Sie haben alles riskiert und damit viel gewonnen. Alles noch nicht, denn die Kür steht Aljona Savchenko und Robin Szolkowy am Freitagabend noch bevor. Aber die Titelverteidiger der Paarlaufkonkurrenz haben sich schon einmal in Position gebracht. Ganz vorne, wie fast immer, setzten die beiden Chemnitzer bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Nizza den Maßstab und produzierten dazu noch eine bestaunte, beifallumrauschte Premiere. Sie überstanden den allein von ihnen beherrschten Dreifachwurfaxel auf imponierende Weise.
Dass Aljona Savchenko ihn zur Sicherheit auf zwei Füßen landete, hatte vor allem mit dem Respekt vor dem großen Satz zu tun, der bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi zum Paradesprung der beiden werden soll. Mit 68,63 Punkten gehen die Deutschen jedenfalls als Erste der Paarlaufkonkurrenz in die Kür und sind damit auf dem besten Weg, zum vierten Mal weltweit die Nummer eins in ihrer Disziplin zu sein. Zweite sind vorläufig die zweimaligen chinesischen Weltmeister Pang/Tong (67,10 Punkte), die in Nizza ihren ersten großen Wettbewerb in dieser Saison bestreiten. Überraschend Dritte waren die Japaner Takahashi/Tran (65,37) nach dem Kurzprogramm.
„Eigentlich habe ich mich sicher gefühlt, aber die Erfahrung hat gefehlt“, beurteilte Aljona Savchenko den von ihr gemeisterten Königssprung des Paarlaufs, „wir sind hier emotional gut drauf.“ Hätte ihr Partner den Dreifachtoeloop nicht überdreht, die Führung wäre komfortabler ausgefallen. So aber ist der Vorsprung vor den chinesischen Routiniers nur hauchdünn. Nichts, was das in puncto Ausstrahlung mit Abstand eindrucksvollste Paar nervös machen könnte. „Sie sind gut drauf: sehr konzentriert und sehr energisch“, lobte Trainer Ingo Steuer die verheißungsvolle Vorstellung seines Paars.
Ausrutscher bei der Todesspirale
Viele Stürze und Ausrutscher kennzeichneten Teil eins der Paarlauf-Konkurrenz. Am härtesten traf es dabei die russischen Europameister Wolososchar/Trankow. Nachdem Tatjana Wolososchar schon beim Dreifachwurfflip auf beiden Schlittschuhen gelandet war und das mitfavorisierte Paar überhaupt sehr nervös und unkonzentriert gewirkt hatte, passierte das große Malheur kurz vor dem Ende ihres Programms, als der für Kunstlaufverhältnisse hünenhafte Maxim Trankow bei der Todesspirale ausglitt und damit auch seine Partnerin aus der Fassung brachte. Mit gerade mal 60,48 Punkten blieben die beiden Moskauer zwölf Punkte hinter ihrer Bestleistung zurück und stürzten vorläufig auf Rang acht bei dieser WM.
Auch die beiden anderen deutschen Paare landeten hart nach dem ersten Teilstück dieser WM. Maylin Hausch und Daniel Wende, die deutschen Meister, waren schließlich nach einem Sturz beim Dreifachwurfsalchow Fünfzehnte, Mari Vartmann und Aaron van Cleave kamen nach einem braven Auftritt auf Platz sechzehn. Die Show aber gehörte am Mittwochnachmittag Savchenko/Szolkowy mit ihrem Mut, ein Wagnis einzugehen. Es hat sich gelohnt.