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Streit ums „Ice Derby“ : Olympiasieger ruft EU-Kommission an

  • Aktualisiert am

„Die einzige Möglichkeit“: Olympiasieger Tuitert Bild: AP

Die Stars der Eisschnelllaufszene fühlen sich vom Weltverband ISU gegängelt. Jetzt eskaliert der Streit: Weil ihnen der Start bei einem Millionenmeeting in Dubai verwehrt werden soll, rufen zwei Niederländer die EU-Kommission an.

          Im Konflikt zwischen den Athleten und dem Eislauf-Weltverband ISU um das „Ice Derby“ in Dubai soll nun die Europäische Kommission entscheiden. Wegen des Teilnahmeverbots an dem lukrativen Event haben Eisschnelllauf-Olympiasieger Mark Tuitert und Shorttrack-Staffel-Weltmeister Niels Kerstholt aus den Niederlanden bei der Europäischen Kommission in Brüssel Klage gegen die ISU eingereicht.

          Nach Meinung der Athleten hat die ISU bisher bewusst nicht auf ihre vor Monaten eingelegte Beschwerde gegen das Startverbot reagiert. Der Weltverband hatte nach Bekanntgabe der „Icederby“-Pläne sofort mit Sperren für Athleten und Funktionären gedroht, die an dem nicht von der ISU sanktionierten Spektakel im arabischen Emirat teilnehmen wollen.

          Dem Internetportal „Schaatsen.nl“ sagte Tuitert, die Macht der ISU sei so stark, dass der Schritt zur EU-Kommission die einzige Möglichkeit sei, etwas zu erreichen. Das „Ice Derby“ ist die Idee eines südkoreanischen Unternehmens, das auch in der Glücksspielindustrie international tätig ist. Auf einer 220-Meter-Bahn sollen dabei die weltbesten Eisschnellläufer und Shorttracker aufeinandertreffen.

          In Dubai warten auf die Athleten im Spätherbst Preisgelder von 1,4 Millionen Euro. Die ISU fürchtet, dass auf die Ergebnisse gewettet werden könnte. Nach den ISU-Ethikregeln dürfen die Athleten sich nicht auf Wetten einlassen, alledrings bezieht sich die entsprechende Vorschrift auf Wettkämpfe, die unter Jurisdiktion des Weltverbandes stehen.

          Die niederländischen Eisschnellläufer hatten die Olympischen Wettbewerbe in Sotschi im vergangenen Winter wie nie zuvor dominiert. Anschließend war ISU-Präsident Ottavio Cinquanta mit seinen Reformplänen für die Sportart auf empörte Kritik in den Niederlanden gestoßen.

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