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Werner Altegoer ist tot Aus Liebe zum VfL Bochum

Werner Altegoer war nicht nur das Gesicht des VfL Bochum, er war der VfL Bochum. Nun trauert der Klub um seinen ehemaligen Präsidenten und Aufsichtstratsvorsitzenden. Altegoer ist im Alter von 77 Jahren gestorben.

© dpa Die Personifikation des VfL Bochum: Werner Altegoer ist im Alter von 77 Jahren gestorben

Werner Altegoer steht vor der Kabine des Aachener Stadions „Tivoli“. Sein Verein ist gerade zum sechsten Mal in die erste Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Reporter umringen ihn und gratulieren. Doch der Aufsichtsratsvorsitzende des VfL Bochum, vormals Präsident des Klubs, nimmt die Glückwünsche verhalten entgegen. Ein Aufstieg sei kein Grund sich feiern zu lassen, sagt er. Jedem Aufstieg sei schließlich ein Abstieg vorausgegangen.

Abgestiegen ist er oft mit „seinem“ VfL, aufgestiegen auch. Altegoer hat den Ruhrgebietsklub geprägt wie sonst nur Ottokar Wüst, sein Vorgänger, der Bochum aus dem Amateurfußball in die Bundesliga geführt hatte. Als Wüst, nach dem ersten Abstieg der vermeintlich „Unabsteigbaren“, aus der Eliteklasse abtrat, hat Altegoer die Aufgabe übernommen, den Klub unter verschärften wirtschaftlichen Bedingungen in der ersten Liga zu etablieren.

Verkörperung des VfL

Gelungen ist das letztlich nicht, aber Altegoer hat sich, über die Stadtgrenzen hinaus, einen Namen gemacht als einer der letzten Patriarchen im deutschen Fußball; er wurde einer der bekanntesten Bürger seiner Heimatstadt. Eingezwängt zwischen den Bundesliga-Schwergewichten Schalke 04 und Borussia Dortmund, führte Altegoer Bochum auf die europäische Fußballbühne. „Dieser Mann war unbegreiflich“, sagt der Fußballtrainer Peter Neururer, einer seiner engsten Weggefährten. „Man muss ganz nah an ihm dran gewesen zu sein, um zu ermessen, was er geleistet hat.“ Er habe Menschen aus seiner Umgebung geschützt, auch auf die Gefahr hin, selbst Schaden zu nehmen.

Altegoer hat den VfL verkörpert als jemand, der sich nichts gefallen lässt, weder von Mitbewerbern noch von Medien noch von (vermeintlichen) Mitstreitern im eigenen Verein. Einen Reporter, den er seit dessen Kindertagen kannte, fragte er so einmal: Warum machen Sie das, Sie sind doch Bochumer!

Aus Liebe

Im Herbst 2010 verweigerten die Mitglieder des VfL Altegoer die Entlastung, nicht weil er sich etwas hätte zuschulden kommen lassen, sondern weil sein Führungsstil nicht mehr zeitgemäß war. Der Chef des Aufsichtsrates ging und hinterließ einen wirtschaftlich gesunden Zweitligaverein.

Letztlich hat Altegoer seinen Klub geführt und ihn manchmal auch finanziell unterstützt, um dafür geliebt zu werden. Diese Zuneigung ist ihm nicht immer entgegengebracht geworden, aber nahezu alles, was er für den VfL tat, hat er aus Liebe getan. Werner Altegoer ist am Mittwoch im Alter von 77 Jahren gestorben.

Quelle: F.A.Z.

 
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