07.05.2007 · Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat die WM mit einem Sieg abgeschlossen. Das Team von Bundestrainer Krupp gewann zum Abschluss 6:5 gegen Weißrussland und verbesserte seine Chancen auf eine Teilnahme an den nächsten Olympischen Spielen.
Von Marc HeinrichAuch die Schlusspointe bei der Eishockey-Weltmeisterschaft ist der deutschen Nationalmannschaft gelungen. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp verabschiedete sich mit einem 6:5-Sieg gegen Weißrussland (3:2, 1:2, 2:1) aus dem Turnier in Moskau. Trotz des Erfolgs im finalen Zwischenrundenspiel reichte es nicht mehr zum erhofften Einzug ins Viertelfinale. Der letzte freie Platz ging an den elfmaligen Champion Tschechien, der von diesem Mittwoch an weiter um den Titel mitspielen darf.
Dennoch war es kein ganz unwichtiges Glückserlebnis: Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die zuvor mit dem geglückten Klassenverbleib ihr eigentliches Ziel bereits souverän erreicht hatte, wird sich in der kommenden, nach dem WM-Finale am Sonntag veröffentlichten neuen Weltrangliste um einen Platz auf den elften Rang verbessern. Die ersten neun Nationen des Rankings qualifizieren sich nach der kommenden WM in Kanada direkt für die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver. Die übrigen drei Plätze werden in Qualifikations-Turnieren ausgespielt.
„Gute Perspektiven“
DEB-Sportdirektor Franz Reindl sprach den Akteuren für die Auftritte in der russischen Hauptstadt sein Lob aus: "Hut ab vor dieser großartigen Mannschaft. Sie eröffnet uns für die Zukunft außerordentlich gute Perspektiven." Der Frankfurter Michael Hackert (6. Minute), der Hamburger Alexander Barta (13.), der Düsseldorfer Robert Dietrich (18.), der Berliner Sven Felski (26.) und der Iserlohner Michael Wolf (46. und 54.) sicherten bei diesem munteren Scheibenschießen mit ihren Toren Platz neun im Gesamtklassement. Dimitri Meleschko (2.), Alexander Kulakow (19.), Dimitri Dudik (27.), Konstantin Kolzow (34.) und Viktor Kostjutschenok (53.) konnten den ersten deutschen Sieg in einem Pflichtspiel gegen die ehemalige Sowjetrepublik nicht verhindern.
"Für uns war das heute ein Endspiel, deswegen haben wir nocheinmal alle Kräfte mobilisiert", sagte der überzeugende Frankfurter Verteidiger Sebastian Osterloh, einer von insgesamt 17 Neulingen, die in Moskau überzeugten, "das Glück haben wir uns erarbeitet." Überraschend hatte Krupp Dimitri Pätzold den Vorzug im Tor gegeben. Dimitrij Kotschnew, der bei der 2:0-Sensation gegen Tschechien hervorragend gehalten hatte, musste auf der Bank Platz nehmen. Schon nach 67 Sekunden musste Pätzold erstmal den Puck aus dem Netz holen. Meleschko war völlig frei zum Schuss gekommen und hatte die Unaufmerksamkeit der deutschen Abwehr ausgenutzt.
Emotion ersetzt Kraft
Doch der Aufsteiger ließ sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen, ihm kam aber auch entgegen, dass die Weißrussen einen Tag nach dem unglücklichen 3:4 gegen die Slowakei oft nicht mit letzter Konzentration am Werk waren. Allerdings erlaubten sich auch die Deutschen in der Abwehr so machen Fauxpas. "Wir haben versucht mit Emotion die fehlende Kraft wett zu machen", sagte Hackert hinterher.
Ausgerechnet er, der später als bester deutscher WM-Spieler ausgezeichnet wurde, leitete in Überzahl mit einem Scheibenverlust das 4:3 ein. Als danach eine Powerplaysituation ungenutzt blieb, geriet der Sieg noch einmal kurz in Gefahr, ehe wiederum Hackert das 5:4 von Wolf vorbereitete. Es war der vierte deutsche Überzahl-Treffer des Spiels und der achte im Turnier. Nach dem weißrussischen Ausgleich zum 5:5 war Torjäger Wolf abermals entscheidend zur Stelle.