30.07.2010 · Es läuft nicht rund bei Münchens Olympia-Bewerbung. Hätten sie mal gleich auf Markus Wasmeier gesetzt. Denn er schaffte in ein paar Minuten das, woran bisher die ganze Bewerbungsgesellschaft für die Winterspiele 2018 gescheitert ist.
Von Evi SimeoniEr sieht immer noch so aus, als brächte er eine Portion frische Bergluft mit herein in die Stube. Und so erfrischend redet der Markus Wasmeier auch, ganz besonders, wenn es um Olympia geht. Hoffentlich haben genügend Leute am vergangenen Dienstag die Diskussion im dritten Programm des Bayerischen Fernsehens verfolgt, in der Markus Wasmeier gleichzeitig als leidenschaftlicher Olympionike und als Verteidiger der bayrischen Heimat auftrat.
Denn der „Wasi“ hat in ein paar Minuten das geschafft, woran bisher die ganze Münchner Bewerbungsgesellschaft für die Winterspiele 2018 gescheitert ist: Er hat den Leuten vor Augen geführt, wie viel Glanz und Inspiration Olympische Spiele in ein Land bringen können.
Wasmeier deutete auf den wortreichen Olympiagegner Ludwig Hartmann von den Grünen und unterstellte glatt, dass auch der eine Begeisterung für den Sport haben müsse, allein schon, weil er ein „junger Mensch“ sei. Er selbst hat ja 1994 die ganze Nation in Erstaunen versetzt, als er neun Jahre nach seinem Weltmeistertitel von Bormio gleich zwei Olympische Goldmedaillen holte, im Super-G und im Riesenslalom.
Viel Verständnis für die Bauern von Garmisch-Partenkirchen
Und das, nachdem er in der olympischen Abfahrt nur Platz 36 belegt hatte, so dass damals manche Leute schon begannen, sich über ihn lustig zu machen. Wasmeier, mittlerweile 46 und immer noch ganz er selbst, kann also auch überzeugend glaubhaft machen, dass ein schwacher Beginn noch nicht viel über das Ende sagt.
Wasmeier, der Schlierseer, der schon als Kind auf Bergtouren mit seiner Mutter die Liebe zu seiner Heimat entwickelt hat, äußerte aber auch viel Verständnis für die Bauern von Garmisch-Partenkirchen, die Angst um ihren Grund und Boden und den Schutz der Natur haben. Und dass zu den konkreten Bedenken auch noch ein tief empfundenes Misstrauen gegen alles kommt, was nach Fremdbestimmung aussieht.
Vielleicht sollte ihn deshalb die bayrische Staatsregierung zu ihrem nächsten Feuerwehr-Einsatz nach Garmisch-Partenkirchen mitnehmen. Wenn sie ihren nächsten Plan B präsentiert – das wäre doch einmal ein konstruktiver Plan W.