http://www.faz.net/-gtl-76f5x
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.02.2013, 11:41 Uhr

Nordische Kombination Erster Sieg nach fast zwei Jahren

Die Reise hat sich gelohnt: Kombinierer Björn Kircheisen feiert beim Weltcup im kasachischen Almaty seinen ersten Sieg nach 23 Monaten. Rechtzeitig vor der Weltmeisterschaft ist der Routinier im deutschen Team wieder in Bestform.

© dpa Mit einem guten Sprung sicherte sich Top-Läufer Kircheisen eine glänzende Ausgangsposition

Auch nach seiner beendeten Durststrecke blieb Björn Kircheisen ausgesprochen cool. Zwar bejubelte der Nordische Kombinierer beim Rennen im kasachischen Almaty schon 100 Meter vor dem Zielstrich seinen ersten Weltcup-Sieg seit 23 Monaten, doch schon wenig später wirkte der Sachse so, als hätte er auf den letzten Metern noch verloren. Seine Konzentration gilt schon jetzt den Weltmeisterschaften vom 20. Februar an in Val di Fiemme.

Als Einziger der deutschen WM-Fahrer war Kircheisen an die chinesische Grenze gereist. „Das hatte ich mir schon vor der Saison vorgenommen. Ich wollte hier unbedingt starten, um im Wettkampfrhythmus zu bleiben“, begründete der 29-Jährige seine Einzelentscheidung. Und in dem Bewusstsein, dass den letzten Weltcup vor der WM wohl ohnehin nur wenige der Spitzenleute wahrnehmen werden und damit die Chance sehr groß ist, mit einer guten Platzierung noch einmal Selbstbewusstsein für das Championat zu tanken. Dass es gar zum Sieg, dem 16. in der Karriere des Johanngeorgenstädters, reichen kann, war bereits nach dem Springen absehbar. Kircheisen wurde Neunter mit 58 Sekunden Rückstand auf den Österreicher Mario Seidl, der mit 142 Metern Schanzenrekord gesprungen war. Alle vor Kircheisen platzierten Athleten gehörten nicht zu den Top-Läufern.

Attacke: zwei Kilometer vor dem Ziel

Und so startete der Polizeimeister in gewohnter Manier seine Aufholjagd, war nach der Hälfte des Rennens an der Spitzengruppe dran. Zwei Kilometer vor dem Ziel startete er dann seine Attacke. „Vielleicht war das ein wenig früh, aber ich fühlte mich auf dieser schwierigen Strecke gut. Im Nachgang muss ich sagen, dass es ein Rennen mit viel Gefühl war. Ich habe nicht überzogen und das hat sich ausgezahlt“, berichtete „Kirche“. Fast zwei Jahre musste er auf einen Weltcup-Sieg warten. Nun ist der Routinier im deutschen Team wieder da - rechtzeitig vor der WM.

Mehr zum Thema

Auch im Gesamtweltcup ging es für ihn nach vorn. Mittlerweile ist er Neunter. In Führung bleibt Eric Frenzel aus Oberwiesenthal. Die ersten Sechs des Gesamtklassements hatten auf die Reise nach Kasachstan verzichtet, um sich gezielt auf die WM vorzubereiten. Bundestrainer Hermann Weinbuch bereitet Titelverteidiger Frenzel und die anderen WM-Fahrer Tino Edelmann, Johannes Rydzek, Fabian Rießle und Manuel Faißt derzeit in Oberstdorf auf den Jahreshöhepunkt vor.

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Rallye-Fahrer Paddon Mit der Kraft der Kettensäge

Vorsicht, Volkswagen: Zum ersten Mal seit zwölf Rennen bei der Rallye-WM steht kein VW-Fahrer ganz oben auf dem Siegerpodest. In Argentinien siegt der Neuseeländer Paddon – und liefert sich ein giftiges Wortgefecht. Mehr Von Leonhard Kazda

26.04.2016, 06:54 Uhr | Sport
Fassadenkletterer Die Spinne ist zurück

Der Fassadenkletterer Alain Robert hat in der kasachischen Hauptstadt Almaty den Esentai Tower erklommen, 168 Meter in einer Stunde. Mehr

24.04.2016, 14:45 Uhr | Gesellschaft
Sebastian Vettels Ferrari Die rote Gefahr

Mit Ferrari wollte Sebastian Vettel den Angriff auf Mercedes starten. Doch die Technik seines SF16-H setzt bisher nur ihm zu. Mehr Von Christoph Becker, Sotschi

30.04.2016, 10:35 Uhr | Sport
Nordkorea Internationaler Marathon in Pjöngjang

Trotz der verschärften internationalen Sanktionen gegen Nordkorea, beteiligten sich nach Angaben der Regierung mehr als 1000 Läufer aus rund 50 Ländern an dem Rennen. Mehr

11.04.2016, 08:42 Uhr | Sport
Formel-1-Qualifikation Rosberg vom Glück verfolgt

Nico Rosberg sichert sich in Sotschi abermals die Pole Position. Sein Teamkollege Lewis Hamilton hat dagegen Probleme. Und Sebastian Vettel wird strafversetzt. Mehr Von Christoph Becker, Sotschi

30.04.2016, 15:18 Uhr | Sport

Schön, dass du sauber warst

Von Anno Hecker

Amerikaner haben ein Faible für große Inszenierungen. Doch wie das Magazin „Swimming World“ in seiner Sportart nun Doping mit dem „Geist der Menschlichkeit“ ausrotten will, ist schlechter als jeder Scherz und jede Satire. Mehr 3