07.02.2007 · Martina Glagow ist bei der Biathlon-WM in Antholz im Einzelrennen über 15 Kilometer Dritte geworden. Mit einem Schießfehler hatte sie am Ende einen Rückstand von 1:35,6 Minuten auf die Siegerin Linda Grubben aus Norwegen.
Auch ohne die pausierende Doppelweltmeisterin Magdalena Neuner haben die deutschen Biathletinnen im dritten Rennen bei den Weltmeisterschaften in Antholz ihre Medaillenserie fortgesetzt. Martina Glagow (Mittenwald) ist im Einzelrennen über 15 Kilometer Dritte geworden. Mit einem Schießfehler hatte Glagow am Ende einen Rückstand von 1:35,6 Minuten auf die Siegerin Linda Grubben.
Die Norwegerin gewann am Mittwoch in der Zeit von 46:24,3 Minuten und blieb dabei ebenso ohne Schießfehler wie die Zweitplatzierte Florence Baverel-Robert aus Frankreich. Titelverteidigerin Andrea Henkel (Großbreitenbach) wurde mit drei Fahrkarten und der zweitschnellsten Laufzeit des gesamten Feldes bei einem Rückstand von 2:11,2 Minuten hinter Tora Berger aus Norwegen und der Schwedin Anna Carin Olofsson Sechste. Für WM-Neuling Kathrin Hitzer (Gosheim) reichte es nach fünf Schießfehlern mit 4:46,5 Rückstand nur zu Platz 31. Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) ist krankheitsbedingt ausgeschieden.
Schon drei Medaillen im Damen-Team
„Der dritte Platz ist nach der zweiwöchigen Krankheitspause einfach super. Ich kann's kaum fassen, hätte nie gedacht, dass ich schon wieder so in Form bin“, sagte Glagow im Umkleidezelt und fiel Andrea Henkel um den Hals. Gemeinsam mit ihrer ebenfalls nur 1,58 Meter großen Zimmerkollegin ließ sie den Freudentränen freien Lauf.
„Jetzt haben wir schon drei Medaillen im Damen-Team, das ist doch super.“ Zuvor hatte die 19 Jahre alte Magdalena Neuner aus Wallgau im Sprint und im Verfolgungsrennen über 10 Kilometer die Goldmedaille gewonnen. Bei den Herren hatte sich Michael Greis aus Nesselwang am Dienstag Silber im 20-km-Einzelrennen gesichert. „Andrea holt sie sich beim Massenstart“, sagte Glagow.
Trainer Müssiggang lobte ihre Abgeklärtheit
Gewonnen hat die Mittenwalderin das vierte deutsche Edelmetall in Antholz wegen ihrer Übersicht beim Schießen. „Vom ersten Anschlag an mußte ich mich heute brutal konzentrieren. Beim letzten Schießen habe ich total gewackelt, mußte um jeden Schuss kämpfen“, sagte sie. Als sie das Ziel nur noch wacklig sah, setzte sie noch einmal ab. „Sonst wäre es ein Fehler und die Medaille futsch gewesen“, sagte Glagow nach dem sechsten WM- Edelmetall ihrer Laufbahn.
Meistermacher Uwe Müssiggang lobte sie dann auch ob der Abgeklärtheit. „Sie hat am Schießstand alles richtig gemacht. Und der lange Kanten wird nun mal vorwiegend beim Schießen entschieden. Hätte Andrea bei ihrer letzten Serie getroffen, wäre sie die Medaillengewinnerin gewesen“, sagte der Bundestrainer.
Kati Wilhelm musste aussteigen
Ein Fragezeichen steht nach dem Ausscheiden von Kati Wilhelm hinter den nächsten Starts der dreimaligen Olympiasiegerin. Sie hatte sich bereits am Vortag etwas unwohl gefühlt, klagte dann beim Anschießen über Magenprobleme. „Ich fühlte mich plötzlich total kaputt. Scheiße - das wäre heute ein prima Schießen geworden“, haderte die kreidebleiche Wilhelm, nachdem sie bei Hälfte des Rennens ausgestiegen war. „Eine völlig richtige Entscheidung. Ich hoffe, wir bekommen sie bis zum Wochenende wieder hin“, sagte Mannschaftsarzt Bernd Wolfarth.