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Snowboard Realitätscheck für Amelie Kober

20.11.2007 ·  Unbekümmert und überraschend fuhr sie bei den Olympischen Spielen 2006 zu Silber und bestätigte in der folgenden Saison ihre Leistung als Vize-Weltmeisterin. Im Zwischenwinter 2007/08 will Snowboarderin Amelie Kober den Weltcup aufmischen.

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In diesem Winter geht es für Amelie Kober nicht um Edelmetall bei Olympia oder Weltmeisterschaften, dafür will Deutschlands Snowboarderin Nummer 1 umso mehr im Weltcup auftrumpfen. „Ich will ein gutes Ergebnis im Gesamtweltcup. Das ist in einer Saison ohne Großereignis das Ziel“, sagte die Silbermedaillen-Gewinnerin der Olympischen Winterspiele 2006 und der WM 2007 im Parallel-Riesenslalom.

„So viel Medienpräsenz wie bei Olympia hat man nirgendwo, außer man spielt Fußball. Aber man merkt schon, dass unser Sport immer mehr Aufmerksamkeit erregt. Langsam und nicht viel, aber es kommt immer wieder etwas“, hat Kober festgestellt. Mit Erfolgen im Weltcup will sie gemeinsam mit Isabella Laböck (Prien) und Selina Jörg (Sonthofen) den nicht sonderlich finanzstarken Snowboard-Verband für neue Sponsoren und das Fernsehen interessant machen.

Der Anfang ist geglückt: den ersten Parallel-Slalom der Saison Mitte Oktober in Landgraaf (Niederlande) gewann sie. Es war erst ihr zweiter Weltcup-Sieg überhaupt, nachdem vor anderthalb Jahren die „fabelhafte Welt der Amelie“ begonnen hatte. Unbekümmert und überraschend war sie in Turin auf den Silber-Rang gefahren. Im Winter 2006/07 bestätigte sie diese großartige Leistung als Vize-Weltmeisterin.

Amüsant, was Oma wieder ausgeschnitten hat

„Ich denke nicht so viel drüber nach, ob ich Aushängeschild bin oder nicht. Für mich ist wichtig, dass man Entscheidungen mitfällt und Verantwortung trägt“, erklärte die Miesbacherin, die nicht alles über sich liest und teilweise darüber amüsiert, welche Artikel Oma wieder einmal ausgeschnitten und gesammelt hat.

Maßgeblich war Kober daran beteiligt, dass es vor diesem Winter zu einem Trainerwechsel von Bernd Krug zu Andi Scheid kam. Nach ihrer Kritik ging es im September erstmals zum Training nach Neuseeland. „Man schaut, dass manche Sachen in die richtige Richtung laufen. Die Mängel wurden angesprochen und in gewissem Teil ausgemerzt“, sagte Kober, die die Führungsperson im aussichtsreichen deutschen Team ist.

Die „Wölfe vom Hals“ halten

Klar positioniert sich die 20-Jährige im Gespräch mit Funktionären und Medien, weniger deutlich formuliert sie dagegen ihre persönlichen Ambitionen. „Ich habe klar definierte Ziele, aber es sind meine Ziele. Es ist nicht immer richtig, dass man alles nach außen trägt“, sagte Kober und will sich damit auch „Wölfe vom Hals“ halten. „Mein Privatleben bleibt für mich und die Ziele gehören auch dazu.“

Im Vorjahr trainierte die Sportlerin vom SC Miesbach oft im Kreise des Schweizer Teams, nun ist sie wieder daheim und misst sich mit der ambitionierten internen Konkurrenz. „Unser Team ist sehr stark mit Isabella und Selina“, sagte Kober, nach deren Ansicht die drei „Freundinnen und Konkurrentinnen“ sind. Die hausinternen Gegnerinnen Laböck und Jörg sind jedenfalls bereit, zur Nummer 1 aufzuschließen. Wirklich an ihrem Status werden sie aber nur durch einen olympischen Medaillen-Gewinn 2010 in Vancouver rütteln können - und darauf arbeitet auch die ehrgeizige Kober hin.

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