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Wimbledon Und wieder mal ein Sister Act

02.07.2009 ·  Die Siegerin in Wimbledon heißt Williams. Am Samstag geht es im Finale nur noch um den Vornamen für die Siegerlisten: Zum vierten Mal bestreiten die Schwestern Venus und Serena ein Finale auf dem heiligen Rasen.

Von Peter Penders, London
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Es kam ganz anders als erwartet, zumindest zum Teil: Wer befürchtet hatte, die Dominanz der Williams-Schwestern würde sich auch im Halbfinale mit leichten und langweiligen Siegen fortsetzen, der wurde im ersten Semifinale kräftig überrascht. Serena Williams benötigte schließlich 2:48 Stunden im längsten Damen-Halbfinale in der Geschichte dieses traditionsreichen Turniers, um Jelena Dementjewa letztlich 6:7, 7:5 und 8:6 niederzukämpfen. Die russische Olympiasiegerin vergab dabei beim Stand von 5:4 im dritten Satz einen Matchball in dieser mit weitem Abstand bislang besten Partie des gesamten Turniers.

Sehr enttäuschend verlief dagegen das andere Halbfinale: Venus Williams hielt sich beim 6:1 und 6:0 nur 51 Minuten mit der russischen Weltranglistenersten Dinara Safina auf. Wie im Vorjahr kommt es damit zu einem Familientreffen der Williams-Schwestern im Finale, die sich aus gutem Grund in Wimbledon wie zu Hause fühlen dürfen. Außer im Jahr 2006 stand in dieser Dekade zumindest eine von ihnen immer im Finale. 2002 und 2003 gewann Serena jeweils gegen ihre Schwester, die sich den Titel dafür 2000 und 2001 (jeweils gegen Justine Henin-Hardenne), 2005 (gegen Lindsay Davenport), 2007 (gegen Marion Bartoli) und 2008 (gegen Serena) holte.

Dinara Safina wird Wimbledon als Weltranglistenerste verlassen - egal, wie das Finale am Samstag auch ausgehen mag. In ihrem Halbfinale gegen Venus Williams war ihr nur die bedauernswerte Rolle als vollkommen überforderte Gegnerin geblieben - und sie wird froh gewesen sein, als alles vorbei war. Eine ähnliche Dominanz war auch von Serena Williams erwartet worden, die gegen Jelena Dementjewa allerdings ganz dicht vor dem überraschenden Aus stand. Die Russin konnte das Tempo der Amerikanerin mitgehen, schlug für ihre Verhältnisse hervorragend auf und brachte Serena Williams vor allem mit ihren Returns und harten Grundlinienschlägen in arge Schwierigkeiten. Zweimal hatte Jelena Dementjewa zudem Pech, als das Überwachungssystem Hawk-Eye bei Breakbällen Entscheidungen der Schiedsrichter zugunsten der Amerikanerin verbesserte. Der Ball war jeweils nur um Millimeter auf oder neben der Linie gelandet. „Es war sehr, sehr hart, Jelena hat unglaublich gut gespielt“, sagte Serena Williams nach einem für sie letztlich äußerst glücklichen Sieg.

Im Finale wird sie sich steigern müssen, wenn sie eine Chance gegen ihre Schwester haben will, die im gesamten Turnier bisher keinen einzigen Satz abgab. „Ich stehe zum achten Mal im Finale, das ist einfach ein Traum“, sagte Venus Williams. Bevor die beiden am Samstag das vierte Familienduell in Wimbledon bestreiten, bietet sich ihnen noch die Chance, auch im Doppel ins Finale einzuziehen. Diesmal zusammen, und natürlich auch dort als Titelverteidigerinnen.

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