http://www.faz.net/-gtl-94oda

Strafe für Biathlon-Verband : Gelbe Karte für Russland

Russischer Biathlet Schipulin: die Athleten dürfen weiter mitwirken, aber der Verband wird nur geduldet Bild: AFP

Der russische Biathlon-Verband verliert wegen der Doping-Verstöße seinen Status als ordentliches Mitglied der internationalen Biathlonfamilie und wird zum „provisorischen Mitglied“ herabgestuft.

          Es ist mehr ein symbolischer Akt als eine drakonische Strafe, aber es ist als Gelbe Karte an den russischen Biathlon-Verband (RBU) durchaus ernst gemeint. Die RBU verliert – vorerst bis zum Saisonende – ihren Status als ordentliches Mitglied der internationalen Biathlonfamilie und wird zum „provisorischen Mitglied“ herabgestuft. Das hat Anders Besseberg, der Präsident der Internationalen Biathlon-Union (IBU), am Sonntagabend nach dem Weltcup in Hochfilzen verkündet.

          Es ist die Konsequenz aus dem Urteil des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das Russland wegen staatlich unterstützten Dopings am 5. Dezember von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ausgeschlossen hatte. Provisorische Mitglieder haben kein Stimmrecht bei Wahlen, können weder Vorschläge einbringen noch eigene Kandidaten stellen. Diese Maßnahme, so Besseberg, sei die Folge einer substantiellen Anzahl von Doping-Verstößen in der jüngeren Vergangenheit, die nachgewiesene Manipulation bei drei russischen Biathletinnen bei den Winterspielen 2014 in Sotschi sowie einer weiteren Zahl von Biathleten, die verdächtig seien, in die „russische Doping-Verschwörung“ verwickelt zu sein. Die Herabstufung sei eine Aufforderung an Russland, „sich künftig mehr im Anti-Doping-Kampf zu engagieren“ und die internationalen Anti-Doping-Regeln einzuhalten.

          Die IBU-Exekutive wird nach der Saison darüber beraten, ob Russland wieder als vollwertiges Mitglied aufgenommen werden kann, sofern das IOC seinen Bann aufhebt, keine weiteren Verstöße publik werden und die RBU in vollem Umfang bei der Aufarbeitung des Doping-Skandals kooperiert. Auf das operative Geschäft, sprich den Weltcup, hat die IBU-Entscheidung keine Auswirkungen. Die russischen Biathleten, die seit Mai 2017 im Testpool der IBU kontrolliert werden, dürfen weiter auf Skijagd gehen. Und der Russe Viktor Maigurow bleibt IBU-Vizepräsident.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ted Cruz Anfang April auf einer Wahlkampfveranstaltung in Stafford, Texas: Geht der Stern des republikanischen Senators unter?

          Kongresswahlen in Amerika : Texanische Träume

          Für die Demokraten hat die Präsidentschaft von Donald Trump zumindest einen positiven Effekt: Ihre Basis ist so enthusiastisch wie selten zuvor. Nun hofft die Partei sogar im republikanischen Texas auf einen Erfolg bei den Kongresswahlen.

          Zum Tod von DJ Avicii : Tanzen bis zum Ende

          Er galt als der Posterboy der neuen Elektromusik, als Pionier und Außenseiter zugleich. Am Freitag starb der schwedische DJ Avicii im Oman. Die Schattenseiten seines Lebens kannten nur wenige.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.