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Veröffentlicht: 27.05.2001, 10:00 Uhr

Wakeboarden Sommertrend für coole Wasserratten

Es ist wie Snowboarden, Wellenreiten und Wasserski in einem und der absolute Trend für junge Wassersportler: Wakeboarden.

von Heidi Siefert
© dpa Wakeboard in Aktion

Was vor wenigen Jahren noch ratlose Blicke auslöste, ist heute der Trendsport des Sommers: Wakeboarden, eine dynamische Mischung aus Snowboarden, Wellenreiten und Wasserski, die sportliche Wasserratten in Scharen an Seen und Flüsse treibt und Wasserski-Liftanlagen einen wahren Boom beschert.

Wie so viele Sporttrends hat auch das Wakeboarden seine Wurzeln in den USA. Doch als die ersten Freaks vor ein paar Jahren mit ihren kantigen Boards an den europäischen Wasserskianlagen auftauchten, fanden sie im Nu begeisterte Nachahmer. Mittlerweile haben an zahlreichen Liftanlagen die Boarder längst die klassischen Wasserskifahrer abgelöst, die ihnen gegenüber mit ihren breiten Ski vergleichsweise schwerfällig wirken - die Super-Cracks einmal ausgenommen.

Wake - die Heckwelle

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten tricksen die Boarder klassischerweise im Schlepptau von Motorbooten. Daher auch der Name. „Wake“ ist die Heckwelle, und die eignet sich hervorragend als Absprungrampe für Tricks und Luftsprünge, sogenannte Airs. Doch es braucht nicht unbedingt eine satte Bugwelle, um hoch hinaus zu kommen. Auch am Lift kann man hervorragend in die Luft gehen. Oder ganz gemütlich über die Wellen cruisen und beim scheinbar schwerelosen Gleiten ein bisschen Bauchkribbeln spüren.

Für den Anfang braucht man nicht mehr als eine Badehose. Boards und Schwimmwesten sind in der Regel in den Punkte- und Tageskarten (40 bis 60 Mark am Tag) für den Lift inbegriffen. Für einen geringen Obolus kann man sich auch Neoprenanzüge ausleihen. Wen das Wakeboard-Fieber erfasst hat, der wird bald mit einem eigenen Board (800 bis 1400 Mark) liebäugeln. Denn wenn das Brett perfekt zum Boarder passt, dann hat er deutlich mehr Möglichkeiten, als mit einem Leihgerät. Das muss für möglichst viele Fahrertypen geeignet sein.

Kurven verlieren bald den Schrecken

Mit ein wenig Gleichgewichtsgefühl hat man den Dreh schnell heraus und auch die anfangs so gefürchteten Kurven verlieren mit etwas Übung bald ihren Schrecken. Dann gibt es nur noch Boarden pur und vielleicht schon bald den ein oder anderen übermütigen Hüpfer. Anregungen zu den angesagtesten Airs kann man sich beim Zuschauen überall holen, und in der großen Familie der Wakeboarder erhält jeder Tipps vom Profi quasi nebenbei. Schließlich gibt es nirgendwo sonst in Europa so viele Topathleten, wie bei uns.

Ob es an dem ausgesprochen dichten Netz an Wasserski-Liftanlagen in Deutschland liegt, dass hier so viele Stars der Szene zu Hause sind? Nicht selten wartet man am Lift neben unter Wakeboardern bekannten Größen wie Bernhard Hinterberger, Benjamin Süß oder Sabine Schmitt - und verpasst vor lauter Staunen angesichts ihrer Tricks fast seinen eigenen Einsatz.

Nach dem Spaß auf dem Wasser kommt die Feier an Land

Doch es ist nicht der Sport allein, der den Sommertrend so beliebt macht. Spaß gehört dazu, und die Wakeboard-Partys sind legendär. Kein Wettbewerb der German Wakeboard Tour, der höchsten deutschen Wettkampfserie, ohne ordentliche Party. Deshalb wird auch an jeder Liftanlage mindestens einmal im Jahr so richtig gefeiert.

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