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Shorttrack-Glosse : Held aus der Nische

Robert Seifert gilt als willensstark, als widerstandsfähig, als explosiv am Start Bild: dpa

Robert Seifert hat in seinem Sport mit dem ersten Weltcup-Sieg für einen Deutschen Geschichte geschrieben. Er hat, wie es scheint, das Format zur Gallionsfigur. Und wird, selbst wenn er weiter gewinnen würde, doch kein wirklicher Sportstar werden.

          Gestern Nagoya, heute Schanghai, im Sauseschritt durch Fernost: eine schöne, glitzernde Welt für Robert Seifert, momentan zumindest. Für den kleinen Helden der deutschen Shorttracker, der Geschichte in seinem Sport geschrieben hat: erster Weltcup-Sieg für einen Deutschen, über 500 Meter, unlängst errungen in Nagoya. Jetzt läuft Seifert in Schanghai und dürfte immer noch berauscht sein vom süßen Gefühl des Sieges.

          Man muss mutig und schnell sein im Shorttrack, bei der Hatz über das Eis mit Karambolagegefahr und Sturzrisiko. Und man braucht eine Menge Stehvermögen. Um Flauten auf den Kufen zu überstehen. Um, wie der 24 Jahre alte Dresdner Seifert, Verletzungen wie einen Sprunggelenksbruch und eine Reihe vierter Plätze zu verkraften. Um überhaupt, jedenfalls in Deutschland, in einer Schattensportart zurechtzukommen.

          Seifert gilt als willensstark, als widerstandsfähig, als explosiv am Start. Und als künftige Galionsfigur der deutschen Shorttracker. Er hat, wie es scheint, das Format dazu. Und wird, selbst wenn er weiter gewinnen würde, doch kein wirklicher Sportstar werden. Aber auch eine Nische besitzt ihren Reiz. Seifert, der beharrliche Eisliebhaber, erlebte das jetzt intensiver denn je.

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