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Ski alpin in Aspen : Ein weiterer „toller Tag“ mit Neureuther

Im Slalom in Aspen reicht es für Felix Neureuther nochmal zu Platz zwei. Bild: dpa

Zum Ausklang des Winters holt Felix Neureuther in Aspen zwei zweite Plätze. Der Auftritt motiviert ihn für die kommende Saison, die die letzte für ihn sein könnte.

          Hörer des im Südwesten Deutschlands populären Radiosenders SWR 3 können sich derzeit auf einen „tollen Tag“ mit einem äußerst beliebten Sportler freuen, dessen angestammter Wirkungskreis eigentlich gar nicht zum Sendegebiet gehört. Er kommt nämlich aus Bayern. „Outdoor-Spaß mit Felix Neureuther“ wird angepriesen; wer dabei sein will, muss sich aber erst mal beweisen und live im Radio einen imaginären Slalom-Kurs bewältigen, dessen Richtungstore mit „beep“ oder „boap“ für links und rechts vorgegeben sind. Nicht ganz einfach, aber machbar.

          Dass Deutschlands bester Skifahrer ein ausgewiesener Experte für das Einprägen von Strecken und das schnelle Umschalten von Links- auf Rechtskurven ist, hat er wieder einmal beim Saisonfinale in Aspen bewiesen. Den finalen Riesenslalom im Frühlingsschnee von Colorado bewältigte Neureuther außergewöhnlich stark – mit Bestzeit im ersten Durchgang. Nur der Serien- und Gesamt-Weltcupsieger Marcel Hirscher aus Österreich verhinderte im zweiten Lauf den ersten Weltcupsieg von Neureuther seit Februar 2016.

          Es wäre sein 13. insgesamt gewesen und sogar erst der zweite im Riesenslalom überhaupt. Doch auch als Zweiter war der Routinier aus Partenkirchen hochzufrieden. „Ich habe dem Marcel ein bisschen Paroli bieten können“, sagte der 32-Jährige. „Das war wirklich sehr gut.“ Auch im Slalom fuhr er am Sonntagabend als Zweiter aufs Podium; einzig der Schwede Andre Myhrer war 0,14 Sekunden schneller. Und obwohl erschöpft vom langen Winter, schob Neureuther noch hinterher: „Von mir aus könnte jetzt die Saison beginnen.“

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          Wobei nicht ausgemacht ist, dass der Spruch wirklich als Witz gemeint war, schließlich ist Skifahren das, was Neureuther am meisten liebt. Seine Leidenschaft für das Leben in den Bergen und seinen Sport hat er in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erklärt: „Wenn du da oben stehst, allein, und schaust runter und denkst dir, da darfst du jetzt runterfahren, in dieser Umgebung, in dieser Natur, in dieser Kulisse! Das ist, auch ohne Menschen, die zuschauen, eine große, eine ganz große Bühne.“ Neureuther verbindet in seiner Profession zwei Pole, die für ihn zusammengehören. „Alpines Rennfahren ist Extremsport“, sagt er. „Skifahren hat aber immer auch mit Geschmeidigkeit zu tun, mit Eleganz und Ästhetik.“ Erfolge, die eine Karriere wie seine hervorrufen, sind für ihn nur ein Teil des Gesamtbildes. Auch das Genießen der Momente gehört für ihn dazu.

          Doch bei aller Lust auf Entschleunigung ist Neureuther bislang immer noch vom Drang nach Beschleunigung geprägt. Und so motiviert ihn sein guter Auftritt in Aspen schon für die kommende Weltcup-Saison, die möglicherweise die letzte für ihn sein wird. Und weil im Riesenslalom neue Ski mit veränderten Radien eingeführt werden, muss er noch einmal umlernen. „Wir sind alle gespannt, wie das sein wird“, sagte Neureuther und kündigte an, unmittelbar mit Materialtests zu beginnen. Zwischendurch will er aber noch mit den Radio-Gewinnern einen „tollen Tag in den Bergen erleben“. Mit Trecking, Klettern, Biken und einer Brotzeit auf der Hütte. „Wir werden richtig Spaß haben“, kündigt Neureuther an. Und sicher scheint: Egal, was die Leute sagen, er wird den geschenkten Tag in der Natur auf jeden Fall genießen.

          Quelle: F.A.Z.

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