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Nordische Kombination : „Lieber jetzt müde als bei Olympia“

  • Aktualisiert am

Seriensieger: Hannu Manninen Bild: REUTERS

Während Weltmeister Ronny Ackermann nach hartem Training zu Hause regenerierte, strahlte Björn Kircheisen mit der Sonne um die Wette. Und Hannu Manninen bejubelte beim Sprint-Weltcup der Kombinierer in Seefeld seinen zehnten Saisonsieg.

          Ronny Ackermann war längst daheim, als sein Erzrivale Hannu Manninen bei der Olympia-Generalprobe überlegen zum 41. Weltcup-Sieg seiner Karriere flog.

          Der Finne gewann im österreichischen Seefeld locker den sechsten Wettkampf in Folge mit 15,7 Sekunden Vorsprung vor dem Norweger Magnus Moan. Bester der nach dem Trainingslager in St. Moritz geschlauchten deutschen Kombinierer war der sechstplazierte Björn Kircheisen, der nach dem Springen noch um 20 Plätze nach vorn stürmte.

          „Der letzte Kick hat gefehlt“

          „Es ging brutal schwer, nach dem harten Training war ich total müde. Aber nach Seefeld ruhe ich mich erstmal aus, und dann wird das was mit Olympia“, meinte Geheimfavorit Kircheisen. Georg Hettich (Schonach) landete auf Platz acht, Matthias Menz (Steinbach-Hallenberg) wurde Zehnter, und Sebastian Haseney (Zella-Mehlis) lief auf Platz 14. „Der letzte Kick zum Podestplatz hat uns beim Springen gefehlt. Aber lieber sind wir jetzt müde als bei Olympia“, erklärte Bundestrainer Hermann Weinbuch: „Wir können in Turin von hinten angreifen, diese Chance werden wir nutzen. Auch ein Manninen ist schlagbar.“

          Zumindest beim Sprint-Weltcup in Seefeld konnte den fliegenden Finnen jedoch keiner am zehnten Saisonsieg hindern. Als Achter war der „Dominator“ mit 46 Sekunden Rückstand auf den österreichischen Sprunglaufsieger Christoph Bieler (94,5 Meter) auf die 7,5-Kilometer-Strecke gegangen. Nach drei Kilometer hatte er das Feld aufgerollt und lief locker zum Sieg. Im Gesamtweltcup führt Manninen jetzt mit 604 Punkten Vorsprung vor Moan und kann sich bereits beim letzten vorolympischen Rennen am Sonntag (11 Uhr) die dritte große Kristallkugel in Folge sichern.

          Manninen rollte das Feld auf

          „Die Saison ist phänomenal, ich habe schon jetzt so viele Siege wie die ganze letzte Saison“, meinte Manninen, der bereits 142.100 Schweizer Franken verdient hat. Siegen werde niemals langweilig und „Druck vor Olympia verspüre ich überhaupt nicht“. Dort wird allerdings Doppel-Weltmeister Ackermann wieder dabei sein, der bereits am Freitag erschöpft aus Seefeld abgereist war. Nach dem Neuaufbau im Springen mit 180 Sprüngen binnen einer Woche ging nichts mehr. „Ich war einfach zu kaputt für einen Wettkampf. Wenn man ausgepowert, platt und nicht 100 Prozent fit ist, macht es keinen Sinn“, erklärte Ackermann und fuhr nach Thüringen. Seinen letzten Weltcup hatte der deutsche Sportler des Jahres am 15. Januar in Val di Fiemme bestritten.

          Chefcoach Weinbuch hatte seinem Vorzeigeathleten eigentlich noch einen harten Wettkampf vor Olympia empfohlen: „Ronny soll jetzt drei Tage nichts tun, mit seiner Freundin entspannen, damit er dann in der Olympia-Vorbereitung wieder voll angreifen kann“. Am Donnerstag kommender Woche kehrt der 28jährige beim Trainingslager in Courchevel ins sechsköpfige Olympiateam zurück. Von dort geht es direkt an die Olympiastrecken von Pragelato, wo sich Ackermann seinen letzten großen sportlichen Traum von Olympiagold erfüllen will - trotz Manninen.

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