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Mikaela Shiffrin Weltmeisterin mit 17

Als Kind wollte sie schneller als ihr großer Bruder fahren, das war schon mal ein guter Anfang. Die Amerikanerin Mikaela Shiffrin setzt sich stets hohe Ziele. Im WM-Slalom hängt das Ausnahmetalent die etablierte Konkurrenz ab.

© AP Vergrößern Von Stange zu Stange: Shiffrin auf ihrer Slalomfahrt zu Gold

Alex Hödlmoser ist kein Mann, der grundlos ins Schwärmen gerät. Muss er auch nicht, Hödlmoser ist Cheftrainer der amerikanischen Ski-Frauen, in seiner Mannschaft sind unter anderen die Olympiasiegerinnen Lindsey Vonn und Julia Mancuso, zwei der erfolgreichsten Skirennläuferinnen, die im Weltcup-Zirkus unterwegs sind. Kommt die Rede aber auf Mikaela Shiffrin, greift auch Hödlmoser zu großen Worten. „Sie ist ein unglaubliches Talent und sehr reif für ihr Alter“, sagt er. „Sie ist meiner Meinung nach im Slalom neben Marlies Schild die technisch stärkste Fahrerin. Mit Abstand sogar.“

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Am Samstag, im WM-Slalom von Schladming, war die 17 Jahre alte Amerikanerin Mikaela Shiffrin deutlich schneller als Marlies Schild, die Weltmeisterin 2011 - die Österreicherin fuhr ihr erstes Rennen nach einem Innenbandriss im Knie, und sie beendete es sehr respektabel, auf Platz neun.

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Mikaela Shiffrin aber war auch schneller als alle anderen: Sie gewann bei ihrer ersten WM Gold im Slalom, vor der Österreicherin Michaela Kirchgasser und Frida Hansdotter aus Schweden. Für Maria Höfl-Riesch endete die sonst so erfolgreich verlaufene WM ernüchternd: Als Vierte nach Lauf eins fädelte sie nach vielversprechender Fahrt ein. „Es ist bitter, so kurz vor dem Ziel auszuscheiden, sicher wäre eine Medaille möglich gewesen“, sagte Maria Höfl-Riesch. „Aber es geht so schnell, man fährt so enge Wege um die Stangen. Slalom ist einfach eine Gratwanderung.“

23243267 © AFP Vergrößern Ein unglaubliches Talent: Mikaela Shiffrin

Mikaela Shiffrin bewältigte diesen Grenzgang glänzend. „Es war verrückt“, sagte sie, „ich kann das gar nicht glauben“. Kein Wunder - in dieser Saison ging alles sehr schnell für Mikaela Shiffrin. Im vergangenen Dezember gewann sie in Are (Schweden) ihr erstes Weltcup-Rennen, danach ließ sie Siege bei den Slaloms in Zagreb und Flachau folgen. Nun ist sie Weltmeisterin, und alles sieht nach einer märchenhaften Karriere aus - ihre Trainer aber sehen das ganz anders. Sie sei ein Riesen-Talent ja, aber: „Sie trainiert auch unglaubliche Mengen“, sagt Hödlmoser, der Erfolg „kommt nicht von ungefähr“.

Mikaela Shiffrin war drei, als sie mit dem Skifahren begann. Sie lebte damals mit ihren Eltern im Wintersportort Vail im Bundesstaat Colorado. „Ich bin meinem Bruder gefolgt, ich wollte immer schneller sein als er“, sagt sie. Ihr Bruder ist zweieinhalb Jahre älter - das war schon mal kein schlechter Anreiz.

„Sie ist ein unglaublich schneller Lerner“

Den behielt sie in den folgenden Jahren bei. Mit acht zog Familie Shiffrin an die Ostküste, Mikaela ging an die Burke Mountain Academy in Vermont und lernte dort den Rennsport zu lieben. „Mikaela war, als wir sie das erste Mal gesehen haben, schon sehr weit entwickelt“, sagt Hödlmoser. „Sie stand schon damals sehr gut auf dem Ski.“ Mit 16 bekam sie vom Verband eine professionelle Betreuung, Physiotherapeut, Konditionstrainer, Zugang zu besten Trainingsmöglichkeiten. Und machte einen gewaltigen Sprung. „Sie ist ein unglaublich schneller Lerner“, sagt Hödlmoser. „Das sieht man auch im Training. Da brauchst du nur irgendwas sagen, sie spürt das, und im nächsten Lauf macht sie das anders.“ Zudem ist sie ungemein ehrgeizig. Die Trainer sind überwältigt von ihrem Trainingseifer, auch daher rührt die erstaunliche Sicherheit und Konstanz, mit der sie als Siebzehnjährige schon im Slalom auftritt. „Sie hat diese Gabe, aber die hat sie sich auch sehr hart erarbeitet“, sagt Hödlmoser.

Mikaela Shiffrin of the U.S. skis during the second run of the women's Slalom race at the World Alpine Skiing Championships in Schladming © REUTERS Vergrößern Amerikanische Tugenden: technisch stark, mental unverwundbar

Mikaela Shiffrin setzt sich hohe Ziele, und eines dieser Ziele ist es, irgendwann den Gesamtweltcup zu gewinnen - auch wenn der im Moment noch weit weg ist. Doch sie macht auch in anderen Disziplinen schon Fortschritte, im Riesenslalom schaffte sie bei der WM als Sechste das beste Resultat ihrer Karriere, und auch in den schnellen Disziplinen, sagt Hödlmoser, „hat sie sehr gute Ansätze gezeigt“. Eventuell wird sie in der nächsten Saison auch im Super-G starten. Mikaela Shiffrin, sagte Lindsey Vonn vor einiger Zeit, sei das größte Talent, das sie im Skisport gesehen habe. Sieht so aus, als sei an dieser Einschätzung einiges dran.

Mikaela Shiffrin

Geboren: 13. März 1995
Größe/Gewicht: 1,74 m/65 kg
Sportliche Erfolge: Slalom-Weltmeisterin 2013, drei Weltcup-Siege, sechsfache Podestfahrerin im Weltcup.

Quelle: F.A.S.

 
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