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Olympische Spiele Was ist geblieben?

 ·  Die Erinnerung an vergangene Olympische Winterspiele ist schemenhaft. Die Hoffnungen der Austragungsorte haben sich nicht immer erfüllt. Wir blicken zurück nach Nagano und Lillehammer, St. Moritz, Innsbruck und Sarajevo.

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Die Olympischen Winterspiele erleben seit einigen Jahren eine eigenartige Paradoxie: Sie werden immer größer und aufwendiger, es gibt immer mehr Sportarten, immer mehr Teilnehmer, immer mehr Berichterstatter - und doch erscheinen sie mit jedem Mal flüchtiger, vergänglicher, folgenloser. Das merkt man schon daran, wie schwer es einem fällt, die Gastgeber der vergangenen drei, vier Spiele zusammenzubekommen. Turin, das weiß man noch, das ist erst vier Jahre her, aber davor, 2002? Salt Lake City ist nur mehr ein fernes Rauschen und der Olympiaort von 1998 schon fast völlig aus dem Gedächtnis verschwunden; es war Nagano in Japan. Schuld daran ist nicht nur unsere mediale Übersättigung, sondern auch der Umstand, dass die Spiele aufgrund der logistischen Anforderungen nur noch an Großstädte vergeben werden. Sie halten wegen Olympia nicht den Atem an, verändern nicht radikal ihr Gesicht und absolvieren das Großereignis als eines unter vielen.

Segen oder Fluch

Dieser Winter ist wieder ein olympischer, und die Spiele finden in einer Millionenstadt auf Meereshöhe statt, die mit dem Wintersport bestenfalls am Rand zu tun hat. Das nimmt das Reiseblatt zum Anlass, in seiner Winterserie nach den Spuren der fünf Ringe bei fünf früheren Olympiagastgebern zu suchen, wobei immer eine, für die jeweiligen Spiele und Orte besonders prägende Sportart im Mittelpunkt stehen soll. Was ist geblieben? Weht noch ein olympischer Geist? Waren die Spiele Segen oder Fluch?

Den Anfang macht Nagano, das geisterhaft aus dem Nichts in den Wintersportolymp aufstieg und genauso gespenstisch wieder aus ihm verschwand; in Erinnerung geblieben sind allerdings die Wettkämpfe im Eisschnelllauf mitsamt den sensationellen Erfolgen deutscher und japanischer Läufer. Danach suchen wir nach dem olympischen Erbe in Lillehammer, das 1994 als letzter klassischer Wintersportort die Spiele ausrichtete und sie vor allem für die nordischen Disziplinen zu einem Fest machte. Die weiteren Folgen beschäftigen sich mit Innsbruck, das die Spiele gleich zweimal austrug und auch dadurch zur Welthauptstadt des Skispringens wurde, mit dem Klassiker St.Moritz, einer der Wiegen des alpinen Skilaufs, und mit dem tragischen Schicksal Sarajevos, das vom olympischen Himmel in die Bürgerkriegshölle stürzte. Und unmittelbar nach der Serie geht der Blick nach vorne: In einem Doppelporträt stellen wir die beiden olympischen Gastgeber dieses Winters vor, die westkanadische Boomtown Vancouver und den zwei Autostunden nördlich davon gelegenen Skiort Whistler, in dem die meisten alpinen und nordischen Wettkämpfe stattfinden werden - und in dem man sich schon jetzt fragt: Was wird bleiben?

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Jahrgang 1966, Redakteur im „Reiseblatt“.

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