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Nordische Ski-WM Der Kreis schließt sich

 ·  Für Axel Teichmann ist sein Körper vor dem Start bei der nordischen Ski-WM in Val di Femme der große Unbekannte. Vor genau zehn Jahren wurde er dort Weltmeister im klassischen Stil.

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© dpa Vergrößern Wieder auf den Beinen: Axel Teichmann kehrt mit angenehmen Erinnerungen zurück

Für Axel Teichmann stehen die Zeichen auf Abschied. Spätestens im kommenden Frühjahr beendet der Thüringer seine Karriere, in der ihm viele Auftritte auf großer Bühne verwehrt blieben, da ihm immer wieder sein Körper einen Strich durch die Rechnung machte: Krankheiten und Verletzungen, ob Bänderrisse, Bronchitis oder Bandscheibenvorfall bremsten den Langläufer regelmäßig dann aus, wenn es am ungünstigsten war. Auch in den zurückliegenden Wochen hatte der 33-Jährige mit gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, vom Weltcup im kanadischen Canmore musste er wegen Herzproblemen abreisen, ehe zu Beginn der Tour de Ski rund um Silvester ein hartnäckiger Magen-Darm-Infekt folgte; dadurch verpasste er ein Dutzend Wettbewerbe.

„Momentan kann ich meine Form schwer einordnen“, sagt Teichmann vor seinem Start an diesem Donnerstag im Klassik-Sprint. Aus Erfahrung weiß der Mann aus Bad Lobenstein, dass er eigentlich „drei bis vier Rennen braucht, um rein zu finden.“ So viele Gelegenheiten, um in die bestmögliche Mischung aus notwendiger Nervosität und gewünschter Gelassenheit zu gelangen, bietet ihm die Veranstaltung in Norditalien nicht.

Die Enttäuschung über die schwachen WM-Auftritte der eigenen Biathleten hat sich bei Thomas Pfüller auch mit ein wenig Abstand zu den Misserfolgen von Nove Mesto noch nicht gelegt. Ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen brachte dieser Winter dem Deutschen Skiverband (DSV) bislang zu wenige glänzende Ergebnisse, als das die Vorfreude auf Sotschi allenthalben spürbar gewachsen wäre. Nun hofft der Sportdirektor, dass die nordischen Ski-Athleten die Bilanz aufbessern werden: „Sechs- bis siebenmal Edelmetall peilen wir schon an“, formulierte Pfüller eine anspruchsvolle Vorgabe, mit der er sich am Abschneiden bei gleicher Gelegenheit 2011 orientiert; in Oslo belegten die Deutschen mit acht Medaillen - einer goldenen, drei silbernen, vier bronzenen - den vierten Rang im Gesamtklassement.

Den Auftakt machen die Langläufer

Bei der Leistungsschau in den Südtiroler Bergen sind sie mit 29 Athleten vertreten. Den Auftakt machen die Langläufer - momentan die größten DSV-Sorgenkinder. Deren Entwicklung kann, positiv formuliert, am ehesten als Stillstand beschrieben werden. Pfüller selbst spricht von einer „Umbruchphase“. Sowohl der Übergang von Jochen Behle zum neuen Bundestrainer Frank Ullrich als auch das Heranführen junger Nachwuchsleute an das Niveau, das benötigt wird, um international ganz vorne dabei zu sein, sei ein Prozess, der noch einiges an Feinjustierung benötige und längst nicht abgeschlossen sei. „Wichtig wird sein, dass wir unsere Einsatzkonzeption vor Ort so intelligent gestalten, dass wir bei den Wettbewerben, bei denen für unsere Sportler die größten Chancen bestehen, möglichst auf den Punkt fit und ausgeruht sind.“

Das gelte besonders für Axel Teichmann. Als sein größtes Manko, mutmaßt Teichmann, könne sich die fehlende Wettkampfhärte entpuppen; beim finalen Test, in Davos über 15 Kilometer in der freien Technik, wurde er immerhin Vierter. Angesichts der harten Langlauf-Konkurrenz - insbesondere aus Norwegen, Italien oder Russland - sei es nicht realistisch, fest mit Plätzen auf dem Podium zu spekulieren, sagt Pfüller. Er mutmaßte dennoch, dass „mit einer gezielten Einsatzplanung das Maximum“ herauszuholen sei. Soll heißen: „Wenn heute der Skiathlon gelaufen wird und morgen der Teamsprint, muss man genau abwägen, ob man alle in den 30-Kilometer-Lauf schickt oder die Kräfte für den Teamsprint spart, weil dort bessere Chancen bestehen“, sagt Pfüller.

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In Teichmanns persönliche Ausschau auf die kommenden Tage mischt sich auch die Erinnerung auf einen der größten Momente seiner wechselhaften Laufbahn. Mit der Rückkehr nach Val die Fiemme verbindet der Dreiunddreißigjährige durchaus angenehme Gedanken: Vor zehn Jahren wurde er in der Loipe des Fleimstals mit seinen herausfordernden Anstiegen Weltmeister über 15 Kilometer im klassischen Stil.

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