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Skispringer Martin Schmitt Auf der Suche nach dem inneren Frieden

Last-Minute-Glück in seiner 17. Saison: Martin Schmitt ist in Oberstdorf wieder dabei. Nach seinem Erfolg beim Continentalcup ergattert er sich einen Startplatz beim Tournee-Auftakt.

© dpa Vergrößern „Wann ich gehe, entscheide ich“, betont der 34-Jährige

Er hat einfach noch nicht genug - und Wort gehalten. Als Martin Schmitt zu Beginn des Winters gefragt wurde, wie es ihm denn nach vielen gesundheitlichen und sportlichen Rückschlägen bloß gelinge, sich für seine 17. Saison als Skispringer zu motivieren, lautete seine Antwort: „Bei der Vierschanzentournee will ich noch einmal dabei sein, das ist mein Antrieb.“ Dieses Ziel hat er auf den letzten Drücker erreicht.

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Durch seinen Erfolg beim Continentalcup in Engelberg berief ihn Bundestrainer Werner Schuster kurz vor Ablauf der Nominierungsfrist in den deutschen Kader für die bis zum 6. Januar dauernde Veranstaltung. Am Samstagnachmittag belegte Schmitt in der Oberstdorfer Qualifikation mit 126 Metern den 21. Platz und ergatterte sich damit einen Startplatz für den Auftaktwettbewerb. Aus dem deutschen Team schafften zudem Michael Neumayer, Andreas Wank, Danny Queck, Maximilian Mechler und Felix Schoft den Sprung ins Hauptfeld. Severin Freund und Andreas Wellinger waren wegen ihrer Weltcup-Plazierungen qualifiziert.

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Routinier Schmitt hatte schon nach seinem Erfolg in der Schweiz neuen Mut geschöpft. „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Ich habe schon in der Probe gemerkt, dass etwas geht“, kommentierte er sein Last-Minute-Glück, das er auch als Fingerzeig an seine Kritiker verstanden wissen wollte, die ihm aufgrund ausgebliebener Glanztaten schon mehrmals einen Rücktritt nahegelegt hatten: „Wann ich gehe, entscheide ich“, betonte der 34-Jährige, das Springen bereite ihm nach wie vor „richtig Spaß“, auch deswegen komme er mit einem guten Gefühl zur Tournee: „Ich freue mich.“

Schuster sagte, es verdiene Respekt, „wie Martin die Herausforderung angenommen und nach so vielen Anläufen endlich wieder einen Wettkampf gewonnen hat. Er ist vorbildlich seinen Weg gegangen. Solch ein Erlebnis kann man sich nicht kaufen, das muss man erleben.“ Nach dem Neujahrsspringen 2012 in Garmisch-Partenkirchen war der viermalige Weltmeister von Schuster wegen mangelnder Leistungen aus dem A-Team aussortiert worden und bis zu diesem Wochenende nicht in den Kreis der Besten zurückgekehrt.

Germany's Schmitt soars through the air during the practice for the first jumping of the 61st four-hills ski jumping tournament in Oberstdorf © REUTERS Vergrößern In seinem Element: Skispringer Schmitt im Luftraum von Oberstdorf

Auch nun droht Schmitt das Aus: Zur Tournee-Halbzeit muss der Bundestrainer sein zwölfköpfiges Aufgebot halbieren. In Innsbruck und Bischofshofen dürfen die Deutschen nur noch mit sechs Springern antreten. „Das wird richtig schwer. Aber bei Martin weiß man nie“, sagte Schuster. Er riet allen, „mit dem Abgesang auf ihn noch zu warten. Er selbst werde alles dafür tun, um dem Olympiasieger von 2002 „die Rahmenbedingungen zu schaffen, die solch einem großen Sportler gebühren“, so dass er „eines Tages mit einem inneren Frieden aufhört, wenn er tatsächlich Schluss macht“.

Quelle: F.A.S.

 
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