08.11.2006 · Nach zwei Kreuzbandrissen in nur elf Monaten wagt Deutschlands beste Skifahrerin Maria Riesch beim Saisonauftakt im finnischen Levi ihr Comeback. Fraglich ist weiterhin die Teilnahme von Annemarie Gerg.
Skirennläuferin Maria Riesch steht beim alpinen Weltcup-Auftakt im finnischen Levi nach elf Monaten vor dem Comeback. Die dreimalige Weltcup-Siegerin vom SC Partenkirchen, die im Dezember 2005 zum zweiten Mal einen Kreuzbandriß erlitten hatte, wurde vom Deutschen Skiverband (DSV) am Mittwoch gemeinsam mit sieben anderen Damen für den Slalom am Samstag nominiert.
Fraglich ist weiterhin die Teilnahme von Annemarie Gerg. Die Lenggrieserin laboriert an Knieproblemen. An den Start geht auch Monika Bergmann-Schmuderer (Lam), die sich abseits des DSV in Eigenregie auf die Weltcup-Saison vorbereitete. Monika Bergmann-Schmuderer wurde aus der Mannschaft gestrichen. Die 26jährige, über Jahre beste deutsche Slalomfahrerin, ist das erste „Opfer“ von Wolfgang Maier. Der neue Alpin-Chef will das seit 37 Einzelrennen bei WM und Olympia medaillenlose Team mit harter Hand zurück in die Erfolgsspur führen.
„Der Skiverband ist kein Sozialverband“
„Es gibt einen klaren Leistungsgedanken“, sagt Maier, bis zum vergangenen Winter noch Damen-Cheftrainer: „Der Skiverband ist kein Sozialverband. Ich sehe nicht länger ein, daß drei Top-Athleten 100 andere durchfüttern.“ Weil Bergmann-Schmuderer nicht mehr zu den Top 15 ihres Jahrgangs gehört, wird sie nicht mehr gefördert. Maier betont zwar, daß „Monika die Möglichkeit zur Rückkehr hat“, sollte sie durch Leistung überzeugen. Doch an seinen strengen Vorgaben wird er nichts ändern. „Es gibt da noch einige unpopuläre Maßnahmen zu treffen“, sagt er
Mathias Berthold, der neue Damen-Chefcoach, sieht hinter Riesch ein homogenes Team, das auch nach den Rücktritten von Hilde Gerg und Martina Ertl-Renz „so manches bewegen kann. Den Jungen traue ich einiges zu.“ Das Damen-Aufgebot komplettieren Fanny Chmelar (Partenkirchen), Kathrin Hölzl (Bischofswiesen), Susanne Riesch (Partenkirchen), Veronika Staber (Samerberg) und Christina Ammerer (Ostin). Beim Saisonhöhepunkt, der WM im schwedischen Are (3. bis 18. Februar 2007), soll das junge Team „zeigen, daß wir Anschluß an die Weltspitze haben und in die Top 5 fahren.“ Von Medaillen will Maier nicht sprechen.
Drei Männer im Schnee
Bei den Herren zeigen laut Cheftrainer Werner Margreiter „gute Fahrer in den Jahrgängen ab 1989, daß es mit der Monopolstellung von Felix Neureuther bald vorbei ist.“ Im kommenden Winter ruhen die Hoffnungen indes weiter auf dem 22 Jahre alten Draufgänger (Margreiter: „Er ist nicht aufzuhalten“) sowie Routinier Alois Vogl.
„Den Rest wollen wir für die WM 2011 in Garmisch aufbauen, obwohl wir vielleicht sogar noch länger warten müssen“, sagt Margreiter. Dem Herren-Team, das seine Saison am Sonntag ebenfalls erstmals mit einem Slalom im 150 Kilometer nördlich des Polarkreises gelegenen Levi eröffnet, gehört neben Vogl und Neureuther noch Stefan Kogler (Schliersee) an.