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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Biathlon-WM Drei Weltmeister hergeschenkt

 ·  Ein Treffer fehlt zu Gold, 0,8 Sekunden zu Bronze: Nicht Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer oder Michael Greis stehen in Ruhpolding ganz oben auf dem Treppchen - sondern der kroatische Slowene Jakov Fak.

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© AFP Bis zum letzten Schießen war Gold für Deutschland im Bereich des Möglichen

Späte Schießfehler haben den deutschen Biathleten den Titel und die Medaillen bei der Heim-WM in Ruhpolding gekostet. Bis zum letzten Auftritt am Schießstand lagen Arnd Peiffer, Andreas Birnbacher und Michael Greis am Dienstag im Klassiker über 20 Kilometer auf Goldkurs - doch dann vergab das bis dahin fehlerfreie Trio in der ChiemgauArena die durchaus möglichen Medaillen. „Welche Mannschaft kann es sich schon leisten, drei Weltmeistertitel herzuschenken?“, sagte Bundestrainer Fritz Fischer mit Galgenhumor.

Sein Kollege Mark Kirchner stellte fest: „Wenn ich bei der WM bin, und vor dem letzten Schießen die Chance auf Gold habe, und dann ohne Medaille zufrieden bin, dann wäre ich als Trainer fehl am Platz.“

Birnbacher leistete sich mit dem letzten Schuss einen Fehler und landete mit einem Rückstand von nur fünf Metern auf den Bronzeplatz Vierter. „Es ist leider keine Medaille geworden, war aber trotzdem eine gute Leistung“, bilanzierte er. Peiffer hatte sogar zwei Scheiben stehen gelassen und wurde Siebter. „Es wäre so einfach gewesen“, sagte er. Greis leistete sich einen Fehlschuss und beendete das Rennen als Elfter. „Man muss die Kirche im Dorf lassen, wenn man weiß, wo ich hergekommen bin. Ich bin sehr zufrieden“, sagte der dreimalige Olympiasieger von Turin 2006.

Peiffers letztes Schießen

Weltmeister wurde Jakov Fak aus Slowenien, der bei den letzten Olympischen Winterspielen noch Sprint-Bronze für Kroatien gewonnen hatte. Silber ging an den Franzosen Simon Fourcade vor dem Tschechen Jaroslav Soukup. Auch Minuten nach seinem Coup konnte es der strahlende Fak noch nicht fassen - seine Rechnung war aufgegangen. „Ich habe meine Staatsbürgerschaft geändert, weil ich mit einem größeren Team trainieren wollte. Ich glaube, die Fans in beiden Ländern sind sehr froh. Das ist ein großer Tag für mich“, sagte er.

Auch für den entthronten Sprint-Weltmeister Peiffer hätte es ein ganz, ganz großer Tag werden können. „Es ist ärgerlich, dass ich den letzten weggeschossen habe. Bitter, wenn man sieht, dass ich nur 36,5 Sekunden zurück bin“, sagte Peiffer.

Der Harzer war sogar mit der drittbesten Laufzeit über die 20 Kilometer unterwegs. Ein Fehlschuss kostet im Einzel-Wettbewerb eine Minute, einmal hätte Peiffer sogar vorbeischießen können. Der 24-Jährige, der schon am Auftakt-Donnerstag in der Mixed-Staffel mit zwei Fehlern im letzten Schießen das mögliche Gold vergeben hatte, war bedient und hatte allen Grund, mit sich selbst zu hadern.

Birnbachers Pech

Noch ärger kam es für Birnbacher. Dem Schlechinger fehlten acht Zehntelsekunden auf Bronze. „Ich bin etwas enttäuscht, denn bei der WM hängt man sich gerne eine Medaille um den Hals. Beim letzten Schuss habe ich mir gedacht, denn triffst du auch noch und dann war er schon vorbei“, sagte Birnbacher. Nach einer starken letzten Runde durfte er als Dritter zunächst in der Siegerbox für die Top Drei Platz nehmen - doch dann kam Soukup. „Ich habe im Ziel gehört, da kommt keiner mehr und dann kam doch noch einer“, gab Birnbacher zu.

Dabei hatte es so gut begonnen. Umjubelt war der Auftakt, als Peiffer, Birnbacher und Greis beim ersten Schießen alle Scheiben abräumten. Nur Schempp, der einzige mit Podestplatz in diesem Winter, leistete sich gleich drei Fehlschüsse, sieben waren es am Ende. Nach dem dritten Schießen - immer noch ohne Strafminute - lag Peiffer vorne, Birnbacher knapp dahinter, Greis reihte sich als Fünfter ein.

Die Aussichten waren glänzend, ehe der bittere letzte Auftritt am Schießstand alle Träume platzen ließ. Die Verantwortlichen haben eine zeitnahe Leistungsanalyse angekündigt. Die Krisensitzung haben die Norweger nach den Enttäuschungen im Sprint und in der Verfolgung schon hinter sich. Doch auch über die 20 Kilometer gab es nichts zu holen. Mit Svendsen, Rekord-Weltmeister Björndalen und Bö hatten die Norweger immerhin die letzten drei WM-Titel im Einzel gewonnen.

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