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Biathlon-Gewehr Der tödliche Begleiter

 ·  Florian Graf machte beim Weltcup etwas, was einem den Atem stocken ließ. Er packte seine geladene Waffe am Schaft und pustete in den Lauf. Gewehre von Biathleten sind gefährliche Waffen - manchmal fehlt dafür das Bewusstsein.

Artikel Bilder (16) Lesermeinungen (15)
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Roland Müller

Lieber Herr Oberhof,

Kleinkalibergewehre oder Kleinkaliberpistolen sind in aller Regel keine tödliche Waffe, da die Durchschlagskraft zu schwach ist, um mehr als Platzwunden oder Prellungen zu verursachen. Was Sie allein schon daran erkennen können, das die Geschosse gern vom Wind verblasen werden. Es sei denn, das Geschoss trifft genau ins Auge. Disqualifiziert wurde der Herr Graf allerdings trotzdem zu Recht, da es jede Verletzung durch regelwidrige Handhabung der Waffe zu vermeiden gilt. Das war es aber auch schon.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.01.2013 08:05 Uhr
Paul Burger

Kleinkaliber nicht tödlich?????

Herr Müller, offenlichtlich verwechseln sie da Kleinkaliber (bis ca 200 Joule) und Luftgewehr (max7,5 Joule).
Erst in der Silvesternacht hat sich jemand mit einer Kleinkaliberpistole selbst erschossen nach dem er mit seinen Freunden auf offener Straße damit hantiert hat.
Das war ein einziger Schuß in den Bauch, der dann abgelenkt würde und das Herz traf.
Von "nur Platzwunde" kann überhaupt keine Rede sein.
Oder warum wird gerade dieses Kaliber (.22lr) am liebsten von Agenten des israelischen Geheimdienst eingesetzt, oder auch von Sky-Marshalls in Flugzeugen?
Kaliber .22 ist in vielen Fällen sogar tödlicher als ein glatter Durchschuß mit einer 9mm, da das Projektil im Körper mehrfach abgelenkt wird und dadurch verheerende Verletzungen verursacht.
Übgrigens Kaliber .22 hat den selben Durchmesser wie die aktelle Nato-Munituion, 5,56mm. letztere haben nur eine stärkere Treibladung.
Und zu behaupten, daß nur ungefährliche Kaliber vom Wind abgelenkt wird zeugt schon von absoluter Unkenntnis

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Marcel von Olnhausen

Sicher?

Sehr geehrter Herr Müller,

Ihre Beschreibung der Verletzungen treffen meiner Meinung nach im besten Fall für frei verkäufliche Waffen ab 18 Jahren zu.

Können Sie mir eine seriöse Quelle für ihre Aussage geben?

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 08.01.2013 19:47 Uhr

Ein System der Absicherung

Vor einigen Jahren wurde dem Wettkämpfer nach dem Zieleinlauf die Knarre direkt von einem Ordner vom Rücken genommen, Kammer auf, Lauf strikt in die Wolken! "Kaliber .22 lang" ist die Kleinste der tödl. Patronen. Es ist seitens des Veranstalters eine Haftungsfrage. Zu den FIS-Regeln kommen die Bedingungen der Versicherungen, die der Veranstalter ein- zugehen hat. Im Schadensfall werden die alles unternehmen, um die Zahlungspflicht zu um- gehen. Ob die nat. Sportverbände noch eine eigene Haftpflichtversicherungen nachweisen müssen, um startberechtigt zu sein, weiss ich leider nicht. Wahrscheinlich doch.

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Helge  Peters
Helge Peters (Petobel) - 07.01.2013 18:05 Uhr

Schlecht beobachtet?!

Er hat nicht i n den Lauf gepustet und der Lauf war auch nicht a u f seinen Kopf gerichtet, vielmehr hat er von der Seite her (!!!) die Zielvorrichtung (früher: "Korn") angepustet, um einen Tropfen zu entfernen. Welch Hysterie machte sich daraufhin in den Medien breit! Korrekt ist seine Disqualifikation allerdings dennoch, denn er hat gegen schriftlich unmißverständlich formulierte Vorschriften bezüglich der Handhabung der Waffe verstoßen. Aber etwas mehr Gelassenheit wäre da schon angebracht.

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Jan Hoffmann
Jan Hoffmann (Jaho) - 07.01.2013 13:45 Uhr

Uuaaah . . .

ein schrecklich-wohliger Schauer läuft mir über den Rücken. Todesangst macht sich breit - als ob ich mich in einer amerikanischen Schule bewegen würde.
Nach einem Wochenende mit kleinen Kindern in Haushalt und Garten und einem Spaziergang entlang einer Straße könnte ich einen noch viiiiel alarmierenderen Artikel über Lebensgefahren beisteuern. Leider kann ich da keine KK-Waffen anführen. Ist also nicht so interessant.
Übrigens: das Magazin vor dem Schuß bereits in der Waffe ist keine Gefahr für andere. Erst, wenn die Patrone zugeführt wurde, kann ein Schuß gelöst werden. Aber die Sicherheitsbeauftragten können leichter mögliche Gefahren auf einem Rundkurs mit mehreren Schießhalten erkennen.

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Wolfgang G. Runte

Zollhauptwachtmeister

Was ich bedenklich finde, daß solches ein Zollhauptwachtmeister macht. Das sind doch wohl waffentragende Beamte oder nicht? Da müsste doch auch eine Schießausbildung mit zur Ausbildung gehören. So wie ich als Wehrpflichtiger (W15) eine Schießausbildung am Gewehr und der Pistole erfahren habe.

Da haben wir die strengsten Waffengesetze der Welt und ein Zollhauptwachtmeister kann mit seiner Waffe herumfuchteln wie er möchte? In diesem Land stimmt wirklich vieles nicht mehr.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.01.2013 16:50 Uhr
Jan Hoffmann
Jan Hoffmann (Jaho) - 07.01.2013 16:50 Uhr

Nun mal halblang!

Als Zöllner ist der Mann wohl bisher viel weniger mit einer Waffe in Berührung gekommen als mit seinem Sportgerät. Und da hat einer im Eifer des Wettkampfes etwas getan, was in Wirklichkeit niemandem geschadet hat. Ich halte nochmals fest: es ist niichts passiert!!!
Der Mann kann offenbar auch ohne kleinteiligste Sicherheitsbestimmung eine Waffe so handhaben, daß in einer eiligen und streßbewährten Situation das Problem gelöst wurde und NIEMANDEM etwas passiert ist. Ein Profi halt!
Und Ihre Schießausbildung bei der Bw war vor allem auf Schutz der Wehrpflichtigen und Haftungsausschluß ausgerichtet als auf Beherrschen der Handwaffe!
Kleinkarierte Dramatik ist hier fehl am Platze! "In diesem Land stimmt wirklich vieles nicht mehr." Mein Gott, haben Sie es nicht ein wenig kleiner?

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Stefan Kugl
Stefan Kugl (Kugll) - 07.01.2013 13:07 Uhr

Unachtsamkeiten

Alles richtig - aber wem ist so etwas schon nie passiert? Meistens hat man ja Glück. Und das KK Gewehr - je nun. War mit seiner Halskette in eine Fräse oder Säge gerät, lebt auch gefährlich
Klar aufpassen - aber so was passiert nun mal

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Gunnar Schurich

Sportgerät

und nicht Gewehr, nicht Büchse, nicht anders mussten wir unsere Anschütz und Walther und sogar die historischen Nachbildungen mancher Pistolen und Gewehre nennen, mit denen wir schossen. So wollte es unser Trainer und erzeugte bei uns damit ein ganz besonderes Bewusstsein. Nun sind nach unserer Ausbildung zum Sportschützen mehr als vierzig Jahre ins Land gegangen. Noch heute schreckt mich eine Waffe ab, aber fasziniert mich als Sportgerät. Und mein Verhalten wäre auch heute noch danach ausgerichtet. Die Wasserlinse so aus dem Ringkorn zu pusten, würde wohl noch heute niemandem von unseren Jungs (und Mädels) einfallen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.01.2013 16:44 Uhr
Jan Hoffmann
Jan Hoffmann (Jaho) - 07.01.2013 16:44 Uhr

"Noch heute schreckt mich eine Waffe ab, aber fasziniert mich als Sportgerät."

Schade, daß man nicht auch noch Tränen "posten" kann . . .

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Martin Hoffmann

"kleine Waffenschein"

Schlichtweg falsch. Es wird in Deutschland lediglich die gelbe WBK für Sportschützen benötigt. Der "kleine Waffenschein" ist etwas völlig anderes. Davon abgesehen handelt es sich hier um Kleinkalibergewehre, welche früher in Deutschland frei verkäuflich z.B. bei Neckermann waren. Tödlich sicher, aber man sollte aus einer Maus keinen Elefanten machen.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.01.2013 19:52 Uhr
Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 08.01.2013 19:52 Uhr

Sven Fischer

hat selbst gesagt, dass das ein Regelverstoss war. Der "Weitspringer ist übergetreten!" Komisch, bei diesem Verstoß gab es nie Diskussionen. Ob Frankreich die Gelbe Waffenbesitz-
karte akzeptiert, möchte ich zur Diskussion stellen, doch wohl eher nicht.

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Wilhelm Knigge
Wilhelm Knigge (pcleopa) - 07.01.2013 14:29 Uhr

Wenn man

in der geschilderten Art bspw. mit einem Luftgewehr jemanden auf Grund fahrlässigem Hantieren mit der Waffe ins Ohr schiesst, ist dies tödlich...Das schafft man auch beim Schützenfest an der Schiessbude...

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Dieter Wimmer
Dieter Wimmer (w21927) - 07.01.2013 11:34 Uhr

tödlich....

ist auch jedes Küchenmesser und jedes Auto und Motorrad.
Tödlich ist auch jeder hammer, Schraubenzieher, kettensäge, ......
Alles eine Frage des Umgangs damit.

Wo sind denn die Diskussionen darüber, sollte man den Autor des Artikels mal fragen.

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07.01.2013, 08:46 Uhr

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