24.02.2005 · Martin Schmitt und Georg Späth plagen sich mit einer Erkältung. Dennoch sind die deutschen Skispringer guter Dinge. Eine Medaille mit der Mannschaft wollen sie auf jeden Fall holen.
Die deutschen Skispringer wollen ihr Silbermedaille mit der Mannschaft in Oberstdorf am liebsten noch vergolden. Vor den beiden letzten WM-Entscheidungen im Einzel (Freitag/17.00 Uhr) und mit der Mannschaft (Samstag/16.00 Uhr/jeweils live im ZDF) auf der Großschanze plagte den viermaligen Weltmeister Martin Schmitt und Georg Späth eine Erkältung.
Der Oberstdorfer Späth ließ sich an seinem 24. Geburstag jedoch nicht die Stimmung vermiesen. „Ich wollte nichts riskieren, deshalb habe ich auf ein Training verzichtet“, erklärte Schmitt. Sein Ziel steht: „Im Team wollen wir ganz klar eine Medaille, und im Einzel möchte ich vorn mit dabei sein.“ Erstmal bekam er von Teamarzt Ernst Jakob jedoch Grippemittel und ein leichtes Jogging an der frischen Luft verordnet.
„Alles ist möglich“
Dem nach dem Silbergewinn gelösten Bundestrainer Peter Rohwein ist jedenfalls trotz der Gesundheitsprobleme seiner Flieger nicht bange: „Die WM ist noch nicht zu Ende, das sehen die Jungs genauso. Der Favoritenkreis umfaßt acht bis zehn Leute. Auch Martin oder Georg können in ihrem Bereich die Topweite bringen. Alles ist möglich.“
Auch die erste deutsche Einzel-Medaille bei einer WM seit vier Jahren, als Schmitt in Lahti Gold auf der Großschanze und Silber auf der Normalschanze gewann. Immer wieder saßen die deutschen Skispringer im Mannschaftshotel Waldesruhe mit den mit bislang einmal Gold und zweimal Silber überragenden Kombinierern zusammen. „Das Verhältnis war noch nie so gut“, berichtete der ehemalige Kombinierer-Sprungtrainer Rohwein.
Die Mannschaft ist guter Dinge
Vor allem im Teamwettbewerb, in dem Rohwein ganz offen die auch von der Verbandsführung geforderte zweite Springermedaille anpeilt: „Norwegen hat sich zurückgemeldet, Österreich ist Favorit, Deutschland ist Favorit.“ Auch Finnland und Slowenien mit dem Überraschungs-Weltmeister Rok Benkovic seien nicht zu unterschätzen: „Aber wir sind guter Dinge und die Stimmung in der Mannschaft ist gut geblieben. Miesmacher wie früher gibt es nicht mehr.“
Auch Team-Olympiasieger Stephan Hocke bleibt in Oberstdorf, obwohl er nach dem K.o. in der internen Ausscheidung nur noch Zuschauer ist. Am Donnerstag ging der Oberhofer Snowboarden, während sein Vereinskollege Jörg Ritzerfeld springen durfte.
Ritzerfeld wird an Stelle des zum Silberteam von der Normalschanze gehörenden Michael Neumayer gemeinsam mit Schmitt, Späth und Michael Uhrmann im Mannschaftswettbewerb antreten. „Ich bin in der besten Form, die ich je hatte“, sagt Ritzerfeld. Vielleicht bringt das ja die 6,5 Punkte, die beim Teamwettbewerb von der Normalschanze zum Gold fehlten.