Home
http://www.faz.net/-gu7-6y5f5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Biathlon-WM Deutsche Statistenrolle

Im Sprint laufen die deutschen Männer bei der Biathlon-WM abgeschlagen hinterher. Das kam unerwartet. Die Rückstände haben Auswirkungen auf die Verfolgung am Sonntag. Die Devise heißt: Schadensbegrenzung.

© dpa Vergrößern Andreas Birnbacher und seine Landsmänner vergaben eine Medaille am Schießstand

Wer hätte gedacht, dass 28.000 Menschen mit einem Mal so still sein können. Dabei war der Sprint in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena noch in vollem Gange.

Claus Dieterle Folgen:  

Für die meisten Zuschauer war das 10-Kilometer-Rennen aber bereits gelaufen. Alle Favoriten im Ziel, darunter auch die deutschen Biathleten. Kollektiv abgeschlagen und in einer Statistenrolle, wie das niemand zuvor erwartet hatte.

Mehr zum Thema

Als nach 139 Läufern Bilanz gezogen wurde, war die aus deutscher Sicht mehr als ernüchternd. Andreas Birnbacher auf Rang 16, Simon Schempp an Position 19, Michael Greis 26. und Arnd Peiffer, der Sprint-Weltmeister von 2011, gar auf Rang 37.

Keiner war mit weniger als zwei Strafrunden vom Schießstand weggekommen, aber das war nicht das Problem: Den beiden Ersten, dem Franzosen Martin Fourcade und Emil Hegle Svendsen aus Norwegen, war es genauso gegangen. Nur konnten die beiden Führenden im Gesamt-Weltcup dank ihrer läuferischen Qualitäten sogar den fehlerfreien Dritten, den Schweden Carl Johann Bergman, hinter sich lassen.

An mangelnder Unterstützung der Zuschauer in Ruhpolding hat es nicht gelegen © dapd Vergrößern An mangelnder Unterstützung der Zuschauer in Ruhpolding hat es nicht gelegen

Die deutschen Biathleten konnten es nicht an diesem Tag. Zu viele Fehler am Schießstand, unerklärliche Zeitverluste auf der Strecke - Defizite in allen Teilbereichen. „Es war zäh und tief auf der Strecke“, das war der meistgebrauchte Satz. Peiffer sagte: „Ich habe in der ersten Runde schon viel verloren und wusste nicht, wo. Ich muss das erstmal verdauen.“

Birnbacher, mit 1:12,8 Minuten Rückstand noch halbwegs in Schlagweite zur Spitze, bekannte, dass er sich „weder beim Schießen noch beim Laufen hundertprozentig gefühlt habe“. War man etwa doch beeindruckt von der Kulisse, gelähmt vom sogenannten Heim-Druck, vom allgemeinen Trubel? Ein bisschen vielleicht. „Aber wir sind Profis genug, um das wegzustecken“, sagte Peiffer.

In den Schnee gesetzt: Simon Schempp und seine deutschen Kollegen © dpa Vergrößern In den Schnee gesetzt: Simon Schempp und seine deutschen Kollegen

Natürlich muss man auch die Materialfrage stellen. Da übten sich die deutschen Skijäger in Diplomatie. „Man kann nicht immer erwarten, dass man Supermaterial hat“, sagte Birnbacher. Peiffer räumte allerdings fairerweise ein: „Selbst mit dem besten Ski der Welt hätte ich heute keine Topleistung gebracht.“

Das Dumme ist, dass die Rückstände aus dem Sprint mit in die Verfolgung am Sonntag genommen werden. Nur Birnbacher darf noch ein bisschen hoffen, beim Rest heißt die Devise: Schadensbegrenzung.

Martin Fourcade (Mitte) siegte vor Emil Hegle Svendsen (links) und Carl Johan Bergman © dapd Vergrößern Martin Fourcade (Mitte) siegte vor Emil Hegle Svendsen (links) und Carl Johan Bergman

Quelle: F.A.S.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
DFB-Pokal Bayern erfüllt die Pflicht

Leichte Übung in Münster: Bayern München regelt die Angelegenheit in der erste Runde des DFB-Pokals beim Drittligaklub frühzeitig und souverän. Mehr

17.08.2014, 17:58 Uhr | Sport
Diamond League in Zürich Der 50.000-Dollar-Wurf

Mit dem Tagessieg im traditionsreichen Letzigrund von Zürich gewinnt der deutsche Speerwerfer Thomas Röhler die Diamond-League-Serie - und damit 50.000 Dollar. Kugelstoßer Storl verpasst den Jackpot nur knapp. Mehr

28.08.2014, 22:34 Uhr | Sport
Schwimmerin Sarah Sjöström Atemlos in eine neue Dimension

Sarah Sjöström dominiert mit drei Goldmedaillen und einmal Silber bei der Schwimm-EM in Berlin. Besonders beeindruckend ist ihr Sieg über 50 Meter Schmetterling – ein ganzes Rennen ohne Luftholen. Mehr

22.08.2014, 12:23 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.03.2012, 15:51 Uhr

Kapitän Khedira?

Von Christian Kamp

Wer wird nach Lahms Rücktritt Kapitän der Fußball-Nationalelf?  Hummels, Müller, Neuer und Khedira kommen in Frage, Schweinsteiger wohl eher nicht. Eine Abwägung vor dem Spiel gegen Argentinien. Mehr 5 2