http://www.faz.net/-gtl-7kkum

Eishockeyspieler Björn Krupp : Ein großer, starker Junge

Nationalspieler mit bekanntem Namen: Björn Krupp Bild: nordphoto

Eishockeyprofi Björn Krupp bewegt sich auf den Spuren seines Vaters Uwe. Nun ist der Sohn auch in der Nationalmannschaft angekommen, obwohl er im Vergleich zum Senior ein Spätentwickler ist.

          Der Name verpflichtet: Das deutsche Eishockey und die Familie Krupp haben erst auf Umwegen wieder zueinander gefunden, doch seitdem sich die Wege aufs Neue kreuzten, geht es für alle Beteiligten mit guten Ergebnissen voran. Uwe Krupp, den es früh nach Nordamerika zog und der dort 1996 mit dem Gewinn des Stanley Cups mit den Colorado Avalanche Maßstäbe setzte, beweist nun schon seit zweieinhalb Jahren als Chefcoach der Kölner Haie, dass er ein glückliches Händchen besitzt, wenn es darum geht, ein Team mit überschaubaren Möglichkeiten sportlich weiterzuentwickeln.

          Ähnlich gewinnbringend agierte der heute 48-Jährige zuvor nach seiner Rückkehr in die Heimat schon als Seiteneinsteiger bei der Nationalmannschaft. Und nun ist es sein Sohn Björn, der ihm in punkto Zielstrebigkeit noch nie nachstand, der die Erfolgsgeschichte mit einem eigenen bemerkenswerten Kapitel fortschreiben möchte.

          Der Filius, in Buffalo geboren, gab am Dienstag sein Debüt in der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB): Der 22-Jährige war beim 3:4 nach Penaltyschießen im Länderspiel gegen Lettland erstmals international zum Einsatz gekommen. Und war hinterher, ungeachtet der Niederlage, beeindruckt von der Erfahrung: „Das war alles sehr aufregend“, sagte er nach der Partie, in der er und seine Nebenleute kämpferisch zu gefallen wussten.

          Auch wenn der Gegner das bessere Ende für sich hatte, befand Björn Krupp: „Hat Spaß gemacht.“ Immerhin gewannen die Deutschen dann am Mittwoch in Essen den zweiten Vergleich mit Lettland 4:0. Zweifacher Torschütze war dabei der Hamburger David Wolf. Die weiteren Treffer schossen Daryl Boyl und Matthias Plachta.

          Vater Uwe trainierte auch die deutsche Nationalmannschaft

          Der 1,91 Meter große und 92 Kilo schwere Abwehrmann Krupp gehört zu den Kandidaten, um die der DEB bis zur nächsten Heim-WM 2017 eine schlagkräftige Mannschaft rekrutieren möchte. Krupp junior ist anders als sein Senior ein Spätentwickler. Erst als Teenager wurde in ihm die Lust auf die Puckjagd geweckt. Nach der Trennung seiner Eltern lebte er zunächst bei der Mutter in Köln. Als er 2002 zu seinem Papa nach Atlanta zog, wurde sein Talent entdeckt und gefördert.

          Basis für Björn Krupps schnelle Fortschritte ist seine gute Schlittschuhtechnik. Auf hohem Niveau spielte er für die U-17-Junioren im „Team USA“ und von 2008 bis 2011 für die Belleville Bulls aus der kanadischen Nachwuchs-Liga OHL. Dann folgte er wieder dem Vater, um mit seinem liebsten Zeitvertreib auch gutes Geld zu verdienen: Bei den Haien, wo er mit seinem Vater ausschließlich Englisch redet und ihn in der Kabine als „Coach“ anspricht, hat er sich als robuste Defensivkraft etabliert.

          Inzwischen ist er bei den Kölner Haien - genau wie sein Sohn Björn

          Das Verhältnis des Duos, berichten die Kollegen, sei durchweg professionell. Nicht einmal hinter vorgehaltener Hand kommt die Andeutung, dass Uwe Krupp seinen Stammhalter bevorzugen könnte. „Er fasst mich eher härter an als die anderen“, sagte Björn Krupp und fügte an: „In der Nationalmannschaft werde ich nicht so oft angeschrien.“

          Wozu es nach Ansicht von Pat Cortina auch keinen Anlass gibt. „Er spielt einfaches, effektives Eishockey in seinem Klub. Das wollen auch wir von ihm sehen“, sagte der Bundestrainer. Björn Krupp sei „ein großer, starker Junge“, der sich „jedes Jahr“ verbessere. An Ehrgeiz und Zielen mangelt es ihm nicht. Die NHL, in der sein Vater als erster deutscher Titel-Held umjubelt wurde, gehört dazu. Einen Vertrag bei den Minnesota Wild als Perspektiv-Spieler hat Björn Krupp bereits.

          Weitere Themen

          Stockholm kämpft um Olympia-Bewerbung

          Winterspiele 2026 : Stockholm kämpft um Olympia-Bewerbung

          22 Botschafter sollen es richten: Der schwedische Sport kämpft mit der geballten Prominenz seiner Spitzenathleten um die Olympiabewerbung Stockholms. Es geht darum, die Kommunalpolitik von einer Kandidatur zu überzeugen.

          Topmeldungen

          Streitgespräch : Handys raus?

          Haben Smartphones, Laptops und Tablets etwas in Vorlesungen und Meetings zu suchen? Die Professoren Miloš Vec und Jürgen Handke sind darüber diametral anderer Meinung. Wir haben sie an einen Tisch geholt – und es gab Streit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.