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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Biathlon Erstmals Staffel ohne Uschi Disl

 ·  Erstmals seit der olympischen Premiere des Frauen-Biathlons 1992 in Albertville gehört Uschi Disl nicht zur deutschen Staffelbesetzung. Bei ihren fünften und letzten Winterspielen könnte die 35jährige damit erstmals ohne Medaille bleiben.

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Biathletin Uschi Disl droht bei ihrer fünften und letzten Olympia-Teilnahme zur tragischen Figur zu werden. Erst lehnte die Sportlerin des Jahres es im Interesse der ungestörten Wettkampf-Vorbereitung ab, deutsche Fahnenträgerin bei der Eröffnung zu werden. Dann verfehlte sie als 12. im Einzel, 34. im Sprint und 10. in der Verfolgung die erhofften Podestplätze deutlich. Nun wird die „Grande Dame“ des Biathlons auch bei der Staffel am Donnerstag, dem Rennen mit deutscher „Medaillen-Garantie“, nur Zuschauerin sein.

„Ich hab' es schon geahnt, eigentlich seit dem Weltcup in Oberhof“, sagte die achtmalige olympische Medaillengewinnerin zur Entscheidung von Bundestrainer Uwe Müssiggang. Zwei Mal - in Östersund und Oberhof - lief sie in diesem Winter in deutschen Weltcup-Staffeln und mußte jeweils zwei Strafrunden drehen.

„Kann Nominierung nachvollziehen“

„Deshalb kann ich Uwes Nominierung nachvollziehen und akzeptieren, denn wir sind eine starke Mannschaft“, meinte die 35jährige. Seit der Verkürzung der Strecke auf sechs Kilometer sei die Staffel mehr ein Schieß- als ein Laufwettkampf. „Und ich werde nun mal nicht mehr die geniale Schützin.“

Eigentlich hätten die Rennen auf den schweren, ihren Lauffähigkeiten entgegen kommenden Strecken von San Sicario der krönende Abschluß der einzigartigen Laufbahn Uschi Disls werden sollen. Seit 16 Jahren ist die stets fröhliche Bayerin im Weltcup unterwegs. Seit Damen-Biathlon 1992 olympisch ist, hat sie bei allen Spielen mindestens eine Medaille gewonnen, ist in jeder Staffel mitgelaufen und sich bereits jetzt mit dem Gewinn von acht Plaketten in die olympische Rekordliste eingetragen.

Letzte Medaillenchance beim Massenstart

Nur Einzel-Gold ist in der stattlichen Sammlung nicht vorhanden. „Mir selbst fehlt das gar nicht so sehr. Wenn's noch eine Plakette in Turin würde, wäre es toll, ein Traum. Die Farbe wäre mir schnurzpiepegal - und eine Chance habe ich ja noch“, sagte Disl mit Blick auf das Massenstartrennen am Samstag.

„Da wird Uschi laufen. Und sie hat beste Chancen, die erhoffte Einzelmedaille bei ihrem letzten Olympia-Start zu gewinnen. Bis auf die Schwedin Anna Carin Olofsson haben dann alle anderen Favoritinnen fünf Rennen in den Beinen und Uschi kann ihre Laufstärke ausspielen“, hofft Müssiggang.

Daß er seine Vorzeige-Athletin, für die er seit 16 Jahren auch der Heimtrainer ist, nicht ins Staffelrennen schickt, hat auch mit dem „Denkmal“ Disl zu tun. „Ich wollte sie nicht der Gefahr aussetzen, daß sie sich mit einem verpatzten Auftritt von Olympia verabschiedet“, begründete der Coach seine Entscheidung. Neben Martina Glagow (Mittenwald) werden die Staffel-Olympiasiegerinnen von Salt Lake City, Andrea Henkel (Großbreitenbach), Katrin Apel (Frankenhain) und Kati Wilhelm (Zella- Mehlis), in die Loipe gehen.

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