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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Ski alpin Vorteil Hirscher - dank der Schweizer

 ·  In Crans-Montana baut der Österreicher den Vorsprung im Gesamtweltcup aus - auch dank der Schweizer, die trotz des Frühlingseinbruchs eine Piste bauen. Und so ihren Landsmann Feuz ins Hintertreffen bringen.

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© AFP Wenn der Frühling kommt. . . werden die Streckenpräparatoren in Crans-Montana fleißig (Foto: Am Morgen vor dem Riesenslalom)

Marcel Hirscher ist auch dann schlagbar, wenn er nicht stürzt oder einfädelt. Der Italiener Massimiliano Blardone hat es am Sonntag beim Riesenslalom von Crans-Montana bewiesen. Er schlug den Österreicher, der in seinen zehn letzten Slaloms und Riesenslaloms siebenmal siegte und dreimal ausfiel, um 16 Hundertstel.

Es war der siebte Weltcupsieg Blardones, und es war - wie seine drei Erfolge in Alta Badia - auch ein Heimsieg. Blardone wohnt in Domodossala auf der anderen Seite des Simplonpasses, nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. In Crans-Montana fuhr er als Kind mit seinen Eltern oft Ski.

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Vom Eise befreit: Im Rhonetal herrscht Frühling, doch die Schweizer haben noch eine Weltcup-Piste gebaut © dapd Vom Eise befreit: Im Rhonetal herrscht Frühling, doch die Schweizer haben noch eine Weltcup-Piste gebaut

Und ihm ist auch in Erinnerung geblieben, dass sein berühmter Landsmann Alberto Tomba auf der Piste Nationale 1998 das letzte Rennen seiner großen Karriere gewann. Zu dieser Zeit war Blardone noch kein Weltcupfahrer, sondern ein siegloser Junior.

Hirscher fühlte sich nicht als Geschlagener. Auch der zweite Platz in diesem schwierigen Rennen auf einer weichen Frühlingspiste mit unzähligen Möglichkeiten, auszuscheiden, war für ihn ein Sieg. Das liegt daran, dass er in der Schlussphase der Weltcupsaison nicht mehr ganz unbeschwert fahren kann, sondern in Punkten denken muss - „weil ich von euch Journalisten immer wieder darauf angesprochen werde", wie er sagt.

95 Punkte Vorsprung

„Ich habe nicht 20 Punkte verloren, sondern 80 Punkte gewonnen", hält er deshalb fest. 80 Punkte für den zweiten Platz, dank denen er die kleine Kristallkugel für den Sieg im Riesenslalom-Weltcup schon fast sicher hat und dank denen er seinen Vorsprung im Gesamtweltcup ausbaute. Der nach seiner Knieoperation weiterhin zum Zuschauen verurteilte Kroate Ivica Kostelic liegt jetzt schon 92 Punkte zurück, der Schweizer Beat Feuz 95.

Für Hirscher war es auch deshalb ein „perfektes Wochenende", weil es für seinen Rivalen aus der Schweiz genau das Gegenteil war. Für Feuz lief an den drei Tagen fast alles schief, was schieflaufen konnte. Es begann damit, dass er in der Vorbereitung durch eine Knieverletzung behindert war.

Und es setzte sich in den Rennen fort. In den beiden Super-Gs, in denen er zu den Favoriten zählte, musste er sich mit 37 Punkten für einen 20. und einen 10. Platz begnügen, im Riesenslalom verpasste er den zweiten Lauf und die Möglichkeit für einen Punktezuwachs um sieben Hundertstelsekunden.

Genervt von den Unterbrechungen

Ein Ärgernis war für ihn, dass es in allen drei Rennen genau dann eine Unterbrechung gab, als er am Start stand - ein Fluch, der ihn in dieser Saison begleitet. Neunmal, so rechnet er vor, sei ihm dies jetzt schon passiert. Das nervt. „Man hat einen genauen Zeitablauf vor dem Start, und wenn man dann warten muss, ist das sicher nicht optimal", sagt er. Dazu kam, dass die Wolken in der kurzen Pause vor seinem Super-G-Start die Sonne verdeckten und die Sicht schlechter machten. Und das Gleiche, sagte Feuz, sei auch im Riesenslalom passiert.

Hirscher wird sich nun zwei Tage Pause zu Hause gönnen, in denen er „gar nichts" tun wird. Dann wird er nach Schladming fahren, um sich dort auf die entscheidende letzte Woche mit den Rennen in Kranjska Gora (Slowenien) und dem Finale von Schladming vorzubereiten.

Er hält sich an die vorsichtigen Vorgaben, die ihm sein Vater Ferdinand, der ihn seit seinen ersten Schülerrennen betreut, macht. Für die Hirschers ist klar, dass ein 22-Jähriger keine so großen Renn- und Trainingspensen verkraftet wie ein erfahrener Athlet wie Kostelic. Der Start beim ersten Super-G von Crans am Freitag bleibt deshalb ein Ausnahmefall. „Er war gut, weil ich mich dabei an den schwierigen Riesenslalomhang gewöhnen konnte", sagt Hirscher.

Feuz schwärmt von Lillehammers „Prärie“

Die beiden Super-Gs und die Abfahrt in Kvitfjell (Norwegen) wird er aus der Ferne betrachten. Er rechnet damit, dass Feuz dort eifrig Punkte sammeln wird. Daran glaubt auch Feuz selbst. Auf der Olympiapiste von 1994 feierte er vor einem Jahr seinen ersten Weltcupsieg. Ihm gefällt der Ort. Er schwärmt von den „kurzen Wegen und der Abgeschiedenheit in der Prärie".

Bumbach zuhinterst im Emmental, dort, wo er herkommt, sei dagegen schon fast belebt. Feuz setzt zudem auf tiefere Temperaturen und damit eine Rückkehr in den Winter. „Kunstschnee wie in Beaver Creek, das wäre schön", sagt er. Die Wetterprognosen lassen schon mal hoffen.

Das Schlimmste für Feuz wäre ein Ausfall der Rennen. Eine Gefahr, die Hirscher am Sonntag in Crans gefürchtet hatte. „Es war so warm, dass die Durchführung eines Rennens eigentlich unmöglich war", sagte er und bedankte sich bei den Veranstaltern für „die große Arbeit". Wären die Schweizer nicht so fleißig, hätte Hirscher jetzt vielleicht 80 Punkte weniger auf dem Konto.

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