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Abfahrt in Kitzbühel Ein Südtiroler düpiert die Österreicher

 ·  Dominik Paris gewinnt die berühmte Weltcup-Abfahrt auf der Streif vor dem Kanadier Erik Guay. Nur Dritter wird der beste Österreicher. Der einzige Deutsche landet unter ferner liefen.

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© dpa Vergrößern Siegreiche Schussfahrt in Kitzbühel: „Das ist ein Traum jedes Abfahrers“

Bei so manchem der 42.000 Fans hatte der Gedanke an den ersten österreichischen Abfahrtssieg auf der Streif seit 2006 wohl schon ziemlich konkrete Formen angenommen. Lange Zeit führte der Kärntner Max Franz am Samstag das Klassement bei dem prestigeträchtigen Weltcup-Rennen in Kitzbühel an, selbst der zweimalige Trainingsschnellste Aksel Lund Svindal aus Norwegen scheiterte deutlich an seiner Zeit. Am Ende aber rutschte der 23 Jahre alte Franz doch noch auf Platz fünf zurück - und mit dem ersehnten Heimsieg in Kitzbühel wurde es wieder nichts.

In einem packenden Rennen bei besten Bedingungen war der 23 Jahre alte Italiener Dominik Paris am Samstag in 1:57,56 Minuten der Schnellste auf der Streif. „Das ist ein Traum jedes Abfahrers“, kommentierte Paris den ersten italienischen Abfahrtserfolg in Kitzbühel seit Kristian Ghedina 1998. Es war schon der zweite Klassiker-Sieg des Südtirolers in dieser Saison, nach seinem Triumph auf der Stelvio-Piste in Bormio Ende Dezember. Damals musste sich Paris Platz eins noch mit dem Österreicher Hannes Reichelt teilen, diesmal war er 36 Hundertstelsekunden schneller als Reichelt, der aber hinter dem kanadischen Abfahrts-Weltmeister Erik Guay immerhin noch auf Platz drei kam.

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© dpa Vergrößern Tempoexperten unter sich: Niki Lauda, Felix Baumgartner und Bernie Ecclestone in Kitzbühel

Damit war Reichelt auch bester Österreicher - der hoch gehandelte Klaus Kröll kam über Platz sechs nicht hinaus. „Es hat sicher auch ein bisschen das Glück mitgespielt“, sagte Paris angesichts seiner gerade mal 13 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Guay.

Der einzige deutsche Starter auf der Streif, Stephan Keppler, blieb am Samstag unter seinen Möglichkeiten. Durch einen Fehler in der Ausfahrt des Steilhangs, direkt vor dem langen Flachstück, verlor er viel Zeit. Am Ende kam Keppler in 2:00,23 Minuten nicht über Platz 28 hinaus. „Ich habe einen Schlag erwischt, den ich nicht gesehen habe“, sagte der 29 Jahre alte Speedspezialist. „Es war ein Fehler, der eigentlich nicht passieren sollte.“

Damit ist auch sein Start bei der Weltmeisterschaft in Schladming in gut einer Woche weiter offen. Keppler hat die Qualifikationsnorm des Deutschen Skiverbands eigentlich verpasst, kann aber trotzdem noch auf seine dritte WM-Teilnahme hoffen. Laut Alpindirektor Wolfgang Maier will der DSV am Mittwoch über die Nominierung entscheiden.

Ergebnisse, Ski alpin

Abfahrt der Herren in Kitzbühel/Österreich
1. Dominik Paris (Italien) 1:57,56 Min.;
2. Erik Guay (Kanada) 1:57,69;
3. Hannes Reichelt (Österreich) 1:57,92;
4. David Poisson (Frankreich) 1:58,16;
5. Max Franz (Österreich) 1:58,17;
6. Klaus Kröll (Österreich) 1:58,29;
7. Kjetil Jansrud (Norwegen) 1:58,45;
8. Georg Streitberger (Österreich) 1:58,57;
...29. Stephan Keppler (Ebingen) 2:00,23.

Abfahrt-Weltcup-Stand nach 6 von 9 Wettbewerben
1. Dominik Paris (Italien) 317 Pkt.;
2. Aksel Lund Svindal (Norwegen) 314;
3. Klaus Kröll (Österreich) 261;
4. Erik Guay (Kanada) 253;
5. Christof Innerhofer (Italien) 244;
6. Hannes Reichelt (Österreich) 240;
7. Kjetil Jansrud (Norwegen) 184;
8. Johan Clarey (Frankreich) 174;
... 31. Tobias Stechert (Oberstdorf) 45;
... 33. Stephan Keppler (Ebingen) 36.

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