des Vorwinters ist ein zweifelnder, müder Athlet geworden. Die Nachwehen seines Trümmerbruchs im Fuß und die lange Pause scheinen ihm immer mehr zu schaffen zu machen. „Wenn es so schwer geht, macht es keinen Spaß“, seufzte er.

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