Home
http://www.faz.net/-gtl-pl2f
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Wahl Die Welt-Fußballer des Jahres: Ronaldinho und Birgit Prinz

21.12.2004 ·  Der Brasilianer vom FC Barcelona ist vom Internationalen Fußball-Verband zum ersten Mal als weltbester Fußballspieler ausgezeichnet worden. Birgit Prinz war bereits 2003 ganz vorn.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (0)

Als es selbst den Kaiser beim mitternächtlichen Konzert von Lionel Richie nicht mehr auf dem Sitz hielt, legte auch „Fußball-Königin“ Birgit Prinz ihre Verlegenheit ab. Gemeinsam mit Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus, der 1991 als bislang einziger DFB-Spieler die höchste Auszeichnung im Weltfußball erhalten hatte, tanzte die Weltklasse-Stürmerin des 1. FFC Frankfurt an ihrem Tisch zu den heißen Rhythmen des Popstars.

„Das ist ein Höhepunkt in ihrer Karriere“, gratulierte Beckenbauer, der die Männer nun n der Pflicht sieht. „Sie kommen nur langsam aus den Startlöchern. Ich denke aber schon, daß wir mal wieder einen Gewinner haben werden.“

„Eine Frau rettet die Ehre des deutschen Fußballs“

Wenige Stunden zuvor hatte Birgit Prinz bei der Gala des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) etwas steif und ohne große Emotionen zum zweiten Mal nacheinander die Trophäe für die beste Spielerin aus den Händen von Michel Platini entgegen genommen. „Ich finde es sehr schwierig, sich in solchen Situationen angemessen zu verhalten“, verriet die in den schlichten deutschen Auswahlfarben weiß und schwarz gekleidete Torjägerin, die sich auf dem Rasen wesentlich wohler fühlt.

Mit der Wahl zur Weltfußballerin des Jahres 2004 bescherte Prinz dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein unverhofftes Erfolgserlebnis. „Ihr Sieg beweist, welch herausragende Persönlichkeit sie ist. Es ist schön, daß eine Frau die Ehre des deutschen Fußballs gerettet hat“, sagte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der das sogenannte schwache Geschlecht stark im Kommen sieht.

Mädchen werden früher gefordert und gefördert“

Immerhin holte nach der Nationalmannschaft in diesem Jahr auch die U 19 den Weltmeistertitel. „Das bringt den Frauenfußball gewaltig nach vorn“, erklärte Mayer-Vorfelder. Nach Ansicht des DFB-Präsidenten haben sich die Frauen in der Spitze und gegen die jahrelangen Vorbehalte der Männer durchgesetzt.

Auch Birgit Prinz hat eine positive Entwicklung ausgemacht. „Die Mädchen werden früher gefordert und gefördert, das erhöht die Qualität. Bei der wachsenden internationalen Konkurrenz ist dies aber auch dringend nötig“, sagte die dreimalige Europameisterin. Die 27 Jahre alte Stürmerin ist in Deutschland längst zum Aushängeschild des bis 1970 noch verbotenen Frauenfußballs avanciert und das große Vorbild für viele Talente. „Wir haben in Frankfurt enorme Zuwachsraten an Mädchen. Wir können mittlerweile gar nicht mehr alle aufnehmen“, berichtete Birgit Prinz.

Welt-Fußballer des Jahres

1988 Marco van Basten (Niederlande/AC Mailand)
1989 Marco van Basten (Niederlande/AC Mailand)
1990 Lothar Matthäus (Deutschland/Inter Mailand)
1991 Lothar Matthäus (Deutschland/Inter Mailand)
1992 Marco van Basten (Niederlande/AC Mailand)
1993 Roberto Baggio (Italien/Juventus Turin)
1994 Romario (Brasilien/FC Barcelona)
1995 George Weah (Liberia/AC Mailand)
1996 Ronaldo (Brasilien/FC Barcelona)
1997 Ronaldo (Brasilien/FC Barcelona-Inter Mailand)
1998 Zinedine Zidane (Frankreich/Juventus Turin)
1999 Rivaldo (Brasilien/FC Barcelona)
2000 Zinedine Zidane (Frankreich/Juventus Turin)
2001 Luis Figo (Portugal/Real Madrid)
2002 Ronaldo (Brasilien/Inter Mailand-Real Madrid)
2003 Zinedine Zidane (Frankreich/Real Madrid)
2004 Ronaldinho (Brasilien/FC Barcelona)

Welt-Fußballerin des Jahres

2001 Mia Hamm (USA)
2002 Mia Hamm (USA)
2003 Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt)
2004 Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt)

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Improvisieren unter Zeitdruck

Von Michael Ashelm

Die Nationalelf setzt darauf, dass die frustrierten Münchner ihr neuen Anschub geben. Über genug Turniererfahrung und Reife verfügen die Leistungsträger. Zudem ist es ja nicht so, als hätten die Gegner keine Sorgen. Mehr 1 2