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Ski alpin Freundinnen auf Weltcup-Kurs

 ·  Bevor die beiden Freundinnen Maria Riesch und Lindsey Vonn gemeinsam in Garmisch Weihnachten feiern, rasten die Deutsche und die Amerikanerin in St. Anton bei der extrem schweren Superkombination auf Platz eins und zwei.

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36 Fahrerinnen waren eingeschrieben, sieben schieden in der Abfahrt aus, zehn blieben im Slalom auf der Strecke, je eine verzichtete auf den Start in der Abfahrt und im Slalom. Ergibt in der Summe 19 Frauen, die bei der Superkombination von St. Anton das Ziel nicht erreichten.

Sie wurde unter anderem auch eingeführt, um junge Technikerinnen sanft auf einer relativ einfachen Strecke an die Speed-Disziplinen heranzuführen und Abfahrerinnen in einem relativ einfachen Slalom die Chance in einer weiteren Disziplin zu eröffnen. In St. Anton war nichts davon erfüllt. Die Abfahrtsstrecke war die schwerste des Winters, der Slalomhang steil und lang; zudem war in der Abfahrt eine Kurve vereist worden, was zu den sieben Ausfällen führte. Prominentestes Abfahrtsopfer war Anja Pärson, die am besagten Tor vorbeifuhr. Weil sie am Tag zuvor die Abfahrt aufgegeben hatte, weil sie „einen Schlag im Knie spürte“, reiste sie ohne Punkte aus St. Anton ab. Vor einer Woche in St. Moritz hatte sie 200 Punkte gesammelt und die Führung im Weltcup übernommen. Auch bei den Slalomopfern war Prominenz vertreten: Zuerst schied Marlies Schild aus, dann auch Nicole Hosp.

Maria Riesch: „Ein bissl Wut“

Damit war der Weg frei für Lindsey Vonn, die vor ihrer Heirat Kildow hieß. Im Gegensatz zum Abfahrtsrennen vom Vortag, das sie nach einem großen Fehler im Mittelteil nur knapp gewann, blieb sie in der Kombinationsabfahrt fehlerfrei. So schaffte sie sich für den Slalom ein Polster von fast anderthalb Sekunden. Das setzte ihre Gegnerinnen unter Druck. Maria Riesch und Julia Mancuso behielten die Nerven und sicherten sich die beiden andern Plätze auf dem Podest. „Ich bin total happy mit dem Ergebnis“, sagte Maria Riesch. „Auf der Abfahrt wurde ich nie richtig warm. Nach dem Ausscheiden am Freitag kam doch ein bissl Wut auf. Auch diesmal war die Abfahrt nicht besonders gut. Umso glücklicher war ich, dass mir ein guter Slalomlauf gelang.“

Dank ihrem Doppelsieg übernahm Lindsey Vonn die Führung im Gesamt-Weltcup. Die ersten sechs sind nach dem ersten Monat nur durch 110 Punkte getrennt. Der Kampf um die große Kristallkugel, in einem Winter ohne Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen die wichtigste Trophäe wird spannend. „Wir hatten jetzt einen Monat mit vielen Speedrennen“, sagt Lindsey Vonn, „jetzt folgen drei Wochenenden mit Slalom und Riesenslalom, da können Marlies Schild und Niki Hosp davonziehen. Deshalb ist mein erstes Ziel der Abfahrtsweltcup.“

Weihnachten im amerikanischen Basiscamp

Doch kampflos werde sie die Führung nicht abgeben. „Ich habe schon jetzt vermehrt Riesenslalom und Slalom trainiert“, sagt sie, „das ist auch gut für meine Abfahrten.“ Um sich mit Slalomtraining auf die Kombination vorbereiten zu können, hatte sie am Dienstag sogar das erste von drei Abfahrtstrainings ausgelassen. Was zeigt, wie ernst sie den Gesamtweltcup nimmt. Maria Riesch, die auf den dritten Rang vorgerückt ist, will sich durch den Weltcup nicht verrückt machen lassen. „Natürlich schielt man ein bisschen darauf“, sagt sie, doch vorerst schaue sie „von Rennen zu Rennen.“

Julia Mancuso aus Kalifornien hatte bis St. Anton, so sagt sie, Probleme mit dem neuen Material und kam in Rennen, die ihr eigentlich hätten liegen müssen, nie auf Touren. Erst vor St. Anton habe sie die richtige Bindungsplatte gefunden, und jetzt freue sie sich riesig auf die nächsten Riesenslaloms. Zur Erinnerung: Sie ist Olympiasiegerin in dieser Sparte. Mancuso wird Weihnachten in Kirchberg verbringen, dem amerikanischen Basiscamp in Europa. Und dort vor allem trainieren.

„Vonn, mit W wie Weihnachten“

Maria Riesch will sich bis zu den Rennen in Lienz (28. und 29. Dezember) vorerst einmal erholen. Ihre Freundin Lindsey Vonn wird wie in den vergangenen Jahren Weihnachten im Kreis der Familie Riesch in Garmisch verbringen. Die Amerikanerin wird dort etwas verspätet eintreffen. Vorrang hat die Siegesfeier mit Robert Trenkwalder und Martin Hager, ihren Trainern. Ihnen verdankt sie viel. Konditionstrainer Hager hat sie nach ihrer arthroskopischen Knieoperation im Mai in Form gebracht, Trenkwalder, der einst mit Österreichs Abfahrern Titel sammelte (Trinkl, Strobl), organisiert für sie alles in Europa.

Ihr Sponsor stellte Lindsey Vonn auch einen Sprachlehrer zur Verfügung, von dem sie so sehr profitiert, dass sie die Pressekonferenzen zweisprachig hält. „Ich will keine amerikanische Idiotin sein, die nur Englisch spricht“, sagt sie. Auf deutsch erklärt sie deshalb auch, wie ihr neuer Name richtig ausgesprochen wird. „Vonn, mit W wie Weihnachten.“

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