So breit aufgestellt wie selten wollen die deutschen Alpinen bei der Ski-Weltmeisterschaft in Schladming erfolgreich sein. Zwölf Sportler, sechs Frauen und sechs Männer, wurden am Donnerstag vom Deutschen Skiverband (DSV) offiziell nominiert. „Die Weltmeisterschaften werden ganz sicher ein Skifest, wie es der alpine Skirennsport noch nicht erlebt hat“, sagte Felix Neureuther, der mit den fünf anderen Männern im Team die lange Durststrecke der Deutschen bei Weltmeisterschaften beenden will. Die bislang letzte Einzelmedaille eines Deutschen bei den Männern, Bronze in der Abfahrt durch Florian Eckert 2001, liegt nun schon zwölf Jahre zurück. Alpin-Direktor Wolfgang Maier peilt in Schladming „eine Medaille bei den Herren, eine bei den Damen und dann noch die Team-Medaille“ an - „dann wäre es okay“, sagte Maier.
Neureuther ist der aussichtsreichste Medaillenkandidat im Männer-Team, aber auch Fritz Dopfer und Stefan Luitz fuhren in diesem Winter schon auf das Podest im Weltcup. Dazu entsendet der DSV auch zwei Athleten, die die gewünschte WM-Norm nur zur Hälfte erfüllten. Bei Stephan Keppler, dem besten deutschen Speedfahrer seit Jahren, wurde der durch Verletzung verspätete Saisonbeginn berücksichtigt. Im Fall von Slalomfahrer Philipp Schmid sagte Männer-Cheftrainer Karlheinz Waibel, dass der Athlet „trotz vieler Verletzungen“ immer wieder den Anschluss hatte herstellen können. Doch verletzt ist er auch diesmal. „Wir hoffen, dass seine Syndesmosebandverletzung bis zu seinem Renneinsatz ausheilt“, sagte Waibel.
Bei den Frauen ruhen die Hoffnungen nicht zuletzt auf Maria Höfl-Riesch. Frauen-Cheftrainer Thomas Stauffer sagte, dass die aktuelle Gesamtweltcupzweite in „allen fünf Disziplin aufs Podest“ fahren könne. Zudem will Viktoria Rebensburg, beim Weltcup-Finale in Schladming vor einem knappen Jahr zwei Mal erfolgreich, ihre erste WM-Medaille. Dazu kommen Lena Dürr, Christina Geiger, Veronique Hronek und Gina Stechert. Derren Bruder Tobias hofft nach lange Verletzungspause auf einen Einsatz bei der WM. „Nach einem intensiven Rehabilitationsprogramm, das Tobi höchst engagiert absolviert hat, ist es seine Vision, bei der WM an den Start zu gehen. In den Tagen vor den Rennen wird es im Training deshalb darum gehen, die Belastbarkeit des Knies sicherzustellen“, sagte Waibel.
Damen: Lena Dürr (SV Germering) Christina Geiger (SC Oberstdorf) Veronique Hronek (SV Unterwössen) Viktoria Rebensburg (SC Kreuth) Maria Höfl-Riesch (SC Partenkirchen) Gina Stechert (SC Oberstdorf)
Herren: Fritz Dopfer (SC Garmisch) Stephan Keppler (WSV Ebingen) Stefan Luitz (SC Bolsterlang) Felix Neureuther (SC Partenkirchen) Philipp Schmid (SC Oberstauffen) Tobias Stechert (SC Oberstdorf)