20.03.2005 · Der Norweger Björn Einar Romören hat mit einem Weltrekordsprung auf 239 Meter das Weltcup-Finale im Skifliegen gewonnen. Weltcup-Gesamtsieger Janne Ahonen stürzte und wurde leicht verletzt.
Björn Einar Romören geriet nach seinem fantastischen Weltrekord völlig aus dem Häuschen, Michael Neumayer jubelte ausgelassen über einen deutschen Rekord und Janne Ahonen landete nach einem Wahnsinns-Flug kurzfristig im Krankenhaus: Mit der neuen Bestmarke von 239 Meter hat der Norweger Romören am Sonntag das Weltcup-Finale in Planica gewonnen und für den Höhepunkt der bisher hochklassigsten Konkurrenz in der Geschichte des Skispringens gesorgt. „Ich war in meinem Leben noch nie so glücklich wie nach der Landung. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagte Romören.
Überschattet wurde der Wettbewerb lediglich durch den Sturz von Weltcup-Gesamtsieger Ahonen, der bei der Landung nach 240 m zusammensackte und sich Prellungen am Rücken, Steißbein und einigen Rippen zuzog. „Mit der Weite war ich zufrieden, die Landung war nicht so perfekt. Das war Pech“, sagte Ahonen. Der Finne erhielt zunächst Schmerzmittel und will sich in der Heimat einer genauen Untersuchung unterziehen.
„Durchwachsenes Jahr mit Ausreißern nach unten“
Für die erstmals seit 13 Jahren ohne Saisonsieg gebliebenen deutschen Ski-Adler schaffte Michael Uhrmann (Rastbüchl) im letzten Wettkampf des WM-Winters mit Rang acht die beste Plazierung. „Es war ein gutes Jahr für mich. Zwei Podestplätze sind aber zu wenig, ich hoffe, daß ich das nächstes Jahr ändern kann. Wenn ich meine Schwächen ausmerze, kann ich weiter nach vorne kommen“, sagte Uhrmann nach Sprüngen von 215,5 und 226 m. In der Probe hatte der Bayer mit 226,5 Meter den deutschen Rekord von Georg Späth (225) verbessert, konnte sich daran aber nur eine Stunde erfreuen.
Im Finale setzte Neumayer mit 227,5 Meter noch einen drauf und konnte als Neunter zufrieden feststellen: „Das war ein perfekter Abschluß eines für mich ordentlichen Winters. Der Flug war ein geiles Erlebnis.“ Späth, am Vortag noch Achter, wurde nur 19. und stellte enttäuscht fest: „Es war ein durchwachsenes Jahr mit einigen Ausreißern nach unten, die nicht passieren dürfen.“
Veränderungen für die Olympia-Saison
„Die Leistungen waren zu schwankend, wir müssen mehr Stabilität rein bekommen“, bilanzierte Bundestrainer Peter Rohwein nach seiner ersten Saison als Cheftrainer. „Wir müssen jetzt analysieren, was wir besser zu machen haben, und werden dann eine schlagkräftige Mannschaft für Olympia zusammenstellen“, sagte Rohwein.
Die deutschen Probleme traten beim Rekord-Festival auf der größten Schanze der Welt jedoch völlig in den Hintergrund. Bereits im Probedurchgang hatte Romören den zwei Jahren alten Weltrekord des Finnen Matti Hautamäki um 3,5 Meter auf 234,5 Meter verbessert. Im zweiten Durchgang schlug Hautamäki, der am Samstag seinen sechsten Saisonsieg in Serie gefeiert und damit die Bestmarke von Ahonen egalisiert hatte, mit 235,5 Meter zurück. Nur wenige Minuten später landete Romören dann bei 239 Meter und sorgte damit für die Krönung einer unvergleichlichen Flug-Show.