09.03.2010 · Elf Jahre im Biathlonzirkus sind genug, findet Kati Wilhelm - und macht Schluss: „Die Olympischen Winterspiele waren noch einmal ein Höhepunkt, aber nun ist es Zeit, die Biathlonstrecke jüngeren Leuten zu überlassen.“
Elf Jahre im Biathlonzirkus sind genug, findet Kati Wilhelm - und macht Schluss. Noch nicht sofort, denn noch ist die Weltcupsaison nicht beendet. Aber nach dem Finale am 28. März in der westsibirischen Stadt Chanty-Mansijsk wandert das Kleinkalibergewehr endgültig in den Schrank und die Ski werden nur noch zum Vergnügen angeschnallt. Dann stehen Studienabschluss und Beruf im Vordergrund.
„Ich habe alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Die Olympischen Winterspiele waren noch einmal ein Höhepunkt, aber nun ist es Zeit, die Biathlonstrecke jüngeren Leuten zu überlassen“, sagt die 33 Jahre alte Thüringerin mit zeitweiligem Wohnsitz Ruhpolding. Ihre vierten und letzten Olympischen Spiele brachten ihr vor knapp zwei Wochen in ihrem Lieblingsreiseland Kanada noch einmal die Bronzemedaille mit der Staffel ein, nachdem es in den Einzelrennen nicht ganz so glücklich gelaufen war.
Es war der olympische Schlusspunkt hinter eine herausragende Karriere: Kati Wilhelm ist dreimalige Olympiasiegerin, hat fünf WM-Titel errungen, 2005/06 den Gesamt-Weltcup gewonnen und nach insgesamt 17 Einzelrennen ganz oben auf dem Podest gestanden. 2006 wurde sie zur Sportlerin des Jahres gewählt. Bevor sie jetzt in den sportlichen Ruhestand geht, will sie die noch ausstehenden Weltcups in Lahti, Holmenkollen und Chanty-Mansijsk „noch einmal richtig genießen.“