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Tournee-Sieger Gregor Schlierenzauer : Auf dem Sprung zur Ikone

Ein Kuss für die Skier: Gregor Schlierenzauer, der neue „König der Lüfte“ Bild: dpa

Mit dem Sieg der Vierschanzen-Tournee gelingt Gregor Schlierenzauer der nächste Meilenstein seiner Karriere. Bis zum Wochenende könnte bereits ein weiterer folgen - die Bestmarke von 46 Triumphen.

          Das Programm ist straff organisiert, es sieht im Januar für Skispringer eigentlich so gut wie keine Lücken im Terminplan vor. Eine große Feier, zu der es für Gregor Schlierenzauer am Sonntagabend eigentlich allen Grund gegeben hätte, fand deswegen nicht statt. Stattdessen stieß er zu vorgerückter Stunde bloß im Kreis der Familie, mit Freundin Sandra und den engsten Weggefährten aus dem Team kurz an: auf sich und seinen jüngsten Coup.

          Am Dreikönigstag war ihm mit dem zweiten Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee der nächste Meilenstein seiner Karriere geglückt, an diesem Montag wurde er 23 Jahre alt. Schon am Dienstag steht die Abreise mit der österreichischen Mannschaft nach Polen zu den nächsten Wettbewerben an. „Deswegen genieße ich es, einfach abzuschalten. Ich mache das, was mir wieder Kraft gibt. Ich bin ein eher ruhiger Typ, der nicht bei jeder Party dabei ist“, sagte der 1,80 Meter große und nur 65 Kilo schwere Tiroler, den die Zeitungen in seiner Heimat zu Wochenbeginn als „König der Lüfte“ hochleben ließen.

          „Eine Ikone des Skispringens“

          Als Neunjähriger hatte Schlierenzauer dem Skispringen den Vorzug vor seinem zweiten großen Hobby, dem Fußball, gegeben. Seit 2006, als er sich nach der Grundausbildung auf dem Skigymnasium in Stams an die großen Schanzen heranwagte, sammelt er Titel und Medaillen wie kein anderer. Bei acht Großereignissen in Folge holte er stets ein golden glänzendes Edelmetall: Er war Junioren-Weltmeister, Skiflug-Weltmeister und Großschanzen-Champion bei der WM in Oslo 2011, nur zwei Monate nach einer komplizierten Knieverletzung. „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, sowohl positive, als auch negative. Wenn man so gewaltige Erfolge hat wie ich, ist man irgendwie schon sehr gelassen“, sagte er, der trotz seines ruhigen Naturells das Selbstbewusstsein besitzt, um von sich zu behaupten, dass er das Zeug dazu habe, „eine Ikone des Skispringens“ zu werden.

          Seine jüngsten Leistungen wertete der Tournee-Titelverteidiger als besonderes Erlebnis: „Früher war es öfter der Fall, dass ich zu engstirnig war. Die richtig lässigen Wettkämpfe sind eigentlich die, wenn man Zeit hat, das Ganze zu genießen. Das zeigt auch, dass der Weitblick da ist, dass man eine innere Zufriedenheit hat, dass man weiß: Der Weg stimmt.“ Bei den beiden abschließenden Springen in Österreich wurde Schlierenzauer jeweils von mehr als 200.00 Fans bejubelt. „Es war einfach der Fall, dass ich alles relaxter wahrnehmen konnte, nicht so unter Strom stand und das Ganze besser aufsaugen konnte.“

          Bis zu diesem Wochenende könnte er die Bestmarke von 46 Triumphen von Matti Nykänen übertrumpfen; dazu fehlen ihm zwei Weltcupsiege, die sind ihm in seiner momentanen Verfassung bei den Auftritten in Wisla und Zakopane ohne Zweifel zuzutrauen. Den Finnen zu übertrumpfen und Einzel-Gold bei Olympia in Sotschi 2014 zu erobern - das sind die nächsten Ziele des Ausnahmekönners. „Ich glaube, dass ich mir die stecken darf.“

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