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Lindsey Vonn Rückzug mit offenem Ende

Lindsey Vonn erklärt nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen via Facebook eine Auszeit vom Weltcup-Zirkus. Sie müsse wieder Kraft und Energie tanken.

© dpa Mental am Boden: Lindsey Vonn

Lindsey Vonn hat sich angewöhnt, hauptsächlich über soziale Netzwerke mit Fans und Öffentlichkeit zu kommunizieren. Auf Facebook teilt die amerikanische Skirennläuferin regelmäßig Belangloses wie etwa den Besuch einer Wohltätigkeitsveranstaltung mit - manchmal aber auch wichtige Neuigkeiten. Am Montagabend übermittelte sie per Handy, was sie nach ihrem verkorksten Wochenende in Val d’Isère mit zwei Ausfällen angedeutet hatte: Sie wird eine Pause einlegen und erst im nächsten Jahr in den Weltcup zurückkehren. Einen genauen Zeitpunkt nannte sie zwar nicht, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie am Neujahrstag in München und vier Tage später in Zagreb starten wird.

„Ich denke, dass einige Zeit weg von den Bergen mir helfen wird, die physische Stärke zurückzubekommen, die ich brauche, um mich auf einem Level zu messen, das ich von mir selbst fordere“, schrieb sie. Statt von Courchevel nach Åre in Schweden zu fliegen, reiste sie offenbar direkt nach Amerika. Sie kehre erst wieder in den Weltcup zurück, „wenn sie wieder bei vollen Kräften ist“, ließ ihr Trainer Alex Hödlmoser österreichischen Medien gegenüber verlauten. Der 28-Jährigen musste bewusst sein, dass es Spekulationen geben würde, und sie entschied sich deshalb für eine ausführliche Erklärung. Sie betonte, dass ihr Rückzug nichts mit ihrem Interview im „People Magazine“ zu tun habe. Dort hatte sie eine psychische Erkrankung offenbart, deren Symptome auf eine Depression hindeuten und zum ersten Mal 2002 auftraten.

Aufmacher-Bild Vonn © dapd Vergrößern Leerer Blick: Die Amerikanerin braucht eine Auszeit

Vonn begründete ihren Verzicht auf die nächsten Rennen mit ihrer Darminfektion im November. Seitdem habe sie „mit fehlender Energie und Kraft zu kämpfen“. Dass ihr Interview in jenen Tagen erschien, in denen ihr sportlich alles misslang, sei Zufall. „Ich habe es, Wochen bevor ich wegen meiner Darminfektion im Krankenhaus war, gegeben.“

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Die beste Skirennläuferin der vergangenen Jahre steckt in der vielleicht schwierigsten Phase ihrer Karriere. Im Oktober war sie mit dem Ziel in die Saison gestartet, zum fünften Mal den Gesamtweltcup zu gewinnen und Rekorde zu brechen. Noch fünf Siege fehlen ihr, um in der ewigen Weltcup-Rangliste zur mit 62 Erfolgen führenden Österreicherin Annemarie Moser-Pröll aufzuschließen. Aber dann schied sie beim Auftakt in Sölden aus. Beim Riesenslalom, den sie ein Jahr zuvor gewonnen hatte. Anschließend verzichtete sie auf den Slalom in Levi Mitte November, um sich auf die Rennen in Nordamerika vorzubereiten, wie es zuerst hieß. Tatsächlich aber kämpfte sie da schon mit Darmproblemen, sie musste ein paar Tage im Krankenhaus verbringen.

Eine Woche später in Aspen kehrte sie zurück, ein paar Kilo leichter, etwas geschwächt und wohl auch deshalb nicht besonders erfolgreich. Dann kamen die Speedrennen in Lake Louise. Auf ihrer Lieblingspiste spielt es offenbar keine Rolle, wie fit sie ist, sie holte bei drei Starts drei Siege. Aber in Europa lief es bisher nicht nach Wunsch, die Slowenin Tina Maze ist im Gesamtweltcup enteilt. Vonn bleibt nach ihrer Rückkehr als Ziel wohl nur noch die WM im Februar in Schladming - und der Rekord von Annemarie Moser-Pröll.

Bild Vonn 1 © dpa Vergrößern Überragende Ergebnisse bedürfen Dynamik: Doch „Energie und Kraft“ hätten ihr zuletzt gefehlt, erzählt die Abfahrtskönigin

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
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