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Ski alpin Rebensburg siegt in Cortina d’Ampezzo

Viktoria Rebensburg gewinnt den Super-G in Cortina d’Ampezzo. In den italienischen Dolomiten profitiert die Deutsche von ihrer frühen Startnummer. Ihr Sieg motiviert die DSV-Damen nach zuletzt durchwachsenen Leistungen.

© AP Vergrößern Schnellste in Cortina d`Ampezzo: Viktoria Rebensburg

Ein bisschen musste sich Viktoria Rebensburg zunächst wie beim ewig grüßenden Murmeltier vorkommen. Die deutsche Skirennläuferin ging am Sonntag beim Weltcup-Super-G von Cortina d’Ampezzo früh ins Rennen, wie eine Woche zuvor in St. Anton. Sie fuhr wieder Bestzeit und nahm den Platz vor der Sponsorenwand ein. Rebensburg war eine gute Fahrt gelungen, mit der sie sich Hoffnungen auf ein Spitzenresultat machen durfte. Vermutlich blickte sie dann aber immer wieder mal nach oben, wie sich das Wetter entwickelt.

Wenn es so gekommen wäre wie zuletzt, dann hätte nun langsam der Himmel über den Dolomiten aufreißen müssen. In St. Anton war die Sicht plötzlich viel besser geworden, und die etwas später startenden Besten der Weltrangliste hatten dies genutzt. Rebensburg war zurückgefallen auf den achten Platz. Aber hier bricht die Zeitschleife. In Cortina bleibt das Wetter schlecht - und Rebensburg vorne. „Es hat endlich mal alles zusammengepasst“, sagt sie nach dem zweiten Super-G-Erfolg ihrer Karriere.

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Die großen Favoritinnen kamen nicht mehr an ihre Zeit heran, auch nicht an jene der als Dritte gestarteten Österreicherin Nicole Schmidhofer. Am nächsten kam dem Duo noch Tina Maze, die am Ende 0,34 Sekunden langsamer war als Rebensburg.

Die Slowenin baute damit und mit ihrem zweiten Platz einen Tag zuvor in der Abfahrt hinter Lindsey Vonn aus Amerika die Führung im Gesamtweltcup aus. Mit 1474 Punkten hat sie fast doppelt so viele wie Maria Höfl-Riesch, die erste Verfolgerin. Die Doppel-Olympiasiegerin aus Garmisch-Partenkirchen verließ Cortina mit einer für sie unbefriedigenden Bilanz: Ausgeschieden in der Abfahrt, Platz 19 im Super-G. „Es gibt einfach Zeiten, da muss man kämpfen und darf sich nicht runterziehen lassen“, sagte sie. Nach den zähen vergangenen Wochen, in denen das in den vergangenen Jahren vom Erfolg verwöhnte deutsche Frauenteam nicht groß mitgemischt hatte in der Weltspitze, ist der Sieg für Wolfgang Maier, Alpin-Direktor des Deutschen Skiverbandes, „ein bisschen ein Befreiungsschlag“.

Gelungene Diversifikation

Viktoria Rebensburg hat in St. Anton und nun auch in Cortina bewiesen, dass die angestrebte Diversifikation gelungen ist, sie nun nicht mehr nur im Riesenslalom zu den Favoritinnen gehört, sondern sich auch in einer zweiten Disziplin zur Siegfahrerin entwickelt hat. Zum ersten Mal war sie beim Weltcup-Finale im vergangenen März in Schladming im Super-G auf dem Podest ganz oben gelandet, aber selbst sie misst diesem Erfolg keinen allzu großen Stellenwert bei, weil sie im Frühjahrsschnee von einer frühen Startnummer profitiert hatte.

Aber immerhin weiß Rebensburg seitdem, dass ihr die Piste, auf der in gut zwei Wochen die ersten Medaillen bei der Weltmeisterschaft vergeben werden, liegt. Dass sie mit dem Sieg im letzten Super-G vor der WM nun plötzlich auch in dieser Disziplin zu den Medaillenkandidatinnen gehört, kommentiert sie mit der ihr eigenen unaufgeregten Art: „Es ist sicher kein schlechter Zeitpunkt, um ein Rennen zu gewinnen.“

Ski und Schuh gut

Wenn es nach den Trainern gegangen wäre, hätte es Rebensburg schon früher forciert, in die Speed-Elite vorzurücken. Aber sie war in den vergangenen beiden Jahren stets darauf bedacht, im Riesenslalom die Beste zu sein. Wenn ihre Dominanz dort in Gefahr war, nahm sie sich schon einmal eine Auszeit, um an ihrer Technik zu tüfteln. Im vergangenen Winter verzichtete sie auf das Speed-Wochenende in Bansko, weil sie zuvor im Riesenslalom ausgefallen war.

Sie kehrte nach der Pause zurück, gewann anschließend drei der letzten vier Rennen in dieser Disziplin - und den Weltcup. In dieser Saison läuft es nach der Materialumstellung im Riesenslalom nicht ganz rund, erst ein Sieg ist ihr gelungen. Die Abstimmung zwischen Ski und Schuh, sagt sie, „ist noch nicht perfekt“, aber sie ist guter Dinge, bis zum WM-Riesenslalom eine Lösung zu finden.

Rebensburg ist nicht immer ganz einfach im Umgang und hat ihren eigenen Kopf. Wie bei Höfl-Riesch kam der DSV auch seiner zweiten Siegfahrerin zuletzt entgegen. Er erweiterte das Trainerteam, um ihren langjährigen Nachwuchstrainer. Herbert Renoth wurde in den Weltcup befördert, kümmert sich dort zwar nicht ausschließlich um die Riesenslalom-Olympiasiegerin, aber sehr viel. „Ich gehe meinen Weg weiter“, sagte Rebensburg. „Ich weiß, dass es der richtige ist.“

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
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