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Wintersport-Mix : Sieger aus Schnee und Eis

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Goldkerle: Christoph Langen (l.) und seine Anschieber. Bild: AP

Christoph Langen ist in St. Moritz Viererbob-Weltmeister geworden. Sven Fischer hat im Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer bei den Biathlon- Weltmeisterschaften in Pokljuka Bronze gewonnen.

          Auf dem Gipfel seiner Karriere ist der Hachinger Bobpilot Christoph Langen am Sonntag in St. Moritz Doppel-Weltmeister geworden und hat mit seinem siebten WM-Titel als Pilot ein weiteres Kapitel für die Geschichtsbücher des Sports geschrieben.

          In der Gesamtfahrzeit von 4:10,45 Minuten holte der „Bob- Dominator“ am Sonntag in der Vierer-Entscheidung mit seinen Anschiebern Markus Zimmermann, Sven Peter und Alexander Metzger den Riesenvorsprung von 1,24 Sekunden auf die Crew von Titelverteidiger Andre Lange aus Oberhof (4:11,69) heraus. Der Schweizer Christian Reich wurde mit seinem Team Dritter (4:11,95). Europameister Matthias Benesch aus Altenberg beendete seine Vierer-WM-Premiere als Sechster (4:12,25).

          Biathlon-Bronze für Sven Fischer

          Sven Fischer hat mit seinem dritten Platz im Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer die erste Medaille für die deutschen Männer bei den Biathlon- Weltmeisterschaften im slowenischen Pokljuka erkämpft. Der 29 Jahre alte Oberhofer rang auf den letzten eineinhalb Kilometer den norwegischen „Überläufer“ Ole Einar Björndalen nieder und sorgte dafür, dass Bundestrainer Frank Ullrich „nicht nur ein, sondern zwei Steine vom Herzen gefallen sind.“

          Das Duell um den Sieg entschied der Sibirier Pawel Rostowzew gegen den französischen Weltcup-Spitzenreiter Raphael Poiree zu seinen Gunsten und gewann nach seinem Sprint-Sieg am Vortag bereits den zweiten Titel für Russland. Rostowzew, der mit 46 Sekunden Vorsprung gestartet war, musste Poiree nach zwei Fehlern beim dritten Schießen die Führung überlassen. Doch mit den letzten fünf Schuss traf Rostowzew, während Poiree eine 150 m lange Strafrunde drehen musste.

          Keine neuen Medaillen für die Biathlon-Damen

          Ohne Medaillengewinn sind die deutschen Biathlon- Frauen am Sonntag geblieben. Den Sieg im Verfolgungsrennen holte sich die Norwegerin Grete Skjelbreid-Poiree vor der Französin Corinne Niogret und der Schweden Magdalene Forsberg.

          Als beste Deutsche kam Andrea Henkel (Oberhof) auf Platz fünf. Die nach ihrem Doppelsieg vom Vortag im Sprint als Favoritinnen in den Wettbewerb gegangenen Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) und Uschi Disl (Moosham) büßten ihre Chancen durch schlechte Schießleistungen ein.

          Pechstein mit Bahnrekord über 3.000 Meter

          Mehrkampf-Weltmeisterin Claudia Pechstein hat am Samstag den 100. Weltcup-Erfolg von Eis-Königin Gunda Niemann- Stirnemann um einen Wimpernschlag verhindert. Die Berlinerin siegte am Samstag bei der dritten Weltcupstation in Heerenveen über 3000 m und durchbrach in Bahnrekordzeit von 4:03,87 Minuten die bisherige Erfolgsserie der Thüringerin auf den langen Strecken.

          Damit erzielte Claudia Pechstein, die bereits tags zuvor über 1.500 m ihren ersten Saisonsieg in dieser Weltcup-Saison gefeiert hatte, die schnellste jemals außerhalb von Calgary gelaufene Zeit auf dieser Distanz. Gunda Niemann-Stirnemann hatte zuvor im 3.000-m-Rennen in 4:03,96 Minuten ihren eigenen Bahnrekord um fast eine Sekunde gedrückt, doch Claudia Pechstein entriss ihr Minuten später den fast sicher geglaubten Jubiläumstriumph vor 10.000 begeisterten Zuschauern. Im Gesamt-Weltcup führt aber Gunda Niemann-Stirnemann weiter deutlich vor der Berlinerin.

          Behounek Zweiter im Snowboard-Parallelslalom

          Mit neuem Haarschnitt und der Unterstützung des Heim-Publikums hat sich Mathias Behounek bei der Snowboard-Premiere mitten in München in der Weltspitze zurückgemeldet. Der 25-Jährige kam beim Weltcup-Experiment am Samstag auf dem Olympia-Berg als Zweiter des Parallel-Slaloms aufs Treppchen und war rundum glücklich.

          „Es ist ein Traum. Für mich war es das schönste Rennen, das ich jemals gefahren bin“, sagte der Schloßberger über seine beste Platzierung in dieser Saison. Dabei war er ausgerechnet in dem Rennen, auf das er den ganzen Winter schon hingefiebert hatte, von einer Grippe geschwächt.

          Gold für Bredl bei nordischer Junioren-WM

          Mit zwei Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille kehrt das deutschen Team von den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften der Junioren im polnischen Karpacz zurück.

          Überschattet wurde der Erfolg des deutschen Ski-Nachwuchses vom plötzlichen Tod des Kombinations-Trainers Hartmut Menz. Der 42-Jährige war am Freitag während des Team-Wettbewerbs auf dem Weg vom Langlaufstadion zur Sprungschanze an einem Herzinfarkt gestorben. Die deutschen Kombinierer gewannen trotz des Schocks den Mannschaftswettbewerb und damit das erste deutsche Gold der Titelkämpfe.

          Matthias Menz (Steinbach-Hallenberg), nicht mit dem toten Trainer verwandt, sowie Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt), Matthias Mehringer (Ruhpolding) und Marc Frey (Baiersbronn) verwiesen Finnland und Slowenien auf die Plätze. Für das herausragende Resultat des Wochenendes aus deutscher Sicht sorgte Johannes Bredl aus dem niederbayerischen Rabenstein. Der 18 Jahre alte Sportsoldat gewann am Samstag die Goldmedaille im K.o.-Sprintwettbewerb der Langläufer.

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