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Im Gespräch: Markus Aschauer Glühwein und Eis

11.01.2009 ·  Markus Aschauer ist Betriebsleiter der Bob- und Rodelbahn in Königssee - einer Kunsteisbahn. Angesichts der Kälte könnte man meinen, seine Mitarbeiter seien derzeit beschäftigungslos. Im Gespräch mit der Sonntagszeitung erklärt Aschauer, warum das nicht stimmt - und warum er den Sommer liebt.

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Die Bob- und Rennrodelbahn am Königssee ist eine Kunsteisbahn. Müssen Sie sich als Betriebsleiter bei der derzeitigen Kälte eigentlich Sorgen machen?

Wieso das denn?

Vielleicht vereist Ihr Kunsteis?

Kunsteis ist ja kein besonderes Eis, sondern wie Natureis – nur eben künstlich hergestellt. Frieren tut alles gleich.

Also ist Ihr Kunsteis mittlerweile Natureis?

Das kann man durchaus so sagen. Dieses Jahr ist es schon extrem kalt, und die Bahn liegt zudem ja absichtlich an einem besonders schattigen Plätzchen. Wir haben hier im Moment meistens so minus zwölf, minus dreizehn Grad. Da brauchen wir das Eis nicht mehr extra zu kühlen.

Das heißt, Sie machen ein gutes Geschäft mit der Kälte?

Wir können dadurch schon aufwendige Energiekosten sparen. Von der Seite betrachtet, haben wir derzeit richtig gutes Wetter! Auch wenn man selbst vielleicht ziemlich friert.

Schnee begeistert Sie weniger?

Schnee ist eher schlecht, weil man den aus der Bahn entfernen muss. Noch schlimmer als Schnee ist für uns nur Regen. Wenn Regentropfen auf kaltes Eis fallen, friert das Regenwasser fest, und die Eisschicht in der Bahn wird schnell zu dick.

Dann rücken Sie mit Maschinen an?

Genau. Allein bei Reif müssen dreimal täglich zwölf Mann mit der Hobel- oder Fräsmaschine in die Bahn. Und in den Kurven wird alles per Handarbeit gemacht. Da haben wir bei den vielen Weltcup-Rennen, die derzeit bei uns stattfinden, mit der trockenen Kälte schon Riesenglück. Die Maschinen können wir beruhigt in der Garage stehen lassen.

Und die zwölf Mann sind arbeitslos?

Nein, nein. Die schicken wir einfach alle zum Glühweinholen.

Sie beschäftigen sich durchweg mit Regen, Schnee, Eis, Kälte. Im Sommer müssen Sie unglücklich sein?

Im Gegenteil: Der Sommer steht positiv über allem. Ich liebe es, wenn ich im August bei neunzehn Grad Wassertemperatur im Königssee schwimmen kann. Jetzt hat der See nur zwei Grad. Der friert wahrscheinlich bald zu. Da geht man lieber nicht schwimmen.

Die Fragen stellte Mischa Drautz

Quelle: F.A.Z.
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